Syrien: SOS-Kinderdörfer verstärken Nothilfe für Familien
Millionen bei Wintereinbruch auf der Flucht

München/Damaskus (ots) - Der Bürgerkrieg in Syrien treibt immer mehr Menschen in die Flucht. Der Wintereinbruch verschlimmert die Lage der Vertriebenen noch weiter. Die SOS-Kinderdörfer in Syrien verstärken ihre Nothilfe, um Kindern und Familien beizustehen.

In dem seit 20 Monaten tobenden Bürgerkrieg gerät die Zivilbevölkerung immer weiter zwischen die Fronten. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass zu Beginn des neuen Jahres etwa vier Millionen Menschen in Syrien auf Hilfe angewiesen sein werden. Etwa die Hälfte davon sind Kinder. Viele müssen unter dramatischen Umständen aus ihren Heimatorten fliehen. Familien werden im Chaos getrennt, ziehen von einer Bleibe zur anderen oder drängen sich in überfüllten Notquartieren. Die Kälte im Winter verschlimmert die Notlage der Obdachlosen. "Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sind in Syrien unzählige Familien auf der Flucht", erklärt Wilfried Vyslozil, Vorstand der SOS-Kinderdörfer weltweit. "Vor allem die Kinder leiden schrecklich. Wir müssen jetzt handeln, um sie durch den Winter zu bringen."

Im August 2012 hatten die SOS-Kinderdörfer in Syrien ein Nothilfeprogramm gestartet, um Familien in den Notquartieren, insgesamt rund 4000 Kinder und Erwachsene, mit dringend benötigten Hilfsgütern zu versorgen. In den kommenden Monaten werden die SOS-Kinderdörfer ihre Nothilfe für Flüchtlingsfamilien ausbauen. Die Hilfsaktionen sollen bis zu 10.000 Menschen zusätzlich erreichen. Einsatzgebiete werden Damaskus und Umgebung, Aleppo und angrenzende Gebiete sowie Homs oder Latakia sein.

Die SOS-Nothilfe wird Familien mit Lebensmitteln, Matratzen, Hygieneartikel, Medikamenten und Kleidung versorgen. In Flüchtlingscamps werden SOS-Mitarbeiter bei der Einrichtung von Kinderzentren mitwirken, um traumatisierte Kinder psychologisch zu betreuen. Damit Flüchtlingskinder wieder einen geregelten Unterricht besuchen können, werden die SOS-Kindedörfer Familien außerdem bei Schulgebühren unterstützen und Schulmaterial verteilen.

Basis der SOS-Nothilfe sind die SOS-Einrichtungen im Land. In Syrien gibt es zwei SOS-Kinderdörfer. Wegen schwerer Kämpfe in der Nachbarschaft wurde das SOS-Kinderdorf bei Damaskus bereits einmal evakuiert. Nachdem sich die Lage stabilisiert hatte, konnten die Kinder zurückkehren. Dort finden jetzt auch alle Familien aus dem zweiten syrischen SOS-Kinderdorf aus der umkämpften Stadt Aleppo Zuflucht.

Bei Rückfragen:

Louay Yassin
Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.
Tel.: 089/179 14-259
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