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Verweigerung moderner Psychopharmaka: Sparen auf dem Rücken leidgeprüfter psychiatrischer Patienten

Hamburg (ots) - Nach Auffassung zahlreicher Experten ist die medikamentöse Schizophrenie-Therapie in Deutschland ein humanitärer Skandal. Obwohl der medizinische Fortschritt in den letzten Jahren gewaltig war - neue Medikamente mit guter Wirksamkeit und Verträglichkeit (sogenannte atypische Neuroleptika) wurden entwickelt - kommt dies den Patienten kaum zu Gute. Der Grund: Aus Kostengründen werden viele Kassenpatienten nicht mit Medikamenten behandelt, die dem internationalen medizinischen Standard entsprechen. Die Folge ist eine Verschlechterung der Patientenversorgung. Wege zu finden, diesen Mißstand zu beseitigen, war das Ziel eines Expertenworkshops, der am 4. März 2000 in Berlin stattfand. Auf Initiative von PD Dr. Dr. Christian Dierks, Arzt und Rechtsanwalt in Berlin, analysierten zehn Vertreter des Gesundheitswesens den aktuellen Stand der Schizophrenie-Therapie und verabschiedeten die "Berliner Empfehlungen". Moderne atypische Neuroleptika befreien den schizophrenen Patienten von seinen belastenden Wahnvorstellungen, sind gut verträglich und für eine dauerhafte Einnahme geeignet. Die bei älteren Antipsychotika häufig auftretenden Denk- und meist irreversiblen Bewegungsstörungen müssten damit eigentlich der Vergangenheit angehören. Der Skandal in Deutschland: Immer noch bekommen viele schizophrene Patienten die neuen Medikamente aus Kostengründen nicht verschrieben. Im Gegensatz zu Krebserkrankungen oder AIDS steht den Kassenärzten hierzulande nämlich für die Behandlung der Schizophrenie nur ein begrenztes Budget zur Verfügung. Zu wenig Geld, um die modernen und deshalb noch relativ teuren Schizophrenie-Medikamente zu verordnen. Während nur 237 Millionen DM pro Jahr für Medikamente ausgegeben werden, liegen die Gesamtaufwendungen für die Behandlung der Schizophrenie bei rund 4,3 Milliarden DM. Diese Kosten könnten durch den Einsatz der atypischen Neuroleptika deutlich gesenkt werden. Es ist weder mit dem Leitbild eigenverantwortlicher Lebensführung noch mit den darin begründeten Patientenrechten zu vereinbaren, so die Experten, dass eine bestimmte Erkrankung langfristig nicht nach dem aktuellen Stand der medizinischen Erkenntnis behandelt wird. Daher stimmten die in Berlin vertretenen Fachgesellschaften, Körperschaften, Interessenverbände und Experten darin überein, dass die Möglichkeiten der Gesetzlichen Krankenversicherung, sinnvolle medizinische Innovationen dem Patienten zugänglich zu machen, erheblich verbessert werden müssen. Abdruck kostenfrei, Belegexemplar erwünscht. Den Originaltext der "Berliner Empfehlungen" senden wir Ihnen gerne per Email oder Fax. ots Originaltext: Medizin & Markt GmbH Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Kontakt: Medizin & Markt GmbH, Dr. Stefan Meyer Fon: 089/383930-0, Fax: 089/339075, Email: dr.meyer@medizin-und-markt.de Original-Content von: Medizin & Markt GmbH, übermittelt durch news aktuell

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