Vier Pfoten - Stiftung für Tierschutz

Tiere sind keine Fernsehstars
VIER PFOTEN fordert: RTL Sendung "Supertalent" muss auf Tiernummern verzichten

Hamburg (ots) - Die Presseankündigungen lassen Schlimmstes vermuten. In der ab morgen ausgestrahlten neuen Staffel der RTL Show "Das Supertalent" treten nach Medienberichten diverse Kandidaten mit Tierdressuren an. Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN fordert RTL und die Produktionsfirma GRUNDY Light Entertainment GmbH auf, insbesondere auf den Einsatz von Wildtieren zu verzichten. "Tiere zu Unterhaltungszwecke zu missbrauchen lässt kein großes menschliches Talent erkennen und sollte der Vergangenheit angehören", stellt VIER PFOTEN Geschäftsführerin Johanna Stadler klar.

Der Sender wirbt auf seiner Webseite mit einem rutschenden Schwein, einem rechnenden Hund, Mäusen auf dem Hochseil, Kaninchen-Weitsprung, einem tanzenden Elefanten und akrobatischen Hühner. In weiteren Berichten ist auch von dem Auftritt eines österreichischen Tiertrainers die Rede, der eine Nummer mit einem Steinadler präsentiert. Stadler erklärt: "Die Fülle an Tiernummern ist erschreckend.

Wissen und Verständnis für die enormen Fähigkeiten jeder Tierart lassen sich nicht in einer Studiosituation vermitteln, hier werden Tiere einfach nur vorgeführt."

Bei Arten wie Adler oder Elefant kommt hinzu, dass sie als Wildtiere ganz spezielle Bedürfnisse haben, auf die bei TV Produktionen keine Rücksicht genommen werden kann. Die "Kunststücke", die diese Tiere in Shows zeigen müssen, basieren immer auf fragwürdigen Dressurmethoden, die eine Dominanz des Trainers über die Tiere erfordert. Ein für Vogelschauen oder die Jagd eingesetzter Greifvogel wird beispielsweise auf seine Trainer fixiert, indem er in einen ausgeprägten Hungerzustand und somit extremen Konditionsmangel versetzt wird. Bedrohte Arten wie Elefanten leiden in der Showbranche unter permanentem Platzmangel, ständigen Transporten und unnatürlichen Darbietungen. Aber auch domestizierte Tiere wie Schweine und Kaninchen sind äußerst empfindlich und stressanfällig - also in einem Fernsehstudio völlig fehl am Platze.

VIER PFOTEN fordert RTL auf, endlich auf ein zeitgemäßes Sendekonzept zu setzen und nur menschlichen Begabungen eine Plattform zu bieten. "Ein Einsatz von Tieren lässt eigene Talentfreiheit vermuten, Dieter Bohlen und Co sollten sich zukünftig nur von menschlichen Akteuren begeistern lassen", sagt Stadler abschließend.

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