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Antibiotika: Versteckte Gefahren für Frauen? Antibiotikaverordnung bei Frauen erfordert besondere Sorgfalt

    München (ots) - Nach dem Urlaub litt Andrea K. unter Schmerzen beim Wasserlassen. Der Hausarzt stellte eine Harnwegsinfektion fest, die er erfolgreich mit Antibiotika behandelte. Kurze Zeit später hatte Frau K. einen Routinetermin bei ihrem Frauenarzt. Das unangenehme Ergebnis der Untersuchung: Es war zu einer Hefepilzinfektion in ihrer Scheide gekommen, die dringend behandelt werden musste.

    Solche Fälle ereignen sich in Deutschland womöglich viel häufiger als die meisten Frauen und auch viele Ärzte vermuten würden. Den Grund dafür nannte Prof. Dr. med. U. Hoyme aus Erfurt bei einer Presseveranstaltung während des 53. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtsheilkunde (DGGG) im Juni in München: Viele Antibiotika töten nicht nur die Keime ab, die für die Infektion verantwortlich sind, sondern sie schädigen auch "nützliche" Bakterien, die natürlicherweise im Menschen leben. Für Frauen besonders wichtig sind die in der Scheide lebenden sogenannten Milchsäurebakterien, denn sie verhindern dort die Invasion von Hefepilzen. Der Arzt sollte diesen Umstand stärker beachten und bei Frauen möglichst Antibiotika verordnen, die die Milchsäurebakterien nicht schädigen. In dieser Hinsicht geeignet sind nach Meinung von Experten beispielsweise bestimmte Antibiotika aus der Gruppe der sogenannten neueren Cephalosporine, wie z.B. der Wirkstoff Ceftibuten (Keimax(r)).

    Weiterhin muss bedacht werden, dass manche Antibiotika die Wirkung der Pille beeinträchtigen können. Daher als Tipp: Informieren Sie Ihren Arzt darüber, wenn Sie die Pille oder andere Medikamente einnehmen. Das bedauerliche Fazit: Obwohl Frauen und Mädchen mit einem Anteil von 40 Millionen die Mehrheit der Bevölkerung bilden, wird den Besonderheiten des weiblichen Geschlechtes in der Medizin oft zu wenig Rechnung getragen, beklagte der Präsident der DGGG, Prof. Dr. med. G. Kindermann.

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