bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Bittere Erkenntnis: Beim Fachkräftemangel ist ganz Bayern gleich
Pflegerische Versorgung ist gefährdet
bpa fordert praxisnahe Spielräume beim Einsatz von Pflegefachkräften

München (ots) - "Beim Thema Fachkräftemangel in der Pflege ist ganz Bayern wie München. Überall im Land müssen Pflegedienste und -heime in Zukunft hart am Limit arbeiten, um die pflegerische Versorgung aufrechtzuerhalten", sagt der bayerische Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) Kai A. Kasri. Er reagiert damit auf den aktuellen Marktbericht Pflege, demzufolge allein in der Landeshauptstadt München in Kürze mit mehr als 4.200 fehlenden Pflegefachkräften zu rechnen ist. "Der Fachkräftemangel ist unübersehbar, wir müssen jetzt endlich offen über die beschleunigte Anerkennung von ausländischen Ausbildungen und über neue Konzepte des Personaleinsatzes sprechen."

Schon heute müssten Pflegebedürftige und deren Familien auf der Suche nach einem Heimplatz oftmals abgewiesen werden, weil Personal fehlt. Ambulante Dienste könnten neue Kunden nicht aufnehmen, weil sie das dann benötigte Personal nicht finden könnten. "Die Behörden pochen aber auf eine Fachkraftquote, die immer häufiger nicht erfüllt werden kann", kritisiert Kasri und fordert das gemeinsame Nachdenken über praxistaugliche Lösungen. "Die sichere Versorgung von Pflegebedürftigen muss oberste Priorität haben. Mit einem flexibleren und gezielteren Personaleinsatz kann die pflegerische Qualität aber auch bei fortschreitendem Fachkräftemangel gesichert werden", ist Kasri überzeugt.

Alle vorhandenen Pflegeheimplätze in Bayern müssten genutzt werden, um Pflegebedürftigen eine angemessene Versorgung anbieten zu können. "Wer einen Platz in einer stationären Pflegeeinrichtung sucht, hat dafür gute Gründe und braucht schnelle Unterstützung. Mit dem Beharren auf einer nicht fachlich untermauerten Fachkraftquote wird aber ein künstlicher Leerstand geschaffen, den wir uns nicht leisten können", betont der Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle in München, Joachim Görtz.

Die Ergebnisse des Pflegeberichts müssten ein Weckruf sein, endlich den Mangel an Fachkräften in der Pflege anzuerkennen und den Einrichtungen und Diensten Spielräume beim Personaleinsatz anzubieten und die Behörden für die Anerkennung von Ausbildungsabschlüssen mit ausreichend Personal auszustatten, damit diese die Versorgung pflegebedürftiger Menschen sicherstellen könnten.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 1.000 in Bayern) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 275.000 Arbeitsplätze und circa 21.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 21,8 Milliarden Euro.

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Für Rückfragen: Joachim Görtz, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle,
Tel.: 089/890 44 83 20, www.bpa.de

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