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Wirtschafts- und Politikredakteure der DuMont-Titel arbeiten ab April in einem Pool. Berliner-Zeitungs-Chef Uwe Vorkötter hat das Konzept maßgeblich mitentwickelt. "Ich weiß, dass ich manche enttäusche."

    Remagen (ots) - Uwe Vorkötter, Chefredakteur der Berliner Zeitung, verteidigt im Medienmagazin journalist sein Modell für die neue Redaktionsgemeinschaft der DuMont-Abonnementzeitungen (Berliner Zeitung, Frankfurter Rundschau, Kölner Stadt-Anzeiger, Mitteldeutsche Zeitung). Von April an arbeiten 25 Wirtschafts- und Politikredakteure in Berlin und Frankfurt in einer neu gegründeten GmbH. Vorkötter hat das Modell maßgeblich mitentwickelt und hält es für alternativlos. "Ich gehöre nicht zu den Optimisten der Branche. Wir werden so bald nicht wieder wachsende Auflagen und mehr Anzeigen haben. Gerade deshalb ist unser Kooperationsmodell so wichtig", so Vorkötter zum journalist.

    "Es geht nicht um Lohndumping oder Strafversetzungen. Es geht um Qualität", sagt Vorkötter. Die Redaktionsgemeinschaft werde mit erstklassigen Autoren besetzt. Wer in den Pool wechselt, könne seine Tarifansprüche mitnehmen und solle an künftigen Gehaltserhöhungen teilhaben. Außerdem ist eine Rückkehrgarantie in die Stammredaktion vorgesehen, etwa für den Fall, dass der Pool aufgelöst werden sollte.

    Seit sieben Monaten ist Vorkötter wieder Chef der Berliner Zeitung, er kennt die Stimmung in der Redaktion gut. "Als ich zurückkam, hatten viele die Hoffnung, dass es wieder so wird wie früher", sagt Vorkötter. "Ich weiß, dass ich manche enttäusche." Die Vorbehalte der Redaktion gegen sein Modell sind groß. Die Mitarbeiter der Berliner Zeitung hatten sich bereits Mitte Januar in einem offenen Brief gegen eine Poolvariante ausgesprochen. Der Deutsche Journalisten-Verband nannte den Redaktionspool eine "Horrorvision".

    Vorkötter versichert, dass die Zeitungen ihre Eigenständigkeit behalten werden. "Der Grundton der Berliner Zeitung bleibt rauer als der intellektuelle Grundton der Frankfurter Rundschau", so Uwe Vorkötter. Dass sich immer mehr Inhalte von Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung gleichen, hält Vorkötter für unproblematisch. Auch beim Blick auf die publizistische Vielfalt könne er die wirtschaftliche Lage nicht ausblenden. "Die Zahl der Leser, die beide Zeitungen abonniert haben, ist verschwindend gering."

    Ein ausführliches Porträt über Uwe Vorkötter und die Hintergründe beim Umbau der Berliner Zeitung lesen Sie in der Februar-Ausgabe des Medienmagazins journalist, die am Montag erscheint. Diese Information ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. Am Montag startet auch die relaunchte Website www.journalist.de.

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