Industrieverband Agrar e.V.

Pflanzenschutz- und Düngemittelindustrie: Moderne Landwirtschaft ist zukunftsfähig

    Frankfurt/M. (ots) - Der von der Bundesregierung propagierten
"Agrarwende" mit starker Betonung des Öko-Landbaus steht der
Industrieverband Agrar kritisch gegenüber. Dazu erklärte der
Vorsitzende des Fachbereichs Pflanzenschutz, Hans Theo Jachmann,
heute auf der Jahrespressekonferenz des Verbands. "Betrachtet man die
globale Entwicklung, dann führt kein Weg daran vorbei, technischen
Fortschritt in der Landwirtschaft intensiv zu nutzen. Angesichts des
Bevölkerungswachstums wäre jeder Stillstand ein Rückschritt."
    
    Die irreführend als "konventionell" bezeichnete Landwirtschaft sei
eine zukunftsorientierte und umweltschonende Produktionsweise. Mit
ihren "gläsernen Wirkstoffen" habe die Pflanzenschutzindustrie eine
wichtige Vorleistung für transparente Produktionsprozesse im
Agribusiness erbracht.
    
    Im Jahr 2000 erzielten die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln in
Deutschland einen Umsatz von 2,03 Mrd. Mark. Sie blieben damit nur
unwesentlich hinter dem Ergebnis des Vorjahrs (2,06 Mrd.) zurück. Auf
dem "ausgereiften" Markt für Pflanzenschutzmittel sind Wetter und
Politik die entscheidenden Einflussfaktoren für Veränderungen, wie
Jachmann erklärte.
    
    So hat auch die leichte Steigerung der abgesetzten Wirkstoffmenge
um 3,6 Prozent auf 28.500 Tonnen im Jahr 2000 vor allem damit zu tun,
dass einzelne Produkte wieder zur Verfügung standen, die 1999 wegen
neuer gesetzlicher Vorgaben nicht verfügbar gewesen waren.
    
    Die Exporterlöse bei Pflanzenschutzmitteln stiegen 2000 um 6,6
Prozent auf 4,4 Mrd. Mark. Dabei profitierten die Hersteller auch vom
hohen Wechselkurs des Dollars. Der Weltmarkt für Pflanzenschutzmittel
wird für 2000 auf 27,5 Mrd. Dollar (27,2 Mrd.) geschätzt. Er bleibt
damit auf dem schon Mitte der 90er Jahre erreichten Niveau.
    
    Das Wachstum auf diesem Markt wird unter anderem durch die
zunehmende Verbreitung gentechnisch veränderter Sorten gebremst.
Weltweit wurden 2000 rund 44 Millionen Hektar damit bestellt. Das
entspricht dem Vierfachen der Ackerfläche in Deutschland.
    
    Jachmann bedauerte in diesem Zusammenhang, dass die
Kanzleramtsgespräche zur Grünen Gentechnik zu Jahresbeginn vertagt
wurden. "Das Ziel, Erfahrungen mit den neuen Sorten zu sammeln und
die Akzeptanz dafür zu verbessern, rückt damit in weite Ferne",
kritisierte er. "Der Verzicht auf die neue Technologie wird nicht
ohne Auswirkungen auf das Wirtschaftsgeschehen in Deutschland
bleiben."
    
    Der Umsatz der deutschen Düngemittelindustrie ist im abgelaufenen
Jahr um 16 Prozent auf 3,13 Mrd. Mark gestiegen, wie der Vorsitzende
des Fachbereichs Pflanzenernährung im Industrieverband Agrar, Hermann
Kuhlmann, berichtete. Rund die Hälfte davon wurde auf dem
Inlandsmarkt erwirtschaftet.
    
    Wesentliche Ursache für das Plus ist der deutliche Preisanstieg
bei Stickstoffdüngemitteln seit Anfang 2000. Er wurde durch eine
starke Nachfrage in Asien und Lateinamerika eingeleitet und durch die
Stillegung großer Kapazitäten in Westeuropa gestützt. Im Zuge der
Entwicklung auf dem Stickstoffmarkt sind auch die Preise für
Phosphatdünger im vergangenen Jahr leicht gestiegen.
    
    Zur Ertragssituation der Unternehmen erklärte Kuhlmann: "Sie hat
sich zwar deutlich verbessert, ist aber noch nicht befriedigend." Bei
Stickstoff schlagen die hohen Erdgaspreise auf die Produktionskosten
durch. Bei Phosphatdüngern hat der Dollarkurs die Rohstoffe spürbar
verteuert.
    
    Statements und Grafiken im Internet unter www.iva.de.
    
    Der Industrieverband Agrar mit Sitz in Frankfurt am Main ist der
Zusammenschluss von Unternehmen der agrarchemischen und
agrarbiologischen Industrie in Deutschland. Zu den Geschäftsfeldern
der 55 Mitgliedsunternehmen gehören Pflanzenschutz,
Pflanzenernährung, Schädlingsbekämpfung und Biotechnologie.
    
    
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