bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Eine Ausbildung zum Handlungsreisenden
bpa zur heutigen Debatte im Deutschen Bundestag zum Pflegeberufsgesetz

Berlin (ots) - Der Deutsche Bundestag hat heute in erster Lesung über das Pflegeberufsgesetz debattiert und damit die parlamentarische Auseinandersetzung über die Generalistik eröffnet. "Jetzt wird es Zeit, dass nicht nur eine breitere Öffentlichkeit über den Inhalt des Gesetzes debattieren kann, sondern auch endlich die Fachleute außerhalb der beiden beteiligten Bundesministerien gehört werden", erklärte bpa Präsident Bernd Meurer.

Nachdem nun erste Eckpunkte für die generalistische Ausbildung vorliegen, sind auch erstmals Fachexperten für die berufliche Bildung außerhalb der "Pflegeszene" in der Lage, die neu konzipierte Ausbildung zu bewerten. Deren Urteil fällt vernichtend aus. Die Berufs- und Ausbildungsexperten der Sozialpartner sind sich einig, dass diese Konzeption scheitern muss. Die BDA, der DGB und Ver.di teilen die Kritik des bpa und vieler Verbände der Altenpflege am Ablauf der Ausbildung. Die Fachleute, die tagtäglich Ausbildung in den Betrieben organisieren und konzipieren, schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. Gelten in anderen Ausbildungsberufen schon Einsätze bei zwei verschiedenen Betrieben, zum Beispiel im Rahmen einer überbetrieblichen Ausbildung, als schwierig, so werden den Auszubildenden im Rahmen der Generalistik sechs bis acht unterschiedliche Betriebe zugemutet.

"Mein Eindruck verstärkt sich immer mehr, dass das eine Konzeption einiger Ideologen ist, aber nichts mit der betrieblichen und beruflichen Praxis zu tun hat. Zudem gab es, für das was jetzt im Gesetz steht, keinen einzigen Praxistest oder Modellversuch, erprobt wurden andere Konzepte. Im Umsetzungseifer der beiden Ministerien sind die Auszubildenden völlig unter die Räder gekommen. Am Ende dieser Ausbildung sind sie erfahrene Handlungsreisende, aber ganz sicher keine fachlich qualifizierten Pflegekräfte", so Bernd Meurer.

"Wir werden im parlamentarischen Beratungsprozess zusammen mit vielen Verbänden und Experten für die berufliche Bildung zahlreiche Schwächen und Ungereimtheiten deutlich machen. Wir setzen darauf, dass wir viele Bundestagsabgeordnete mit unseren Argumenten überzeugen können und wir letztlich gemeinsam zu Änderungen kommen, die die Pflegeausbildung wirklich attraktiver machen", sagte Bernd Meurer abschließend.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 275.000 Arbeitsplätze und circa 21.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 21,8 Milliarden Euro.

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