bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Pflegereform richtet sich gegen die Pflegeheime!
bpa-Präsident Meurer zum PSG II: Heimbewohner werden systematisch schlechter gestellt

Berlin (ots) - "Finanziell werden Heimbewohner systematisch schlechter gestellt als alle anderen pflegebedürftigen Menschen", sagt Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa). "Bester Beweis dafür ist, dass mittlerweile wieder jeder dritte Heimbewohner auf die Unterstützung der Sozialhilfe angewiesen ist." Der bpa-Präsident ruft in Erinnerung: "Es war das Versprechen der Pflegeversicherung, dass pflegebedürftige Menschen so unterstützt werden, dass sie nicht aufgrund von Pflegebedürftigkeit zum Sozialfall werden."

Meurers Vorwurf an die Politik: "Es wird weiterhin zu Lasten der Heimbewohner gespart. So zahlen diese selbstverständlich Krankenkassenbeiträge, müssen aber im Pflegeheim die Kosten für die medizinische Behandlungspflege und für zahlreiche Hilfsmittel aus eigener Tasche zahlen. Bei allen anderen pflegebedürftigen Menschen zahlt selbstverständlich die Krankenkasse. Heimbewohnern werden damit jeden Monat 200 bis 300 Euro aufgehalst."

"Damit nicht genug", so Meurer, "künftig sollen auch Strafbeträge eingeführt werden. Diese sollen immer dann gelten, wenn ein pflegebedürftiger Mensch sich für ein Pflegeheim entscheidet, der Medizinische Dienst der Krankenkasse aber befindet, dass eine ambulante Versorgung auch möglich sei. Dem betroffenen Versicherten soll dann eine 20-prozentige Kürzung der Leistung der Pflegeversicherung als Entscheidungshilfe auf den Weg gegeben werden", so der bpa-Präsident. "Dieser an zwei Stellen im Gesetz vorgesehene Strafbetrag belastet Heimbewohner direkt und zusätzlich." Mit höheren Zuzahlungen und Strafbeträgen solle gezielt Einfluss genommen werden, die Unterstützung im Pflegeheim noch später als heute in Anspruch zu nehmen, auch wenn die sichere Versorgung häufig durchaus früher sinnvoll wäre. "Den pflegebedürftigen Menschen wird damit bevormundend vorgeschrieben, was für sie gut und was für sie weniger gut sein soll. Den Pflegeheimen wird die Aufgabe der Versorgung in der letzten Phase des Lebens und der Betreuung schwerstdementiell erkrankter Menschen zugeschrieben. Dabei ist nicht vorgesehen, dass mit der kommenden Pflegereform konkrete Verbesserungen im Pflegeheim möglich werden."

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) bildet mit mehr als 8.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 260.000 Arbeitsplätze und circa 20.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 20,6 Milliarden Euro.

Pressekontakt:

Rückfragen: Herbert Mauel, Bernd Tews, bpa-Geschäftsführer, Tel.:
030/30 87 88 60, www.bpa.de

Original-Content von: bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Das könnte Sie auch interessieren: