Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

Die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung, Hamburg, verleiht am Freitag, 19. Mai 2000 den ERNST JUNG-PREIS für MEDIZIN 2000 und die ERNST JUNG-MEDAILLE für MEDIZIN in Gold 2000

Hamburg (ots) - Die diesjährige Feier findet um 15.00 Uhr im Albert-Schäfer-Saal der Handelskammer zu Hamburg statt. Die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung wurde 1967 von dem 1976 verstorbenen Kaufmann, Reeder und Mäzen Ernst Jung gegründet. Der jährlich verliehene Ernst Jung-Preis für Medizin gehört zu den höchstdotierten Medizinpreisen in Europa. Mit ihm werden bahnbrechende medizinische Forschungen ausgezeichnet und weiter gefördert. Die Ernst Jung-Medaille für Medizin in Gold würdigt eine herausragende Lebensleistung im Bereich der Humanmedizin. Sie ist auch im Jahr 2000 mit einem Stipendium in Höhe von DM 60.000,-- ausgestattet. Der Empfänger der Medaille kann den Stipendiaten vorschlagen. Mit der Auszeichnung der Lebensleistung verbindet die Stiftung damit die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Der Ernst Jung-Preis für Medizin in Höhe von DM 400.000,-- geht im Jahr 2000 zu gleichen Teilen von je DM 200.0O0,-- an Herrn Prof. Dr. med. Martin J. Lohse/Julius-Maximilians-Universität Würzburg und Herrn Prof. Dr. med. Peter H. Krammer/Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg. Prof. Dr. med. Martin J. Lohse (*26.08.1956) Vorstand des Institutes für Pharmakologie und Toxikologie Julius-Maximilians-Universität, Würzburg, ist international herausragend auf dem Gebiet der kardiovaskulären Pharmakologie. Er hat wesentlich zur Aufklärung der Mechanismen beigetragen, über die Arzneistoffe mit ihren Reaktionspartnern, den Rezeptoren, an Herz und Gefäßen reagieren und ihre Wirkung auf zellulärer und molekularbiologischer Ebene ausüben. Das gilt auch für die Signaltransduktion, d. h. für die Mechanismen, über die Arzneistoffe ihre Botschaft auf die kontrahierende Zelle übertragen und so z. B. vermitteln, daß sich Zellen stärker oder schwächer kontrahieren. Die Forschungsergebnisse von Professor Lohse sind von großer Bedeutung für die tägliche Beobachtung, daß Arzneistoffe in ihrer Wirkung nachlassen und z.B. bei der Herzinsuffizienz nicht mehr ausreichend wirksam sind, weil Rezeptoren und Signaltransduktion gestört sind. Prof. Dr. med. Peter H. Krammer (*02.04.1946) Forschungsschwerpunkt Tumorimmunologie Abteilung Immungenetik Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg. Seine herausragenden wissenschaftlichen Beiträge befassen sich mit dem programmierten Zelltod (Apoptose), dessen physiologischer Regulation sowie Bedeutung bei der Entstehung zahlreicher Erkrankungen des Menschen. Professor Krammer entdeckte 1989 mit seiner Arbeitsgruppe einen Apoptose-induzierenden Antikörper (anti-APO1), der den Zelltod auslöst. Nachfolgend gelang es ihm, den natürlichen Rezeptor für diesen Antikörper, den Zytokin-Rezeptor CD95, sowie seinen natürlichen Liganden (CD95L) sowie den molekularen Mechanismus zu identifizieren, die dem programmierten Zelltod zugrundeliegen. Das CD95L/CD95 Liganden-Rezeptor System ist von zentraler Bedeutung für die Regulation der Zellbiologie und die Pathogenese vieler immunologischer, infektiöser und tumoröser sowie anderer Erkrankungen des Menschen. Aus seinen Forschungen ergeben sich medizinisch wichtige Ansatzpunkte für die Therapie und Prävention von Krankheiten. Die Ernst Jung-Medallle für Medizin in Gold 2000 erhält Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Gert Riethmüller (*07.05.1934) Vorstand des Institutes für Immunologie, Ludwig-Maximilians-Universität, München. Die Stiftung ehrt Herrn Professor Riethmüller aufgrund seiner wegweisenden Studien auf dem Gebiet der Behandlung der minimal verbleibenden Tumorreste von bösartigen Geschwülsten. Professor Riethmüller ist ein führender Immunologe, der sich frühzeitig mit der Charakterisierung der menschlichen Tumorzellen mit Hilfe monoklonaler Antikörper beschäftigt hat. Er hat damit entscheidend zur Früherkennung von Tumoren und zur Entdeckung von Tumorzellen in Lymphknoten, Blut und Knochenmark beigetragen, Die disseminierten Krebszellen sind ein entscheidender Risikofaktor für den späteren Erkrankungsrückfall. Durch klinische Studien wurde die therapeutische Wirkung einer Antikörpertherapie belegt. Es ist damit ein Paradigmawechsel in der Onkologie eingetreten, das zu neuen Behandlungsmethoden geführt hat. Durch Übertragung des Wissens aus dem Labor der Klinik belegte Professor Riethmüller durch den Beweis des Prinzips ein neues Therapiekonzept. ots Originaltext: Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen: Tel.: 040/ 880 80 51 Fax: 040/ 880 10 71 Original-Content von: Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung, übermittelt durch news aktuell

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