AstraZeneca

Report "Influenzaschutz für Kinder"
Deutschland braucht einen besseren Impfschutz für alle Kinder und Jugendlichen

Influenza-assoziierte Arbeitsunfähigkeiten und dadurch bedingte indirekte Kosten / Weiterer Text über OTS und www.presseportal.de/pm/18044 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/AstraZeneca"

Wedel (ots) -

- Zwischen 800.000 und 2,15 Millionen Grippe-bedingte Arztbesuche bei
  Klein- und Schulkindern jährlich [1] - Kinder sind die 
  Leidtragenden der Influenza
- Impfquote auf Rekordtief: Nur 4 Prozent der Kinder und 
  Jugendlichen unter 18 Jahren [2] sind geimpft
- Zwischen 4 und 17 Millionen Influenza-assoziierte Fehltage von 
  Berufstätigen belasten die Arbeitgeber jährlich [3]
- Influenzaschutz für Kinder-Report: Experten fordern allgemeine 
  Impfempfehlung für Kinder 

Die gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Folgen der Grippeerkrankung werden weit unterschätzt. So kommt es Grippe-bedingt zu 800.000 bis 3,4 Millionen Arbeitsunfähigkeitsfällen pro Jahr, oftmals weil Eltern ihre kranken Kinder zu Hause betreuen müssen. Denn die Kleinsten sind gesundheitlich am schwersten betroffen von Grippeerkrankungen. Rund 20 bis 30 Prozent [4] von ihnen erkranken jährlich an der Influenza - das sind bis zu 2 Millionen Kinder jedes Jahr. Doch ausgerechnet sie sind am schlechtesten geschützt: Die Impfquoten bei Kindern und Jugendlichen liegen mit rund 4 Prozent [5] auf einem Tiefstand.

Das sind zentrale Erkenntnisse des unabhängigen Reports "Influenzaschutz für Kinder" ("ISK-Report"). In der Publikation beleuchten Experten aus Wissenschaft und Praxis die gesamtgesellschaftliche Perspektive des Grippeschutzes in Deutschland. Initiiert wurde der ISK-Report von AstraZeneca.

"Die Bekämpfung der Grippe ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ersten Ranges. Die Umsetzung einer allgemeinen Impfempfehlung für alle Kinder und Jugendlichen ist eine kostensparende Prävention, die den Grippeschutz der gesamten Gesellschaft verbessert", fasst Dirk Greshake, Geschäftsführer von AstraZeneca Deutschland, die Forderung der Autoren aus dem ISK-Report zusammen.

Die Ergebnisse des Reports im Detail:

Kinder sind am schwersten betroffen von einer Grippewelle Mit Beginn der jährlichen "Grippewelle" leeren sich Kindergärten und Schulen. Denn (Klein-)Kinder erkranken am häufigsten an der "echten Grippe" (Influenza) [6]. Sie können sich gegen Influenzaviren durch ihr "untrainiertes" Immunsystem nur ungenügend schützen. Während einer Grippesaison infizieren sich etwa 20 bis 30 Prozent der Kinder [7].

Zudem erkranken Kinder oft besonders schwer. "Hierzu zählen lebensbedrohliche Entzündungen der Lungen (Pneumonie), des Herzmuskels (Myokarditis) und des Gehirns (Encephalitis)", fasst Prof. Dr. Ulrich Baumann, Geschäftsführender Oberarzt an der Medizinischen Hochschule Hannover, die Grippe-bedingten Komplikationen zusammen. Dies führt zu 800.000 bis 2,15 Millionen Grippe-assoziierten Arztbesuchen bei Klein- und Schulkindern [1]. Vor allem Kleinkinder müssen häufiger in der Klinik behandelt werden und bleiben dann meist bis zu fünf Tage im Krankenhaus [8].

Schwere Krankheitsverläufe betreffen nicht nur Risikokinder mit chronischen Erkrankungen (für die die Grippeimpfung zurzeit empfohlen ist), sondern auch gesunde Kinder. In einer deutschlandweiten Studie von 2005 bis 2008 waren von schweren Influenza-Erkrankungen in 50 Prozent der Fälle gesunde Kinder betroffen [9].

Die Grippeimpfung vermindert das Risiko einer Erkrankung und somit auch mögliche schwere Komplikationen. Die WHO-Expertengruppe für Impfstrategien hat bereits 2012 die Erweiterung der nationalen Impfempfehlungen auf alle Kinder im Alter von 6 bis 59 Monaten empfohlen [10].

