bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Landtag will Kammer gegen die Pflege durchsetzen
bpa fordert Respekt vor dem ablehnenden Mehrheitsvotum und ehrliche Diskussion über Alternativen

Hannover (ots) - "Dass die Mehrheit der Pflegenden in Niedersachsen keine kostenpflichtige Zwangskammer will, scheint Landtagsmehrheit und Landesregierung nicht zu interessieren. Hier soll gegen den erklärten Willen der Betroffenen ein wirkungsloses politisches Zeichen gesetzt werden." Anlässlich der ersten Landtagsdebatte zum Pflegekammergesetz erneuert der niedersächsische Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) Karsten Neumann seine Kritik am Vorgehen der Landesregierung. "Hier soll ein teures Bürokratiemonster zum Leben erweckt werden, dass der Pflege nichts nützt und die Pflegenden finanziell belastet."

Nachdem die Befragung der Betroffenen nicht das erwünschte Ergebnis gebracht habe, werde der Mehrheitswunsch der Pflegenden nun ignoriert, ärgert sich Neumann. In einer Umfrage der Landesregierung hatte nur eine deutliche Minderheit von 42 Prozent der befragten Pflegekräfte erklärt, dass sie einer Kammer positiv gegenüber stehe.

"Der Pflegeberuf wird mit einer Kammer definitiv nicht aufgewertet", ist sich die stellvertretende bpa-Landesvorsitzende Ricarda Hasch sicher. "Mit den von den Pflegefachkräften selbst zu zahlenden Zwangsbeiträgen und Gebühren für zusätzliche verpflichtende Fortbildungen würde das Arbeitsumfeld viel unattraktiver. Damit erreicht die Landesregierung also das Gegenteil von dem, was sie selbst immer fordert." Hasch hält die Kammer für eine fixe Idee einiger Verbandsvertreter und Politiker, die nun ohne Rücksicht auf die Betroffenen und die Folgen durchgesetzt werden solle. "Es gibt Alternativen, die eine echte Interessenvertretung sind und keine Kosten für die Pflegefachkräfte mit sich bringen, wie z.B. der Landespflegering in Bayern. Solche Modelle, bei denen Verbände aller wichtigen Branchenvertreter an einem Tisch sitzen, wurden bei uns in Niedersachsen nie offen diskutiert," berichtet auch Henning Steinhoff, der Leiter der Landesgeschäftsstelle des bpa in Niedersachsen.

Die Pflegekammer hingegen sei bei wichtigen Verhandlungen zur Pflegevergütung, Löhnen und den Personalschlüsseln gar nicht beteiligt und diene höchstens einer weiteren staatlichen Überwachung der Pflegefachkräfte. Der bpa werde sich dagegen gemeinsam mit vielen betroffenen Pflegefachkräften notfalls vor dem Bundesverfassungsgericht wehren.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen, davon fast 1.200 in Niedersachsen, die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 275.000 Arbeitsplätze und circa 21.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 21,8 Milliarden Euro.

Pressekontakt:

Für Rückfragen und Unterlagen: Henning Steinhoff, Leiter der 
bpa-Landesgeschäftsstelle Niedersachsen, Tel.: 0511/12 35 13 40 oder
0162/13 21 678

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