bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Richtungweisender Vorschlag aus Baden-Württemberg
Schwarz-grün in Baden-Württemberg für integrierte Ausbildung

Berlin (ots) - "Es gibt zunehmenden Änderungsbedarf und Widerstand gegen den Entwurf zum Pflegeberufegesetz und immer mehr Rückenwind für den Erhalt eigenständiger Abschlüsse in den einzelnen Pflegebereichen", so fasst bpa Geschäftsführer Bernd Tews Reaktionen aus Bayern und Baden-Württemberg auf den bisherigen Vorschlag der Bundesregierung zur Generalistik zusammen.

Der grün-schwarze Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg begrüßt ein neues Pflegeberufegesetz auf Bundesebene und fordert gleichzeitig "...eine integrative oder modulare Ausbildung ..., bei der eine Spezialisierung am Ende der Ausbildung erfolgt und die hohe Qualifizierung und Professionalisierung in der Pflege erhalten bleibt." Dies sieht grundsätzlich auch die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft so, die in einem Schreiben an die Mitglieder des Gesundheitsausschusses deutlich macht, "... vor dem Hintergrund der praktischen Schwierigkeiten der Sicherstellung der vorgesehenen Pflichteinsätze und der Grundsatzbedenken vieler Berufsangehöriger aus der Altenpflege und der Kinderkrankenpflege sollte die Alternative einer gemeinsamen Ausbildung nach einem modular aufgebauten integrativen Ansatz mit Schwerpunktabschlüssen nochmals diskutiert werden. Sie würde eine stärkere Schwerpunktsetzung in der Ausbildung erlauben, mit der Möglichkeit des Erwerbs weiterer Schwerpunktabschlüsse durch Aufbaumodule." Auch die kommunalen Spitzenverbände aus Baden-Württemberg teilen diese Auffassung offensichtlich.

"Das ist nichts anderes als die Forderung, die Pflegeberufe zu reformieren, einheitliche Ausbildungsinhalte gemeinsam zu vermitteln und eine Schwerpunktbildung mit einem gesonderten Abschluss, wie der bpa sich das auch vorstellen kann. Dieser baden-württembergische Vorschlag ist richtungsweisend und sollte von der Bundesregierung und den Koalitionsfraktionen aufgenommen werden. Das ist die Chance, Gegner und Befürworter wieder an einen Tisch zu bringen. Er ist ein für alle Beteiligten gangbarer Weg. Auch in diesem Modell kann die Finanzierung wie bisher vorgesehen weiterhin über einen Fonds erfolgen und auch die gewollte Akademisierung ist problemlos damit vereinbar. Das ist ein ermutigendes Signal für all diejenigen, die sich für den Erhalt eines eigenständigen Berufsabschlusses im Bereich der Altenpflege einsetzen", so Tews.

Auch von den CSU-Bundestagsabgeordneten Dr. Georg Nüßlein und Erich Irlstorfer war auf verschiedenen Veranstaltungen in Bayern deutliche Skepsis zu vernehmen. Beide sprachen sich tendenziell für den Erhalt eines eigenständigen Altenpflegeabschlusses aus und wiesen auf die Gefahr eines deutlichen Rückgangs der Ausbildungszahlen beim Festhalten am jetzigen Entwurf zur Generalistik hin. Der Bundestagsabgeordnete Erich Irlstorfer hatte auf einer Veranstaltung mit Bundesminister Hermann Gröhe deutlich gemacht, dass das Gesetzesverfahren vor der Sommerpause nicht abgeschlossen werden könne. "All das macht deutlich, dass der Widerstand aus den Reihen der Alten- aber auch der Kinderkrankenpflege langsam Wirkung zeigt und sich immer mehr der vernünftige Gedanke durchsetzt. Gründlichkeit vor Schnelligkeit und Spezialisierung vor Verflachung", so Tews abschließend.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-) stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 275.000 Arbeitsplätze und circa 21.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 21,8 Milliarden Euro.

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