BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie

Unsachlich und einseitig
BPI: Frontal21-Beitrag ignoriert vorgelegte Fakten zu Arzneimittelpreisen

Berlin (ots) - Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) kritisiert den Beitrag des ZDF-Magazin "Frontal 21" zu den Medikamentenpreisen scharf. "Warum verschweigt der Beitrag, dass die Pharmaindustrie zu weniger als 10 Prozent zu den Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung beiträgt, die Preise seit Jahren rückläufig sind und sich die Preise in Europa schon durch unterschiedliche Mehrwertsteuersätze um bis zu 19 Prozent unterscheiden? Wie kann man suggerieren, dass mit 0,62 Prozent der GKV-Ausgaben das Gesundheitssystem saniert werden könnte?" fragt der Vorsitzende des Verbandes, Dr. Bernd Wegener.

Der Arzneimittelpreisindex des wissenschaftlichen Instituts der AOK belegt, dass die Preise seit Jahren rückläufig sind - 2007 / 2008 um 5,6 Prozent im patentfreien Bereich und um 1,5 Prozent im Gesamtmarkt. Die Effekte der Rabattverträge sind darin noch nicht enthalten. Die Preise nicht patentgeschützter Arzneimittel liegen laut einer Studie vom Juli 2008 inzwischen 24 Prozent unter dem Niveau in Frankreich und 16 Prozent unter dem in Großbritannien. "Wie kann man da die Pharmaindustrie zum Preistreiber der Nation erklären?", fragt Wegener.

Die niedrigsten Mehrwertsteuersätze auf Arzneimittel liegen in Europa bei null Prozent - in Deutschland bei 19 Prozent. Schon deswegen unterscheiden sich die Arzneimittelpreise erheblich. Unternehmen müssen bei der Preisfestsetzung die Kaufkraft in den entsprechenden Ländern berücksichtigen. Daher kann es, wie bei allen anderen Produkten auch, keine einheitliche Preisfestsetzung in Europa geben.

Im Beitrag wird ein Einsparvolumen von einer Milliarde Euro genannt, wenn die 30 umsatzstärksten Medikamente an die jeweils niedrigsten Preise in Europa angeglichen würden. Ferner wird suggeriert, damit könne Leistungseinschränkungen abgeholfen werden. Eine Milliarde Euro entsprechen 0,62 Prozent der Ausgaben der GKV. "Wie damit das Gesundheitssystem saniert werden soll, bleibt schleierhaft", sagt Wegener.

Die Fakten lagen der Redaktion vor, wurden aber ignoriert. "Die Fakten passen wohl nicht ins Bild, stattdessen wird die Pharmaindustrie zu "einem Totengräber unseres Systems" erklärt - das ist ungerechtfertigt, unsachlich und einseitig", so Wegener.

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