Handicap International

Minenunfall Paris-Dakar
Begleitfahrzeug des Rennens Paris-Dakar fährt auf eine Mine

    München (ots) - Der Minenunfall, der dem Fahrer eines Begleitfahrzeuges des Rennens Paris-Dakar gestern ein Bein abriss, erinnert an die Gefahr, der die Bevölkerung der befahrenen Länder dort permanent ausgesetzt ist.          Das umstrittene Rennen Paris-Dakar bringt immer auch sonst verschwiegene Realitäten in den Mittelpunkt des Interesses. Mit dem tragischen Unfall müssen Teilnehmer und Organisatoren die tägliche Realität der afrikanischen Bevölkerung wahrnehmen.

    Afrika ist einer der am meisten von Verminung betroffene
Kontinent: Unfälle durch Minen werden in 26 Ländern verzeichnet
(Nordafrika und Subsahara-Gebiete). Die Westsahara ist stark mit
Minen verseucht als Folge der kolonialen und postkolonialen
Auseinandersetzungen. Das amerikanische States Department schätzte
1998 die Zahl der Minen in dieser Region auf eine Zahl zwischen
200.000 und 10 Mio. Die Mission der Vereinten Nationen für Westsahara
(MINURSO) bestätigte 1998 die Präsenz von 35 Typen von
Anitpersonenminen und 21 Typen von Antifahrzeugminen auf dem Terrain
der Westsahara - diese Minen stammen aus 12 verschiedenen Ländern.
    
    Wenn die Mine gestern eine Gruppe von Nomaden oder Hirten
getroffen hätte, wäre die Bilanz dieses Unfalls wahrscheinlich
ernster und unerträglicher ausgefallen, da die Zivilbevölkerung
ständig auf diesem verminten Boden unterwegs ist und keine
Möglichkeit hat, sich dieser Gefahr zu entziehen. Hätte man von der
Minenexplosion dann überhaupt Notiz genommen?
    
    Es handelte sich bei dem Auslöser des gestrigen Unfalls
höchstwahrscheinlich um eine Antifahrzeugmine, die in den Vertrag für
das Verbot von Antipersonenminen nicht eingeschlossen ist. Die
Differenzierung zwischen Antipersonen- und Antifahrzeugmine erscheint
in jedem Fall mehr und mehr von theoretischer Bedeutung. Handicap
International, Mitbegründer der Internationalen Kampagne für das
Verbot von Antipersonenminen, erinnert daran, dass in Nordafrika,
Marokko, Libyen und Ägypten mit zu den 54 letzten Staaten gehören,
die die Internationale Konvention zum Verbot dieser Waffen noch nicht
unterschrieben haben.
    
    
ots Originaltext: Handicap International (Deutschland)
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Kontakt:
Handicap International (Deutschland)
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Dr. Eva Maria Fischer, Medien und Öffentlichkeit
Tel: 089 13 03 98 00
Fax: 089 13 03 98 01
e-mail: himunich@compuserve.com
http: //www.handicap-international.org/deutsch

Mitbegründer der Internationalen Kampagne Gegen Landminen,
Friedensnobelpreis 1997

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