Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V.

Staupe bei Füchsen: Dringend Impfstatus bei Hunden überprüfen

Frankfurt am Main (ots) - In den vergangenen Wochen wurde in den bayerischen Landkreisen Rosenheim und Traunstein bei mehr als 40 verendeten Füchsen Staupe als Todesursache festgestellt. Auch in Mecklenburg-Vorpommern, im Landkreis Parchim nahe Schwerin und Plau am See, konnte die Virusinfektion bei 4 Füchsen nachgewiesen werden. Da Staupe besonders für Hunde gefährlich werden kann, sollten Hundebesitzer unbedingt den Impfstatus ihrer Vierbeiner überprüfen und gegebenenfalls ihre Schützlinge nachimpfen lassen.

Die Staupe, eine für den Menschen ungefährliche Viruserkrankung, ist die wohl bekannteste Infektionskrankheit des Hundes. Sie ist weltweit verbreitet und tritt immer wieder in unterschiedlichen Gebieten bei Wildtieren, insbesondere bei Mardern und Füchsen, auf. Außerhalb eines lebenden Organismus bleibt das Staupevirus nur wenige Tage infektiös. Eine Infektion erfolgt deshalb meist durch direkten Kontakt mit einem erkrankten Tier.

"Im Moment ist zu befürchten, dass sich das Staupevirus weiter verbreitet und die Erkrankung auch in anderen Bundesländern auftritt", warnt der Präsident des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte, Dr. Hans-Joachim Götz. "Da sich Füchse inzwischen auch in Städten aufhalten, sind Hunde nicht nur in ländlichen Gegenden gefährdet, sich bei Kontakt mit einem kranken oder verendeten Fuchs anzustecken." Hinzu kommt, dass die Immunität in der gesamten Hundepopulation gefährlich niedrig ist, sodass sich die Staupe problemlos unter den Hunden ausbreiten kann. Darauf weist der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission Vet., Prof. Dr. Uwe Truyen, hin. Er rät, ungeimpfte Hunde, schnellsten impfen zu lassen. "Es besteht auch die Möglichkeit, Staupevirusantikörper in verschiedenen Testsystemen zu bestimmen. So kann ggf. überprüft werden, ob ein Tier noch über einen ausreichenden Impfschutz verfügt oder eine Wiederholungsimpfung nötig ist", sagt Truyen.

Die Staupe zeigt ein vielgestaltiges Krankheitsbild und führt häufig zum Tod. Nach den Erstsymptomen hohes Fieber, Fressunlust und Mattigkeit entwickeln sich verschiedene Formen, die Lunge, Magen-Darm-Trakt, zentrales Nervensystem oder Haut betreffen und oft ineinander übergehen. Je nach Organ zeigen sich Husten, Atembeschwerden, Erbrechen, Durchfall, Bewegungsstörungen, Lähmungen, Krämpfe, blasiger Hautausschlag und/oder eine übermäßige Verhornung der Sohlenballen und des Nasenspiegels. Dauerhafte Schäden bei Überleben der Krankheit sind Verhaltensstörungen und Epilepsie. Eine Erkrankung im Alter des Zahnwechsels führt zu bleibenden Schäden am Zahnschmelz.

Ansprechpartner für diese Meldung:

Dr. Hans-Joachim Götz
Präsident des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt) e.V.
Tel. 01 71 / 6 82 35 55

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