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Zeit-Online-Chefredakteur Wolfgang Blau: "Wir investieren viel Geld in die Suchmaschinenoptimierung unserer Inhalte"

    Remagen (ots) - Ein heikles Thema, über das Onlinejournalisten ungern reden: Suchmaschinenoptimierung von Nachrichtenportalen. Im Medienmagazin journalist sagen Chefredakteure von Nachrichtenwebsites, was sie tun oder nicht tun, um von Google gefunden zu werden.

    "Wir investieren viel Geld in die Suchmaschinenoptimierung unserer Inhalte, haben in unseren täglichen redaktionellen Abläufen aber noch viel zu lernen", sagt Zeit-Online-Chefredakteur Wolfgang Blau. "Als Journalisten können wir keine Alternativen zu Google schaffen, wir können Google aber zu unserem Vorteil nutzen." Journalismus lebe davon, gefunden, gelesen, gesehen oder gehört zu werden. Bei Zeit Online sammle man gerade erst Erfahrungen damit, für das eigene Nachrichtenportal bei Google auch Werbung zu schalten. "Als das Zeit Magazin Leben kürzlich vermisst geglaubte Szenen aus Fritz Langs 'Metropolis' präsentieren konnte, haben wir unseren Bericht sofort ins Englische übersetzt und den Link zu diesem Text auf Google-USA mit allen dafür relevanten Keywords beworben." Der englische Text sei dann tagelang der meistgelesene Artikel auf Zeit Online gewesen, berichtet Blau.

    Von Google-Werbung hält Focus-Online-Chefredakteur Jochen Wegner nur wenig. "Es gibt Konkurrenten, die für fünf- oder gar sechsstellige Beträge im Monat Reichweite einkaufen." Diese erkauften Steigerungen nützten dem jeweiligen Angebot kaum, da sich die Ausgaben hierfür "nicht einmal entfernt refinanzieren", meint Wegner. Bei Focus Online passen ein dreiköpfiges Team und einige freie Mitarbeiter die Website so an, dass sie bei Suchanfragen möglichst weit oben gelistet ist.

    Wenn Redaktionen auf Suchmaschinen werben und journalistische Inhalte "optimieren", mache sich die Branche von Google abhängig, kritisiert sueddeutsche.de-Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs. "Manche Seiten gewinnen durch diese Maßnahmen bis zu 50 Prozent ihrer Nutzer über Google, wir nur 15 bis 20 Prozent", sagt Jakobs dem journalist. "Exzessiv betriebene Suchmaschinenoptimierung" stelle für ihn eine "journalistische Wettbewerbsverzerrung" dar.

    Dass sich laut Gerüchten vor allem Welt Online User über Google zukaufe, sei "kompletter Unsinn", sagt Springer-Sprecher Dirk Meyer-Bosse. "Etwa 35 Prozent der Besucher kamen im ersten Halbjahr durchschnittlich über Google auf Welt Online." Journalistische Qualität im Netz werde sich seiner Meinung nach auch in Zukunft durchsetzen - mit und ohne Google.

    Den gesamten Text lesen Sie in der August-Ausgabe des Medienmagazins journalist. Diese Vorabinformation ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei.

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