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Arzneistoff aus Meeresorganismen erbringt weiterhin positive Ergebnisse in der Krebsforschung

New Orleans (ots-PRNewswire) - ET-743: Vielversprechende Entwicklung bei der Behandlung von Sarkomen. Erste Versuchsergebnisse weisen darauf hin, daß ET-743 (Ecteinascidin), eine neuartige chemische Verbindung aus dem Meer, eine wichtige Rolle bei der Behandlung bestimmter Bindegewebssarkome und anderer Tumorarten spielen könnte. Beim jährlichen Treffen der American Society of Clinical Oncologists (ASCO) wurden vorläufige Ergebnisse der Phase II-Versuche für ET-743 vorgestellt. ET-743 ist ein Produkt der PharmaMar, eines spanischen biopharmazeutischen Unternehmens, das sich mit der Entwicklung von aus Meeresorganismen gewonnenen Arzneistoffen gegen Krebs befaßt. ET-743 ist eine chemische Verbindung, die aus dem Tunikaten Ecteinascidia turbinata stammt - einer Seescheide, die in Kolonien im Karibischen Meer und im Mittelmeer lebt. Tunikaten (Manteltiere) sind marine Lebewesen, deren Körper von festen Membranen umgeben sind, die an einen Mantel erinnern. In drei aufeinander abgestimmten klinischen Studien der Phase II, die am Dana-Farber Cancer Institute in Boston in Zusammenarbeit mit dem Massachusetts General Hospital durchgeführt wurden, konnte gezeigt werden, daß ET-743 bestimmte Tumore zum Schrumpfen bringt und der Krankheitsverlauf bei Patienten mit Bindegewebssarkomen - bösartigen Tumoren, die sich aus Fett-, Muskel- und Nervengewebe, Knorpel, Blutgefäßen oder Unterhautgewebe entwickeln können - durch ET-743 über längere Zeiträume bei akzeptabler Tolerierbarkeit kontrolliert werden kann. "Wir freuen uns, daß ET-743 ein relativ günstiges Sicherheitsprofil aufweist und anscheinend keine kumulativen Wirkungen zeigt. In unseren Studien konnten die mit ET-743 behandelten Patienten mehrere Behandlungszyklen zur Kontrolle ihrer Erkrankung durchlaufen, wobei sich die zytostatische Wirkung im Laufe der Zeit entwickelt hat", so George D. Demetri, M.D., Leiter der Versuche und stellvertretender Direktor des an das Dana-Farber Cancer Institute und die Harvard Medical School angeschlossenen Center for Sarcoma and Bone Oncology, in dem eine der weltweit größten Gruppen von Sarkom-Patienten behandelt wird. "ET-743 interagiert auf eine andere Weise mit der DNA der Tumorzellen als herkömmliche Chemotherapeutika. Dieser neuartige Wirkmechanismus könnte für die wichtige nachhaltige Kontrolle der Krankheit verantwortlich sein, die wir in unseren Versuchen beobachten. Der Arzneistoff stellt eine vielversprechende Entwicklung bei der Sarkombehandlung dar." Forschung an ET-743 als Behandlungsmöglichkeit für Sarkome Die Studien beurteilen die Wirkung von ET-743 bei drei verschiedenen Gruppen von Sarkom-Patienten. Die medikamentöse Behandlung mit ET-743 (1500 Mikrogramm/m2) erfolgte in den einzelnen Studien ambulant als intravenöse Infusion über 24 Stunden. Bei Hinweisen auf eine Kontrolle der Erkrankung konnte die Behandlung alle drei bis vier Wochen wiederholt werden. An der ersten Studie nehmen Patienten mit fortgeschrittenen Bindegewebssarkomen teil, die zuvor bereits ein- oder zweimal chemotherapeutisch wegen Metastasierung behandelt worden waren. Siebenundvierzig Prozent (14 von 30) dieser Patienten zeigten eine Stabilisierung oder eine objektive Reaktion (Schrumpfen des Tumors um mehr als die Hälfte seiner Größe vor der Behandlung). In der zweiten Studie wird ET-743 zum ersten Mal als First-Line-Therapie für Patienten mit fortgeschrittenen Bindegewebssarkomen ohne vorausgehende Chemotherapie eingesetzt. Ähnlich wie bei der ersten Studie zeigten 47 Prozent (acht von 17) der Patienten eine Stabilisierung oder eine objektive Reaktion. An der dritten Studie nehmen Patienten teil, die unter einer bekanntermaßen schwer zu behandelnden Sarkomform leiden, die als gastrointestinaler stromaler Tumor (GIST) bezeichnet wird. Bei den GIST-Patienten ließ sich bisher nur ein wesentlich geringerer Erfolg verzeichnen - eine Stabilisierung fand nur in sechs Prozent der Fälle statt (ein Patient von 18). Die Ergebnisse der Harvard-Gruppe spiegelten sich in einer von der European Organization for Research of Treatment Cancer (EORTC) in Europa durchgeführten Multicenterstudie wider. Die Ergebnisse der EORTC-Studie wurden hier ebenfalls vorgestellt, ebenso erste Ergebnisse anderer Versuche der Phase II, die auf eine mögliche Wirkung von ET-743 bei der Behandlung von metastasierendem Brustkrebs und vorbehandeltem Knochenkrebs hinweisen. Speziell die Sarkome sind eine Indikation, für die es bisher keine wirksamen Lösungen gibt. Die American Cancer Society schätzt, daß in den USA im Jahr 2000 ca. 8100 Bindegewebssarkome diagnostiziert und 4600 Amerikaner daran sterben werden. Ergebnisse zu Aplidine Die Wissenschaftler stellten außerdem die Ergebnisse einer Phase I-Studie zu Aplidine (APL) vor, einer Verbindung, die aus dem im Mittelmeer lebenden Tunikaten Aplidium albicans gewonnen wird. Bei dieser Studie erhielten 25 Patienten mit vorbehandelten soliden Tumoren oder Lymphomen im fortgeschrittenen Stadium unterschiedliche Dosen von APL nach einem Zeitplan, der drei Wochen lang eine 24-stündige Infusion einmal pro Woche gefolgt von einer behandlungsfreien Woche vorsah. Die Studie veranschaulichte die Durchführbarkeit eines sicheren Behandlungsplans, durch den der Arzneistoff in ausreichend hoher Dosierung verabreicht wird. PharmaMar PharmaMar ist das erste biopharmazeutische Unternehmen in Spanien, das sich der Entdeckung und Entwicklung neuartiger antineoplastischer Arzneistoffe aus Meeresorganismen widmet. Das aktuelle Produktportfolio an isolierten Wirkstoffen bei PharmaMar umfaßt Ecteinascidin 743, das sich in Phase II der klinischen Versuche befindet, und Aplidine in Phase I der klinischen Versuche. Darüber hinaus hat die Firma in ihrer Pipeline eine außergewöhnlich große Gruppe an potentiellen Arzneistoffen, deren präklinische Evaluation fast abgeschlossen ist, einschließlich Kahalalide F, Thiocoraline und ES-285. PharmaMar hat seinen Sitz in Madrid in Spanien. Eine Tochtergesellschaft, die PharmaMar USA, befindet sich in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts. PharmaMar ist eine Betriebseinheit von Zeltia, die auf dem spanischen Aktienmarkt gehandelt wird. ots Originaltext: PharmaMar Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen bitte an: Joni Ramirez, Ruder Finn Healthcare (USA) 310-479-9929, ext. 108 ramirezj@ruderfinn.com für PharmaMar Original-Content von: PharmaMar, übermittelt durch news aktuell

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