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Krankenkassen und Politik lassen die Pflege mit ihrer Forderung "Vorbeugen statt heilen" hängen

    Berlin (ots) - bpa fordert konsequente Umsetzung des
Dekubitus-Standards Das Wort Prävention ist gegenwärtig in aller
Munde, wenn es um die Beschreibung von Zielsetzungen geht. Die
Spitzenverbände der Krankenkassen haben sich hierzu auf ein
Eckpunktepapier verständigt. Insbesondere Kinder und sozial
Benachteiligte sollen durch entsprechende Präventionskampagnen
gezielt angesprochen werden.
    
    Auch die Gesundheitsministerin hat in den letzten Tagen die
Prävention als ein wichtiges Element der nächsten Gesundheitsreform
bezeichnet und der Bundesrat hat einen höheren Stellenwert der
Prävention in der Gesellschaft gefordert.
    
    Trotz dieser Zielsetzungen fehlt es in der Pflege nach wie vor an
einer Regelung zur gezielten Vorbeugung. Noch immer werden Maßnahmen
der Verhinderung von Krankheiten, z. B. von offenen Wunden
(Dekubiti), als Leistungen der häuslichen Krankenpflege verweigert.
Trotz Zusagen der Krankenkassen und des Bundesausschusses Ärzte und
Krankenkassen an das Bundesministerium für Gesundheit (BMG),
Prophylaxemaßnahmen ärztlich verordnen und durch Pflegedienste
erbringen zu lassen, ist bis heute nichts geschehen. Völlig
unverständlich, wenn man einerseits die öffentliche Diskussion um das
Leiden von Pflegebedürftigen mit offenen Wunden verfolgt und
andererseits den volkswirtschaftlichen Nutzen von Vorbeugemaßnahmen
betrachtet. Der Bundesrat geht in seinem Beschluss vom 31. Mai 2002
von Einsparungen im Gesundheitssystem bis zu 30% aus. Auch sämtliche
im Bundestag vertretenen Parteien räumen in ihren Programmen der
Prävention einen hohen Stellenwert ein.
    
    Offensichtlich unbeeindruckt hiervon, hat der Bundesausschuss der
Ärzte und Krankenkassen eine modifizierte Richtlinie der häuslichen
Krankenpflege ohne eine adäquate Regelung zu den Prophylaxen sowie
den Leistungen für psychisch Kranke vorgelegt.
    
    Der bpa fordert das BMG und die Ministerin auf, ernst zu machen
und dafür Sorge zu tragen, dass die Vorbeugung von Krankheiten
endlich Einzug in die Richtlinien zur häuslichen Krankenpflege
erhält. Darüber hinaus möchten wir die Ministerin, wie uns zugesagt,
bestärken, einer überarbeiteten Richtlinie nur zuzustimmen, wenn auch
die spezifischen Leistungen für psychisch Kranke wie auch für Kinder
darin enthalten sind.
    
    Es ist an der Zeit, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen,
damit die Ärzte endlich pflegerische Prophylaxen verordnen können und
Pflegedienste die notwendigen Leistungen erbringen dürfen.
Krankheitsverhinderung muss Vorfahrt vor der Krankenpflege haben.
    
    "Gerade im Bereich der Dekubitusversorgung fordern wir die Politik
und die Kassen auf, dafür Sorge zu tragen, dass der Expertenstandard
Dekubitusprophylaxe in der Pflege im Rahmen der Leistungen der
häuslichen Krankenpflege verordnungsfähig wird", so Bernd Tews,
Geschäftsführer des bpa.
    
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