Politiker und Staatsmänner - Führung in der Demokratie
Aktuelle Studie des HAUS RISSEN HAMBURG

    Hamburg (ots) - "Ist Demokratie mit politischer Führung inkompatibel?" fragt Dr. habil. Peter Robejsek, Direktor des HAUS RISSEN HAMBURG - Internationales Institut für Politik und Wirtschaft. In seinen Memoiren kritisiert Gerhard Schröder die mangelnde Führungsstärke von Angela Merkel. Es scheint, dass sie aber gerade deshalb länger an der Spitze bleibt als er.  

    "Nicht jede entschiedene Handlungsweise ist mit politischer Führung gleichzusetzen," analysiert Robejsek. "So war im Zweiten Weltkrieg oder beim Untergang des Kommunismus die Wahl zwischen Gut und Böse eindeutig und der Strom historischer Ereignisse reißend. An der Spitze zu stehen, bedeutet nicht immer wirklich zu entscheiden. So wird die Rolle von Michail Gorbatschow und Helmut Kohl bei der Vereinigung Deutschlands überschätzt."

    "Die Demokratie ist im Grunde plebejisch und hat mit profilierten Persönlichkeiten große Schwierigkeiten. Die Wähler verlangen zugleich Ergebnisse, die nur eine straffe politische Führung bringen kann. Wie soll man sie führen?" spitzt Robejsek zu. "Der politische Führer muss versuchen in verständlicher Sprache der Nation eine Orientierung in einer chaotischen Welt anzubieten. Der ehemalige japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi perfektionierte die politische Kommunikation. Er stilisierte sich zu einer politischen Marke: Reformer, Patriot und Showstar."

    "Der wirkliche politische Führer ist nicht nur ein erstklassiger Analytiker und begnadeter Kommunikator. Er kennt keine ideologische Verkrampfung, sondern lediglich die Loyalität seinem Land gegenüber. Die wahren politischen Führer, wie Helmut Schmidt, Margaret Thatcher, Junichiro Koizumi oder Tony Blair messen ihre Entscheidungen danach, ob sie vor der einzigen Instanz bestehen, die sie selbst nicht beeinflussen können: vor den künftigen Historikern. Bevor ein politischer Führer objektive Bewertung erfährt, muss er selbst Geschichte werden," betont Robejsek abschließend.

    Lesen Sie die vollständige Studie unter     http://www.hausrissen.org/e82/e134/e65/e853/index_ger.html

Pressekontakt: Dr. Dirk Pangritz Vorstandsmitglied HAUS RISSEN HAMBURG Tel. (040) 81 907 10 E-mail: pangritz@hausrissen.org