Industrieverband Agrar e.V.

Bundeswehrschlafsäcke: Kein erhöhtes Krebsrisiko für Soldaten

    Frankfurt (ots) - Insektizide für den Pflanzenschutz werden
gründlich auf ihre Sicherheit für die menschliche Gesundheit geprüft,
bevor sie auf den Markt gebracht werden dürfen. Genau so sicher sind
Insektenmittel, die gegen Ungeziefer in Schlafsäcken, Zelten und
Uniformen der Bundeswehr eingesetzt werden. Es handelt sich dabei um
die gleichen Substanzen wie in der Landwirtschaft. Darauf hat der
Industrieverband Agrar heute in einem Schreiben an
Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping hingewiesen.
Verschiedene Medien hatten in den letzen Tagen über ein angeblich
erhöhtes Krebsrisiko für Soldaten durch behandelte Textilien
berichtet.
    
    Auslöser dieser Berichte waren Studien des Bundeswehrkrankenhauses
Ulm. Im Auftrag des Verteidigungsministeriums hatten die Mediziner
mehr als 20 Insektizide untersucht. Bei Tests mit Zellen aus der
Nasenschleimhaut sollen alle Substanzen Erbgut verändernde Wirkungen
gezeigt haben.
    
    Die Autoren der Studie nehmen für sich in Anspruch, Tests mit
menschlichem Gewebe weltweit als erste durchgeführt zu haben. "Diese
Darstellung überrascht uns in hohem Maße," schreibt der
Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands, Oskar Böttcher, an
Minister Scharping. Untersuchungen an menschlichem Gewebe wie etwa an
Lymphozyten sowie an tierischen Geweben würden bei der
Wirkstoffprüfung im Rahmen des Zulassungsverfahrens für
Pflanzenschutzmittel routinemäßig durchgeführt.
    
    "Ergeben sich dabei Hinweise auf mutagene Wirkungen, erfolgen
weitere Versuche am lebenden Tier. Diese erlauben zuverlässige
Aussagen über mögliche mutagene Eigenschaften einer Substanz.
Bestätigt sich ein Verdacht auf Erbgut schädigende Wirkung, wird
dieser Stoff nicht weiter verfolgt, da er keine Zulassung erhalten
würde", heißt es in dem Brief weiter.
    
    Der Industrieverband hat seinen Wunsch zum Ausdruck gebracht, in
dieser Angelegenheit mit dem Verteidigungsministerium ins Gespräch zu
kommen und sich mit den Autoren der Studie über den aktuellen Stand
der wissenschaftlichen Erkenntnis auszutauschen.
    
    Der Industrieverband Agrar mit Sitz in Frankfurt am Main ist der
Zusammenschluss von Unternehmen der agrarchemischen und
agrarbiologischen Industrie in Deutschland. Zu den Geschäftsfeldern
der 55 Mitgliedsunternehmen gehören Pflanzenschutz,
Pflanzenernährung, Schädlingsbekämpfung und Biotechnologie.
    
    
ots Originaltext: Industrieverband Agrar e.V.
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