Kinder sind das "Feuer der Influenza"

Kinder tragen maßgeblich zur Ausbreitung der Grippe bei. "Die Übertragung der Infektion wird durch das kindliche Sozialverhalten, die mangelnde hygienische Kompetenz in diesem Alter und den Aufenthalt in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen begünstigt", erklärt Prof. Dr. Ulrich Baumann. Kurz: Wo viele Kinder auf engem Raum zusammen sind, wird die Ansteckung untereinander begünstigt. Infizierte Kinder tragen dann das Virus in die Familien. Experten bezeichnen Kinder daher als das "Feuer der Influenza" [11].

Die Impfung ist die beste Möglichkeit, sich und andere gegen die Grippe zu schützen. Denn durch die Impfung wird nicht nur das geimpfte Kind geschützt, auch die Übertragungsraten auf nicht geimpfte Eltern, Großeltern und andere Kontaktpersonen werden verringert. Je mehr Kinder geimpft sind, desto mehr nicht geimpfte Mitmenschen werden geschützt ("Herden-Immunität"). Auch deshalb ist eine generelle Grippeimpfung von Kindern sinnvoll [12].

Jede Grippesaison belastet mit hohen Kosten das Gesundheitssystem Bei jeder Grippewelle verursachen Arztkonsultationen, Medikamente, vor allem aber Krankenhausaufenthalte hohe Kosten. Das Robert Koch-Institut (RKI) bezifferte die Kosten für Grippe-assoziierte, zusätzliche Krankenhausbehandlungen in den vergangenen Jahren mit 2,3 bis 16 Millionen Euro [13].

Hinzu kommen hohe indirekte Kosten durch die Fehltage berufstätiger Eltern, die ihre grippekranken Kinder betreuen müssen. Hochrechnungen ergaben zwischen 4 und 17 Millionen Influenza-assoziierte Fehltage von Berufstätigen [14]. Legt man für die Kosten eines Arbeitsausfalltages einen Verlust an Bruttowertschöpfung von 176 Euro zugrunde [15], errechnet sich bei einem angenommenen Arbeitsausfall von 5 Tagen ein volkswirtschaftlicher Schaden von mindestens 700 Millionen bis 3 Milliarden Euro jährlich [1].

Eine generelle Grippeimpfung für Kinder und die damit verbundene Vermeidung von Erkrankungsfällen und deren Übertragung senkt die gesundheitsökonomische Belastung [16]. "Sie ist aus gesellschaftlicher Perspektive zudem eine kostensparende Präventionsmaßnahme, die effektiv den Grippeschutz in allen Altersgruppen verbessert", fasst Prof. Dr. Wolfgang Greiner, Inhaber des Lehrstuhls für Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement an der Universität Bielefeld, zusammen.

Rahmenbedingungen für eine bedarfsgerechte Impfung müssen geschaffen werden

Obwohl heute für Kinder wirksame und verträgliche Grippeimpfstoffe zur Verfügung stehen, sind nur 4 Prozent der Kinder und Jugendlichen (0 bis 17 Jahre) geimpft [1]. Auch chronisch kranke Kinder und Jugendliche (< 15 Jahre) haben trotz der bestehenden Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) eine Impfquote von etwa 15 Prozent [17].

"Verantwortlich für diese Situation sind die unzureichenden Rahmenbedingungen für eine höhere Impfbereitschaft und die unterschätzte Rolle der Kinder als bedeutendste Überträger des Influenzavirus", betont Prof. Dr. Markus Knuf, Direktor der Klinik für Kinder und Jugendliche, HSK Kliniken.

Die allein am Preis orientierte Ausschreibungspraxis von Grippeimpfstoffen verhindert derzeit eine bedarfsgerechte Influenza-Impfung. Denn für einen wirksamen Impfschutz werden Impfstoffe benötigt, die den immunologischen Besonderheiten der unterschiedlichen Risiko- und Altersgruppen entsprechen [18]. "Ärzte sollten die Möglichkeit haben, den aus ihrer Sicht am besten geeigneten Impfstoff ohne Einschränkung einsetzen zu können. Die Verordnung und der Zugang zum gewählten Impfstoff sollten einfach und ohne administrative Hürden für den impfenden Arzt sein", fordert Prof. Dr. Markus Knuf. Und dass eine generelle Impfempfehlung in Deutschland zu einem Erfolg mit guten Impfquoten führt, zeigt nicht zuletzt die Erfahrung bei anderen Indikationen.

