bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Häusliche Krankenpflege: Bundesausschuss überdenkt Richtlinien / Erhebliche Probleme in der häuslichen Kinderkrankenpflege
Heute Anhörung im Bundestag

    Hamburg (ots) - Seit Monaten laufen Eltern kranker und
pflegebedürftiger Kinder Sturm gegen die Richtlinien häuslicher
Krankenpflege. Hintergrund ist die in vielen Fällen drastisch
eingeschränkte Versorgung ihrer Kinder mit Katheter. Durch die
Richtlinien häuslicher Krankenpflege darf der Arzt das Legen eines
Einmalkatheters nicht mehr als häusliche Krankenpflege verordnen.
Insbesondere für Kinder mit Behinderungen, die auch die
Blasenfunktion betreffen, ergeben sich durch diese Regelung
erhebliche Probleme. Brisant wird es für die Eltern immer dann, wenn
diese Kinder - wie andere auch - eine Schule oder einen Kindergarten
besuchen. Vor den Richtlinien war die dortige Versorgung durch
spezielle Kinderkrankenpflegedienste problemlos.
    
    Vor dem Hintergrund der Proteste von Eltern und Fachpflegediensten
hat auch die Politik reagiert. Zum einen hat die
Bundestagsabgeordnete Dr. Irmgard Schwaetzer (FDP) dazu eine Anfrage
an die Bundesregierung gestellt und zum anderen findet aufgrund eines
Antrags der CDU/CSU-Fraktion zur medizinischen Versorgung von Kindern
heute eine Anhörung des Bundestages statt.
      
    Die Anfrage von Dr. Schwaetzer bezieht sich auf die Situation von
Kindern mit den Erkrankungen Spina bifida und neurogener
Blasenentleerungsstörung. Die Staatssekretärin im
Bundesgesundheitsministerium (BMG), Gudrun Schaich-Walch, hat
erklärt, dass zur Zeit auf der Fachebene Überlegungen angestellt
werden, die Lage für die betroffenen Eltern und Kinder zu verbessern.
Außerdem hat auf Anregung der Bundesregierung der Bundesausschuss
Ärzte/ Krankenkassen als Verantwortlicher für die Richtlinien die
Beratung zur Versorgung mit Einmalkathetern durch
Krankenpflegedienste erneut aufgenommen.
    
    In die gleiche Richtung zielt auch der Antrag der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Er beklagt die mangelnde Berücksichtigung
von Kindern in den Richtlinien zur häuslichen Krankenpflege und hebt
die dadurch entstandene Unterversorgung hervor. Die Unionsfraktion
fordert deshalb, dass die Richtlinien komplett überarbeitet werden
müssen.
      
    Bernd Tews, Geschäftsführer des bpa:
    
    "Wir begrüßen die Initiativen! Bereits im Vorwege haben wir auf
die drohenden Probleme durch die Richtlinien aufmerksam gemacht.
Jetzt hat sich gezeigt, dass insbesondere auch Kinder die
Leidtragenden sind. Es ist erfreulich, dass der Bundesausschuss diese
Problematik erneut aufgreift und offensichtlich überdenkt. Eine
Neuregelung ist unbedingt erforderlich, wie die Probleme zeigen. Das
BMG bleibt aufgefordert, im Interesse der Patientenorientierung
darauf hinzuwirken, dass der Bundesausschuss die Richtlinien
vollständig überarbeitet. Denn auch die fehlenden Leistungen für
chronisch oder psychisch Kranke sowie prophylaxebedürftige Patienten
verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf."
    
ots Originaltext: Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste
e.V.
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Für Rückfragen:
Bernd Tews,
Telefon 040 - 25 17 81 53.

Pressekontakt:
Uwe Hellbusch, Neu-Isenburg
Tel.: (0 61 02) 78 62 37

Veröffentlichung frei. Beleg erbeten.

Original-Content von: bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Das könnte Sie auch interessieren: