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Düsseldorf/Berlin (ots) - Eine neue Studie zeigt, warum so viele Ausbildungsverträge zwischen Jugendlichen ...

bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Ministerin Steffens: Bund setzt pflegerische Versorgung in NRW aufs Spiel NRW-Pflegeministerin bekräftigt Kritik am Pflegeberufsgesetz
Pflegedienste und Heime sehen Ausbildung in Gefahr

Düsseldorf (ots) - "Wenn das Pflegeberufsgesetz der Bundesregierung in Kraft tritt, ist die beeindruckende Erfolgsgeschichte der Altenpflegeausbildung in NRW zu Ende." Diese Prognose gab jetzt der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) Christof Beckmann ab. "Die Zusammenlegung der drei bisher eigenständigen Ausbildungen in der Altenpflege, der Kranken- und der Kinderkrankenpflege senkt das fachliche Niveau ab, macht die Beruf unattraktiver und macht es für uns Pflegeunternehmen fast unmöglich, noch Ausbildungsplätze anzubieten."

Auch NRW-Pflegeministerin Barbara Steffens, die als Gastrednerin den bpa-Jahresempfang in Düsseldorf eröffnete, bekräftigte ihre Kritik an den Plänen der Bundesregierung. "Der Bund setzt gerade die gute pflegerische Versorgung in unserem Land aufs Spiel. Hier wird versucht, ein Gesetz ohne Rücksicht auf Verluste durchzupeitschen. Das ist grob fahrlässig. Der Bund muss das Gesetzgebungsverfahren stoppen, denn wir brauchen zuerst eine Risikofolgenabschätzung", forderte die Ministerin.

Der bpa-Landesvorsitzende Beckmann macht eine einfache Rechnung auf: Wenn die Altenpflege-Azubis künftig auch Praktika in vielen neuen Bereichen wie der Kinderkrankenpflege absolvieren müssen, dann sind sie nur noch etwa die Hälfte der bisherigen Zeit im Ausbildungsbetrieb. "In den ambulanten Diensten und den Pflegeheimen lernen die jungen Menschen aber die wichtigen praktischen Seiten des Berufes und können wirklich erfahren, wie sich der spätere Arbeitsalltag darstellt. Unsere mehr als 1.300 Mitgliedsunternehmen in NRW befürchten, dass die Absolventen der Pflegeausbildung künftig alles ein bißchen, aber nicht mehr richtig können." Gleichzeitig stiegen die organisatorischen Anforderungen und die Kosten für ausbildende Pflegeunternehmen.

"Landesregierung und Pflegebranche haben in NRW in den letzten Jahren gemeinsam eine Erfolgsgeschichte geschrieben und die Zahl der Auszubildenden in der Altenpflege fast verdoppelt. Das Pflegeberufsgesetz lässt diesen guten Weg jäh enden, während wir in der Pflege gleichzeitig immer mehr Fachkräfte benötigen", so Beckmann.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 1.300 in Nordrhein-Westfalen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 275.000 Arbeitsplätze und circa 21.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 21,8 Milliarden Euro.

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