Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

Gemeinsame Pressemitteilung von Studentenwerk und Stifterverband: Kein Missbrauch von Studienbeiträgen in Nordrhein-Westfalen

Düsseldorf (ots) - Stifterverband und Deutsches Studentenwerk legen Bericht über die Verwendung der Studienbeiträge an den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen vor

Stifterverband und Studentenwerk bescheinigen den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen einen verantwortungsvollen Umgang mit den Einnahmen aus Studienbeiträgen. Die Verwendung könnte noch zeitnäher, zielgenauer und innovativer erfolgen. Auch sei die Beteiligung der Studenten bei der Vergabe verbesserungswürdig. 2007 erzielten die Hochschulen zusätzliche Einnahmen von 250 Millionen Euro, die der Verbesserung der Qualität von Lehre und Studium dienen. Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und Deutsches Studentenwerk übergaben heute ihren gemeinsamen Bericht über die Verwendung der Studienbeiträge an den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen dem Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen Andreas Pinkwart.

Die Kernbefunde des Berichts:

   - Den Hochschulen kann ein verantwortungsvoller Umgang mit den 
     Studienbeiträgen bescheinigt werden. Sie setzen die Mittel 
     insgesamt zweckentsprechend zur Verbesserung der Lehre und der 
     Studienbedingungen ein. Konkrete Hinweise auf eine 
     missbräuchliche Verwendung liegen nicht vor.
   - Durch die Studienbeiträge haben die Hochschulen im Studienjahr 
     2007 zusätzliche Einnahmen in Höhe von rund 250 Mio. EUR 
     erzielt, die für die Verbesserung der Qualität von Lehre und 
     Studium zur Verfügung stehen.
   - Fast jeder fünfte eingeschriebene Student war von der Zahlung 
     der Studienbeiträge, beispielsweise wegen Absolvierung eines 
     Auslands- oder Praxissemesters oder aus sozialen Gründen, 
     ausgenommen.
   - Die Zufriedenheit der Studierenden ist dort am größten, wo sie 
     über die Verwendung der Studienbeiträge wie an der Universität 
     Bochum umfassend mitbestimmen dürfen oder die Hochschule sehr 
     transparent die Verwendung offenlegt, wie z. B. an der 
     Universität Siegen. Alle Hochschulen sind aufgefordert, sich an 
     den genannten Vorreitern zu orientieren und die Studierenden 
     stärker als bisher in die Entscheidungsprozesse zur Verwendung 
     von Studienbeiträgen einzubinden.
   - Die Hochschulen haben die ihnen vom Gesetzgeber eingeräumten 
     Möglichkeiten zur Differenzierung und zum Wettbewerb bislang 
     kaum genutzt. Es gibt weder eine Staffelung der Beiträge noch 
     hinreichende Strategien, wie die Einnahmen für die Profilbildung
     der Hochschule in der Lehre eingesetzt werden können. 

Aus Sicht des Stifterverbandes hat sich die Einführung von Studienbeiträgen bewährt. Stifterverbands-Generalsekretär Andreas Schlüter sagte: "Studienbeiträge sind ein unverzichtbares Instrument, um die Qualität der Lehre und des Studiums im Sinne der Studierenden nachhaltig zu verbessern. Ohne Studienbeiträge wären die erfolgten Investitionen in die Verbesserung der Betreuung der Studierenden, in Lehrausstattung und Serviceangebote nicht finanzierbar gewesen. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass die Hochschulen mehr Phantasie entwickeln und einen größeren Anteil der Einnahmen für die Finanzierung innovativer Lehrprojekte verwenden. Das Gesetz öffnet den Hochschulen Gestaltungsspielräume, die diese bisher nicht nutzen."

Der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks Achim Meyer auf der Heyde erklärte: "Die Finanzausstattung der Hochschulen steigt naturgemäß mit Studienbeiträgen. Allerdings hängt ihre Akzeptanz wesentlich davon ab, wann und in welchem Umfang sie die Studienbedingungen verbessern und Studierende mitentscheiden können. Die Studierenden haben sich in der Befragung und den Begehungen durchweg als verantwortungsvolle Partner der Hochschulen präsentiert. Die Hochschulleitungen sollten daher die in der Erhebung geäußerte Kritik an fehlender Transparenz bzw. an unzureichender Einbindung in ihre Entscheidungen als Herausforderung betrachten."

Hintergrund:

Seit dem Sommersemester 2007 können die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen von ihren Studierenden Studienbeiträge von bis zu 500 EUR pro Semester erheben. 29 von 33 staatlichen Hochschulen machen davon Gebrauch.

Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen hat das Deutsche Studentenwerk und den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft nach Vorgesprächen im Dezember 2007 beauftragt, die Verwendung der Studienbeiträge an den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen gemeinsam zu untersuchen. Während das Studentenwerk die Erhebung von Studienbeiträgen grundsätzlich eher kritisch sieht, hat sich der Stifterverband in den vergangenen Jahren wiederholt für deren Einführung ausgesprochen.

Der Bericht beruht auf einer flächendeckenden Befragung aller beitragserhebenden Hochschulen durch die HIS GmbH und einer Begehung an fünf ausgewählten Hochschulen.

Die Studie können Sie hier herunterladen: www.stifterverband.de/pdf/studie-studienbeitraege_nrw.pdf

Pressekontakt:

Pressekontakt beim Stifterverband:
Frank Stäudner
Telefon: 0201/8401-158
E-Mail: frank.staeudner@stifterverband.de

Pressekontakt beim Studentenwerk:
Alexander Knaak
Telefon: 030/29772720
E-Mail: alexander.knaak@studentenwerke.de
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