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Kein Stau vor der Mautstation

Karlsruhe (ots) - Flächendeckende Verkehrsinformationen in Echtzeit: ViaMichelin zeigt den Autofahrern auf seinem Portal und als iPhone App die aktuelle Verkehrslage auf französischen Straßen. Seit September sogar noch genauer. Denn die PTV setzt neueste Datenverarbeitungstechnologien ein, um Verkehrsdaten von Detektoren mit Floating Car Data (FCD) zu ergänzen. Dadurch entstehen fast lückenlose Informationen über das Verkehrsgeschehen.

Das Navigationsgerät meldet einen Stau vor der Mautstation? Hier liegt vermutlich ein Irrtum vor, denn in Wirklichkeit wird gebremst und eine kurze Strecke im Schritttempo zurückgelegt, bevor es dann im "normalen" Tempo weitergeht. Das Ganze hat also nichts mit einem echten Stau zu tun. Das Portal von ViaMichelin macht solche Fehler nicht.

Da Detektordaten von Autobahnen und Bundesstraßen um FCD aus dem fließenden Verkehr ergänzt werden, entstehen genaue Informationen darüber, welche Straßen wie stark und in welcher Geschwindigkeit befahren sind. Die Software von PTV wertet die Daten aus und berechnet die mittlere Geschwindigkeit. Dabei wird die Plausibilität und Wertigkeit der Daten geprüft, damit nicht beispielsweise Informationen vor Mautstationen oder aus einem parkenden Taxi die Ergebnisse verfälschen. So werden die Effekte zeitweiliger Manöver von echten Verkehrseinflüssen abgegrenzt. Das Ergebnis sind realistische Geschwindigkeiten und Reisezeiten.

Die Daten sind hochaktuell: Alle drei Minuten werden sie ausgewertet, das ist Echtzeit. Weit über 100.000 Fahrzeuge senden derzeit aktiv an einem Wochentag ihre Daten. Je mehr Fahrzeuge als mobile Sensoren fungieren, umso genauer lässt sich die Verkehrslage darstellen. Das Besondere an dem System für ViaMichelin ist seine hohe Kapazität: Es kann Zehntausende an Positionsmeldungen pro Minute verarbeiten.

Die Informationen werden auf dem Internetportal von ViaMichelin dargestellt und zur Generierung von TCM-Nachrichten für den Rundfunk sowie von Navigationsgeräten für die dynamische Routensuche genutzt. Aber damit hat sich die potenzielle Nutzung noch lange nicht erschöpft: Denkbar wäre, dass die Daten künftig auch für kooperative Systeme verwendet werden. Also für Systeme, bei denen Fahrzeuge, Infrastruktur und Verkehrszentrale miteinander kommunizieren. Dann könnten beispielsweise Straßenbetreiber anhand der Daten ihre Wechselwegweiser anpassen - und die Fahrer würden endlich erleben, dass die Informationen auf den Schilderbrücken sich mit denen ihres Navigationsgerätes decken.

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