bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Pflegepakt im Thüringer Landtag - Appelle schaffen keine Fachkräfte
Geld zählt mehr als gute Worte

Erfurt (ots) - Der Thüringer Landtag berät vom 18. bis 20. Mai 2016 erneut zum Thüringer Pflegepakt. Die Regierungsfraktionen haben dazu einen Antrag eingebracht. Neben Appellen für mehr Werbung und Kampagnen finden sich in dem Antrag auch Empfehlungen gegen die Reform des Pflegeberufegesetzes in der derzeitigen Fassung, was viele ambulante und stationäre Ausbildungsbetriebe ausdrücklich begrüßen. Der Aspekt der besseren Bezahlung ist jedoch nicht in den Antrag eingeflossen. Hier sieht der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) die Ziele des sogenannten Pflegepaktes nicht erfüllt.

"Eine Landesregierung zu bitten, Werbemaßnahmen und Kampagnen für den Pflegeberuf zu unterstützen, ist ehrenwert, aber nicht ausreichend. Mit Werbung allein ändern wir nicht den Mangel an Fachkräften", kritisiert Margit Benkenstein, Vorsitzende des bpa Thüringen, die den Pflegepakt bei seinem wichtigsten Anliegen noch nicht am Ziel sieht: "Im Antrag fehlt die Forderung an die Landesregierung, auf die Pflegekassen und Sozialhilfeträger einzuwirken, höhere Entgelte zu vereinbaren. Denn nur so kann die Schere zwischen den Gehältern in West und Ost geschlossen werden, immerhin bis zu 30 Prozent. Dafür brauchen wir eine konzertierte Aktion."

Der bpa Thüringen begrüßt die ablehnende Haltung gegen das von der Bundesregierung geplante neue Pflegeberufegesetz, bei dem die spezialisierten Ausbildungen zu Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflegekräften zu einer einzigen zusammengefasst werden sollen.

"Wenn sich der Landtag schon mit dem Thema Pflege befasst, hätten wir uns auch gewünscht, dass die Ausbildung in den fast 20 privaten Altenpflegeschulen der in den sechs staatlichen Schulen gleichgestellt wird und das Schulgeld entfällt. So etwas erhöht die Attraktivität, gerade für Nachwuchskräfte", so Benkenstein abschließend.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon mehr als 200 in Thüringen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 275.000 Arbeitsplätze und circa 21.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 21,8 Milliarden Euro.

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Kontakt: Thomas Engemann, bpa-Landesbeauftragter Thüringen, Tel.:
0361/653 86 88, www.bpa.de, www.twitter.com/der_bpa

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