Pucken - ein Trend kehrt zurück Aber tut das Einwickeln dem Baby immer gut? In der aktuellen Ausgabe berichtet die Zeitschrift ELTERN über die Vor- und Nachteile
München (ots) - 15. Juli 2009 - Ganz schön eng sieht es aus, wenn das kleine Stoffpaket vor einem liegt. Kein Wunder, dass das Pucken bei uns lange Zeit in Vergessenheit geraten war - viele Eltern haben schlicht Angst, ihr Baby zu quälen, wenn sie es in seiner (Bewegungs-)Freiheit derart einschränken.
Dabei hat das Pucken eine lange Tradition und gewinnt in letzter Zeit immer mehr Befürworter, berichtet die Zeitschrift ELTERN in der aktuellen Ausgabe (08/2009 ab heute im Handel). Und Studien belegen tatsächlich, dass das Einwickeln für Säuglinge sehr entspannend sein kann: Straff in eine Decke gerollt, die Ärmchen eng am Körper, erleben sie eine Geborgenheit wie im Bauch.
Ingeborg Stadelmann, Hebamme und Autorin, bestätigt in ELTERN: "Kleine Babys empfinden das Pucken als idealen Ersatz für die Begrenzung im Mutterleib. Deshalb empfehle ich Eltern, ihr Kind in den ersten Lebenswochen tagsüber und nachts zu pucken. Vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert war die damals 'Fatschen' genannte Technik übrigens besonders beliebt, daher ist das Jesus-Kind auf vielen Darstellungen als Puck-Kind zu sehen."
Auch Dr. Christine Sonn-Rankl, Klinische Psychologin und Psychoanalytikerin an der Säuglingspsychosomatik des Wiener Wilhelmspitals, hält das Pucken für gut - mit Einschränkungen: "Ob es sinnvoll ist, hängt vom Alter des Kindes und seinen Bedürfnissen ab. Ideal ist es für viele Babys bis zwölf Wochen, außer natürlich, das Kleine fühlt sich gepuckt nicht wohl. Ab drei Monaten stehen Kinder entwicklungspsychologisch bereits auf der nächsten Stufe, nämlich der des Greifens und Erkundens mit den Händen. Da würden sie durchs Pucken nur behindert. Und insgesamt kann es natürlich nie Ersatz für reichlichen Körperkontakt mit den Eltern sein!"
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