bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Wer den Altenpflegeberuf nicht rettet, trägt Verantwortung
Ausbildende private Pflegeeinrichtungen warnen vor verschärftem Fachkräftemangel in Rheinland-Pfalz

Mainz (ots) - "Wenn die Ausbildung in der Altenpflege unattraktiver wird, verstärkt sich der Fachkräftemangel." Der rheinland-pfälzische Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), Bernd Meurer, warnt vor den Folgen einer generalistischen Pflegeausbildung. Mit der geplanten Zusammenlegung der Ausbildungsgänge von Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflegekräften würde der eigenständige Altenpflegeberuf faktisch abgeschafft.

"Immer mehr ältere Menschen in Rheinland-Pfalz brauchen Pflege und Betreuung von spezialisierten Fachkräften; trotzdem sollen drei Ausbildungsgänge verschmolzen werden, deren Inhalte nur zu 40 Prozent übereinstimmen." Den entsprechenden Plänen der Bundesregierung trete die Landesregierung nicht entgegen und müsse deshalb die Verantwortung für einen verschärften Fachkräftemangel und eine gefährdete pflegerische Versorgung in der Zukunft übernehmen, so Meurer.

"Altenpflege und Krankenpflege sind zwei paar Schuhe", sagt auch der Betreiber der privaten Pflegeeinrichtung Villa Sonnenmond in Neustadt im Westerwald, Helmut Becher. In seinem Haus werden derzeit insgesamt 13 Altenpflegefachkräfte ausgebildet, erst vor wenigen Wochen haben die diesjährigen neuen Azubis ihre Ausbildung begonnen. "Wenn die Ausbildung durch ein unklares Berufsbild unattraktiver wird, dann wird es hier in der Region schwierig, die Stellen zu besetzen", so Becher.

Besondere Sorge machen dem Pflegeunternehmer auch die künftig höheren schulischen Zugangsvoraussetzungen für die Pflegeausbildung. "Wenn Hauptschüler diesen Beruf nicht mehr ergreifen können, dann werden viele interessierte und geeignete junge Menschen von der Ausbildung ausgeschlossen", so Becher. Das könne sich Rheinland-Pfalz angesichts der steigenden Zahlen von Pflegebedürftigen aber nicht leisten. Der bpa und seine mehr als 450 Mitgliedsunternehmen aus der ambulanten und stationären Altenpflege haben die Landtags- und Bundestagsabgeordneten bereits aufgefordert, sich für den Erhalt der eigenständigen Altenpflegeausbildung starkzumachen.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 450 in Rheinland-Pfalz) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 275.000 Arbeitsplätze und circa 21.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 21,8 Milliarden Euro.

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