Deutschland braucht einen besseren Grippeimpfschutz für alle Kinder und Jugendlichen. Zu diesem einstimmigen Ergebnis kommen die Experten im ISK-Report. Die Notwendigkeit für eine allgemeine Impfempfehlung belegen sie anhand der aktuellen Faktenlage. Antrieb bleibt ihre persönliche Erfahrung im Alltag. Denn letztendlich geht es immer um die individuelle Gesundheit der Kinder.

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[1] Robert Koch-Institut (Hrsg.). Bericht zur Epidemiologie der 
Influenza in Deutschland Saison 2009/10 bis 2012/13. Robert 
Koch-Institut, Berlin 2010 bis 2013 
[2] IMS Health Vaccine Analyzer 2013 
[3] Robert Koch-Institut (Hrsg.). Bericht zur Epidemiologie der 
Influenza in Deutschland Saison 2012/13. Robert Koch-Institut, Berlin
2013 
[4] WHO Weekly Epidemiological Record 2012; 47: 461-76 
[5] IMS Health Vaccine Analyzer 2013 
[6] Robert Koch-Institut. Infektionsepidemiologisches Jahrbuch für 
2012 Berlin, 2013 
[7] WHO Weekly Epidemiological Record 2012; 47: 461-76 
[8] Robert Koch-Institut (Hrsg.). Bericht zur Epidemiologie der 
Influenza in Deutschland Saison 2012/13. Robert Koch-Institut, Berlin
2013 
[9] Streng A et al. BMC Infect Dis 2011; 11: 233; Cromer D et al. J 
Infect 2013; doi:10.1016/j.jinf.2013.11.013 
[10] WHO position paper. Wkly Epidemiol Rec 2012; 87: 461-76 
[11] Knuf M. Kinderärztliche Praxis 2011; 82. Sonderheft "Influenza";
S. 11 
[12] Pitman RJ et al. Vaccine 2012; 30; 1208-24 
[13] Robert Koch-Institut (Hrsg.). Bericht zur Epidemiologie der 
Influenza in Deutschland Saison 2009/10 bis 2012/13. Robert 
Koch-Institut, Berlin 2010 bis 2013 
[14] Robert Koch-Institut (Hrsg.). Bericht zur Epidemiologie der 
Influenza in Deutschland Saison 2012/13. Robert Koch-Institut, Berlin
2013 
[15] Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. 
http://ots.de/1ZUmb
[16] Nichol K. L.: Cost-effectiveness and socio-economic aspects of 
childhood influenza vaccination, Vaccine 29 (2011) 7554-7558 
[17] Riens B, Mangiapane S, Erhard M, von Stillfried D. 
Versorgungsatlas: Analyse regionaler Unterschiede der 
Influenza-Impfraten in der Impfsaison 2007/2008, 2012 
[18] Wutzler P et al. Deutsches Ärzteblatt Int. 2013; 110: 793-8 

Der ISK-Report ist für Sie unter folgendem Link verfügbar: www.gesundheitverbindet.de/grippeschutz

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Die AstraZeneca GmbH in Wedel/Schleswig-Holstein ist die deutsche Tochtergesellschaft des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens AstraZeneca PLC, London. AstraZeneca gehört mit einem Konzernumsatz von rund 26 Milliarden USD (2013) weltweit zu den führenden Unternehmen der forschenden Arzneimittelindustrie. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt innovative Arzneimittel zur Behandlung von Krankheiten im Bereich Herz-Kreislauf und Diabetes, der Onkologie, der gastrointestinalen- und Atemwegserkrankungen sowie für die Behandlung von Schmerz- und Infektionskrankheiten. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage www.astrazeneca.de.

Bestimmte in dieser Pressemitteilung enthaltene Aussagen, bei denen es sich weder um ausgewiesene finanzielle Ergebnisse noch um andere historische Daten handelt, sind vorausblickender Natur. Es geht dabei insbesondere um Prognosen künftiger Ereignisse, Trends, Pläne oder Ziele. Solche Aussagen sind nicht als absolut gesichert zu betrachten, da sie naturgemäß bekannten und unbekannten Risiken und Unwägbarkeiten unterliegen und durch andere Faktoren beeinflusst werden können, in deren Folge die tatsächlichen Ergebnisse und die Pläne und Ziele AstraZenecas wesentlich von den getroffenen oder implizierten prognostischen Aussagen abweichen können. AstraZeneca verpflichtet sich nicht, diese Aussagen öffentlich zu aktualisieren oder zu revidieren, weder im Lichte neuer Informationen, künftiger Ereignisse noch aus anderen Gründen.

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