bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

"Den Jobmotor Pflege nachtanken" - bpa fordert nach aktuellem Landespflegebericht schnelle Verbesserung der Aus- und Weiterbildungsstrukturen

Berlin (ots) - "Damit der Jobmotor Pflege nicht ins Stottern gerät, muss die Landesregierung dringend nachtanken und ihren aktuellen Erkenntnissen echte Taten folgen lassen." So kommentiert der schleswig-holsteinische Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa), Mathias Steinbuck, den jetzt vorgelegten Landespflegebericht. "Der Bericht zeigt deutlich, welche guten beruflichen Chancen in der Pflege vorhanden sind. Nun muss die Landesregierung aber beweisen, dass die angestrebte Verbesserung der Rahmenbedingungen kein reines Lippenbekenntnis ist."

Angesichts einer steigenden Zahl älterer und pflegebedürftiger Menschen könnten überall im Land wohnortnah neue Stellen in privaten Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten entstehen. Oft würden die Arbeitgeber bei ihren Bemühungen um zusätzliche Fachkräfte aber alleingelassen. "Wenn beispielsweise Pflegehelferinnen und Pflegehelfer zu Altenpflegefachkräften weitergebildet werden, wird dies nicht angemessen berücksichtigt. Das macht es für die Arbeitgeber schwer, ihren Mitarbeitern solche Chancen zu eröffnen." Hier könne das Land mit klärenden Verordnungen schnell und unkompliziert aktiv werden, um angehenden Pflegefachkräften und den Unternehmen Wertschätzung zu signalisieren.

Wertschätzung für die engagierten Unternehmen in der Pflege bedeute aber auch, die geplante Infrastrukturplanung nicht dazu zu missbrauchen, durch eine regionale Bedarfssteuerung Pflegeangebote nach Kassenlage zu gestalten. "Pflegebedürftige und deren Angehörige müssen eine echte Wahl zwischen ambulanter und stationärer Versorgung haben. Wenn es bei einigen Pflegeheimen freie Kapazitäten gibt, ist das vor allem ein Zeichen für ein breites Angebot, das von den Betroffenen nach Bedarf genutzt wird." Unbelegte Pflegeplätze verursachten keine Kosten für die öffentliche Hand, stünden aber im Bedarfsfall zur Verfügung, so Steinbuck. Infrastrukturplanung dürfe nicht bedeuten, dass heute Strukturen zerstört werden, die in den nächsten Jahren dringend gebraucht werden.

"Die von der Ministerin geplante Vernetzung und Verzahnung differenzierter und unterschiedlicher Angebote ist richtig. Sie muss aber immer das Ziel haben, den pflegebedürftigen Menschen und ihren Familien eine breite Angebotspalette unterschiedlicher Unterstützungsformen zu bieten", fordert der bpa-Landesvorsitzende.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon fast 500 in Schleswig-Holstein) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 275.000 Arbeitsplätze und circa 21.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 21,8 Milliarden Euro.

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