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Problemfall Prophylaxen: Bundesregierung muss aktiv werden
bpa: Krankenschwestern sollen Vorbeugemaßnahmen anordnen können

    Hamburg (ots) -
    
    Kleine Anfrage der CDU/CSU bestätigt dringenden Handlungsbedarf /
Wie werden zukünftig Dekubitus-Prophylaxen erbracht? / bpa:
Schwesternanordnung wie in Schweden sichert qualitative Versorgung
der Versicherten
        
    Am 14. Juli 2000 haben die Krankenkassen die
Bundesrahmenempfehlung zur häuslichen Krankenpflege platzen lassen.
Heute liegt die Antwort der Bundesregierung zur Kleinen Anfrage der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion bezüglich der Richtlinien zur Verordnung
häuslicher Krankenpflege vor. Diese Antwort verdeutlicht noch einmal,
wie dringend erforderlich eine Intervention seitens der
Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer ist, damit betroffene
Patienten die erforderlichen Vorbeugemaßnahmen (Prophylaxen) erhalten
können. Insbesondere zur Vermeidung von Druckgeschwüren (Dekubitus)
ist jetzt dringender Handlungsbedarf gegeben.
    
    In Bayern z.B. waren bisher Maßnahmen, die verhindern, dass
Patienten sich wund liegen, verordnungsfähig. Diese
Dekubitusprophylaxen dürfen jetzt - auf Grund der seit 14. Mai 2000
gültigen und von Andrea Fischer gebilligten Richtlinien zur
Verordnung häuslicher Krankenpflege - nicht mehr von Ärzten verordnet
werden. Die Bundesgesundheitsministerin hatte deshalb gefordert, in
der Bundesrahmenempfehlung eine Regelung zu den Prophylaxen
aufzunehmen. Von diesem Stand ist auch die Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
ausgegangen. Da die Bundesrahmenempfehlung aber gescheitert ist, muss
jetzt seitens der Regierung gehandelt werden.
    
    Vorschlag des bpa
    Ärzte dürfen (Dekubitus-)Prophylaxen nicht mehr verordnen.
Deswegen setzt sich der bpa mit den anderen Bundesverbänden der
Pflegedienste dafür ein, dass zukünftig nicht der Arzt den Umfang und
Inhalt hinsichtlich dieser Leistungen definiert, sondern die
Pflegefachkraft. Damit wäre es in Deutschland erstmals möglich, eine
sogenannte "Pflegeverordnung" durch Pflegefachkräfte zu Lasten der
Krankenkassen auszustellen. Auch die Bundesärztekammer hat betont,
dass das Erkennen von Prophylaxenbedarf und das Aufstellen eines
entsprechenden Pflegeplans eine Aufgabe der qualifizierten
Pflegekraft ist. Auch das BMG sieht Handlungsbedarf, wenn es die
Verbände auf Bundesebene aufforderte, in der Bundesrahmenempfehlung
eine entsprechende Regelung zu treffen.
    
    Auch wenn die Prophylaxen sowie die übrigen Leistungen der
Grundpflege weiterhin der ärztlichen Verordnung unterliegen - weil
dieses gesetzlich so gefordert wird - steht einer konkretisierenden
Pflegeverordnung über Art, Umfang und Dauer der vom Pflegedienst zu
erbringenden pflegerischen Prophylaxen, Maßnahmen des Lagerns und
Hilfen bei der Mobilität mit der Auswirkung einer Kostenverpflichtung
für die Kassen nichts entgegen. Damit würde die Pflege in Deutschland
der in anderen Ländern (z.B. Schweden) bereits gängigen Möglichkeit
der Ausstellung von Pflegeverordnungen endlich folgen.
    
    Bernd Tews, Geschäftsführer des bpa, stellt dazu fest: "Andrea
Fischer muss jetzt handeln! Durch die geplatzte
Bundesrahmenempfehlung sind die Zusagen der Krankenkassen gegenüber
der Ministerin bezüglich einer Regelung zu den Prophylaxen nicht
eingehalten worden. Eine Intervention muss im Interesse der
schutzbedürftigen Patienten erfolgen, die der Prophylaxen bedürfen,
damit eine Verschlimmerung verhindert wird. Die
Bundesgesundheitsministerin hat erst kürzlich wieder betont, dass
Pflegende in der Bundesrepublik nicht den Stellenwert haben, den sie
verdienen. Andrea Fischer kann jetzt aktiv ihren Beitrag dazu
leisten, diese Situation zu verändern, und Pflegeverordnungen durch
Pflegefachkräfte ermöglichen. Damit würde ein nachhaltiger Beitrag
zur Stärkung der Position der Pflegeberufe in Deutschland geleistet
werden, den die Ministerin selbst als unabdingbar bezeichnet hat."
    
ots Originaltext: bpa
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de


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