bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Qualifizierung und Zuwanderung - Wir brauchen beides!
bpa: Alle Möglichkeiten nutzen, um dem Fachkräftemangel entgegen zu treten

Berlin (ots) - Die Diskussion um den Fachkräftemangel hat sich fortgesetzt. Während die FDP dem Mangel durch Zuwanderung begegnen will, äußern sich der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA) Frank-Jürgen Weise sowie der CSU-Vorsitzende und Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer zurückhaltend. Zunächst solle das im Land vorhandene Potential genutzt werden.

"Wir brauchen beides - Qualifizierung und Zuwanderung", sagt hingegen Bernd Meurer. Der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) erinnert daran, dass in der Pflege bereits heute ein großer Fachkräftemangel herrscht. Vielerorts könnten in Altenheimen und bei ambulanten Pflegediensten freie Stellen nicht mehr besetzt werden. "Der Arbeitsmarkt für Pflegefachkräfte ist bereits heute wie leergefegt. Wir haben hier Vollbeschäftigung."

Leider werde bei der Qualifizierung geeigneter Arbeitsloser viel zu wenig getan. Eine Umschulung zu Fachkräften werde nur unzureichend gefördert. "Jetzt soll auch noch die Förderung des 3. Umschulungsjahres abgeschafft werden. Ein verheerendes Signal mit dramatischen Folgen!", so der bpa-Präsident.

Um dem Fachkräftemangel in der Pflege zu begegnen, müssten vielmehr alle Möglichkeiten genutzt werden. Meurer forderte die Politik auf, unverzüglich für bessere Rahmenbedingungen zu sorgen. "Wir brauchen mehr Auszubildende, die Länder müssen die Finanzierung der Schulplätze sicherstellen, wir brauchen eine angemessene Entlohnung und Refinanzierung der Auszubildenden. Wir brauchen deutlich mehr Umschulung, anstatt Kürzungen mit der Folge von noch weniger Auszubildenden."

Berufsbegleitende Qualifizierungsmaßnahmen zu Fachkräften seien ebenso erforderlich wie die Anpassungsqualifizierung arbeitsuchender pflegenaher Berufsgruppen durch die Bundesanstalt für Arbeit.

Mit Blick auf den Fachkräftemangel in der Pflege mahnt Bernd Meurer. "Wir werden unseren Bedarf an Fachkräften und Mitarbeitern nicht nur mit deutschen Mitarbeiter/innen decken können." Das würde bedeuten, dass in zehn Jahren jeder dritte Schulabgänger in die Pflege geht. Das sei unrealistisch. Es werde auch nicht ausreichen, allein die Attraktivität der Arbeitsplätze zu steigern. Der Anteil der jungen Menschen in der deutschen Bevölkerung gehe zurück. Meurer wiederholte seine Forderung nach einer Green Card für Pflegekräfte aus Nicht-EU-Staaten. "Wer glaubt, dass er den eklatanten Fachkräftemangel, der sich heute schon abzeichnet, allein mit deutschen oder europäischen Pflegekräften lösen kann, der irrt."

"Im Ausland erworbene Berufserfahrung und Berufsabschlüsse müssen unbürokratisch anerkannt werden und die Definition von Fachkraft muss angepasst werden", so Meurer abschließend.

Für Rückfragen:

Herbert Mauel, Bernd Tews, 030 / 30 87 88 60.

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