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Renate Schmidt: "Mehr Mutterschaftsgeld!"
Erhöhte Absetzbarkeit der Betreuungskosten noch in dieser Legislaturperiode

Hamburg (ots) - Die stellvertretende SPD-Vorsitzende und Vorsitzende des SPD-Familienforums, Renate Schmidt, will sich mit Nachdruck für eine größere Unterstützung junger Familien durch den Staat einsetzen. In einem Interview der Zeitschrift ELTERN spricht sich die Politikerin für eine deutliche Erhöhung des Mutterschaftsgeldes aus. Schmidt: "Ich möchte die Elternzeit, ähnlich wie in Schweden und in Dänemark mit einer Lohnersatzfunktion ausstatten, aber sie deutlich verkürzen; in diesen Ländern dauert sie ein Jahr, so lang sollte sie auch bei uns sein." Die Elternzeit müsse in jedem Fall finanzierbar bleiben. Grundsätzlich habe der Staat aber Rahmenbedingungen zu schaffen, die es ermöglichen, Kinder zu haben und einen anspruchsvollen Beruf. "Wir brauchen Lösungen, die den Bedürfnissen der Kinder, der Mütter und der Väter entsprechen. Das sind nicht mehr die selben Bedürfnisse wie vor 30 Jahren", so Schmidt. Es gehe nicht darum, die Kinder vollständig aus dem Erwerbsleben weg zu organisieren, sondern sie ins Erwerbsleben zu integrieren. "Selbstverständlich brauchen wir viel mehr Krippen und Hortplätze, mehr altersübergreifende Gruppen, in Kindergärten mehr Ganztagsgruppen. Und natürlich brauchen wir auch Ganztagsschulen. Wir sind das einzige Land in Europa, das sich den Luxus leistet, Schulkinder mittags nach Hause zu schicken und damit eine ganze Müttergeneration von der Erwerbstätigkeit abzuhalten. Das ist volkswirtschaftlich unsinnig", sagt Schmidt in ELTERN. Die Familien müssen nach Meinung der SPD-Politikerin finanziell entlastet werden. Renate Schmidt: "Notwendig wäre, dass das Kindergeld ab 2002 schrittweise, nach den finanziellen Möglichkeiten, angepasst wird, bis zu einer Summe, die mindestens dem Steuervorteil aus den Kinderfreibeträgen, das sind derzeit 414 DM im Monat, entspricht." Bis wann das realisiert werden kann, hänge auch von der Konjunktur ab. "Wir können Kindergeld nicht über Schulden finanzieren, weil die ja auch wieder zu Lasten der nächsten Generation gehen würden." In acht bis zehn Jahren könne es zu einer solchen Regelung kommen. "Danach müsste das Kindergeld nur noch um die Inflationsrate angehoben werden." Noch in dieser Legislaturperiode soll die erhöhte Absetzbarkeit der Betreuungskosten beschlossen werden. Schmidt: "Die Betreuungskosten sollen bis zu 3.000 DM jährlich von der Steuer abgesetzt werden können, wenn sie erwerbsbedingt, also einem allein erziehenden Elternteil oder einem beiderseitig berufstätigen Ehepaar entstehen." Mehr Geld in der Familienkasse allein würde aber nicht dazu beitragen, die Lust aufs Kinderkriegen zu forcieren. Schmidt: "Ich will die finanziellen Leistungen nicht klein reden, aber in keinem Land haben sie nachhaltig höhere Geburtenraten bewirkt. Die meisten Kinder werden heute in Skandinavien, vor allem in Island und Norwegen geboren. Dort haben wir die höchste Erwerbsbeteiligung der Frau. Und die haben wir, weil es genügend Betreuungseinrichtungen gibt." ots Originaltext: ELTERN Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Für Rückfragen steht die stellv. ELTERN-Chefredakteurin Marie-Luise Lewicki zur Verfügung, Tel. 089/4152-641. HEINZ KIRCHNER PROMEDIA PR, Falkenried 84, 20251 Hamburg Tel. 040/48065518, Fax 040/465130, eMail H.Kirchner@Promedia-PR.de Original-Content von: Gruner+Jahr, ELTERN, übermittelt durch news aktuell

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