SOS-Kinderdörfer weltweit

Mutter und zwei Kinder sterben bei Granatenangriff auf das SOS-Kinderdorf Mogadischu

Mogadischu/München (ots) - Gestern Mittag schlugen schwere Granaten im SOS-Kinderdorf Mogadischu/Somalia ein. Zwei Stunden lang fielen die Geschosse ins Kinderdorf. Die Frau eines Krankenpflegers der SOS-Klinik und zwei ihrer Kinder wurden dabei getötet.

Während des Bombardements wollte Mohammed Ahmed Abdi - seit 16 Jahren Krankenpfleger in der SOS-Klinik - mit seiner Frau und seinen fünf Kindern fliehen. Dabei wurden sie von einer explodierenden Granate getroffen. Mohammed Abdis Frau und zwei seiner Kinder wurden getötet. Eines der Opfer machte gerade eine Krankenpflege-Ausbildung in der SOS-Klinik und das zweite Kind, ein 10-jähriger Junge, besuchte die Hermann-Gmeiner-Schule. Abdis weitere drei Kinder sind noch im Krankenhaus.

Nach dem Angriff besetzten somalische und äthiopische Truppen das SOS-Kinderdorf. Die Soldaten durchsuchten die Häuser nach Waffen und flüchtigen Rebellen. Sie besetzten die Nacht über das Kinderdorf und die SOS-Klinik, durchsuchten jedes Gebäude, verursachten jedoch keine Schäden.

"Wir sind sehr betroffen und traurig", sagt Georg Willeit, Geschäftsführer der SOS-Kinderdörfer weltweit. "Der Schmerz unseres Mitarbeiters Mohammed Ahmed Abdi ist unvorstellbar. Wir können nicht genug Respekt vor den Menschen haben, die trotz größter Gefahren den Kindern in Somalia beistehen."

Alle SOS-Kinder, Mütter und Mitarbeiter wurden vor zwei Wochen aus dem Kinderdorf evakuiert, nachdem ähnlich starke Bombardements eine Mitarbeiterin getötet und eine SOS-Mutter schwer verletzt hatten. Die Kinderdorf-Familien sind alle in relativ sicheren Stadtgebieten von Mogadischu untergebracht. Zum ersten Mal seit der Eröffnung 1985 wurde das SOS-Kinderdorf Mogadischu von Soldaten besetzt.

SOS-Kinderdorf-Präsident Helmut Kutin ist zutiefst betroffen von den jüngsten Entwicklungen in Mogadischu: "Seit mehr als zwanzig Jahren sind wir dort im Einsatz. Gerade in der momentanen Lage der Bevölkerung und angesichts einer Million Flüchtlinge wäre es ein großer humanitärer Verlust, sollten wir unsere Sozialeinrichtungen schließen müssen. Das würde sowohl für die Zukunft der Kinder von Mogadischu als auch für die medizinische Versorgung von tausenden Menschen ein schwerer Rückschlag sein. Wir appellieren eindringlich an die Konfliktparteien, die Waffengewalt zu beenden und dafür Sorge zu tragen, dass die Zivilbevölkerung geschützt wird und die Sicherheit humanitärer Einsätze gewährleistet ist."

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