Deutscher Factoring-Verband e.V.

Entwicklung der Factoringbranche 1999
Lebhafter Geschäftsverlauf
Gesamtumsatz 2 % unter Vorjahresniveau

Mainz (ots) - Im Berichtsjahr haben die im Deutschen Factoring-Verband e.V. zusammengeschlossenen Factoringinstitute einen Umsatz von insgesamt 39,09 Mrd.DM erzielt. Damit blieb der Jahresumsatz um 2% unter dem Vergleichswert des Vorjahres, nachdem er vier Jahre hintereinander mit zweistelligen Zuwachsraten zugenommen hatte. Vom gesamten Umsatz entfielen 31,8 Mrd. DM (81 %) auf das Inlandsgeschäft und 7,3 Mrd. DM (19 %) auf das internationale Geschäft. "Der Gesamtumsatz für 1999 spiegelt zwar statistisch eine Stagnation wider. Tatsächlich ist das Factoringgeschäft im vergangenen Jahr jedoch lebhaft verlaufen," erklärte Hans J. Martens, Sprecher des Vorstandes des Deutschen Factoring-Verbandes, vor der Presse in Frankfurt. Für zwei Drittel der Institute habe der Factoringumsatz um durchschnittlich 14 % zugenommen. Im Unterschied dazu sei bei einem Drittel der Institute der Umsatz um durchschnittlich 25 % hinter dem Vorjahreswert zurückgeblieben. Großer Liquiditätsbedarf im Mittelstand Der lebhafte Geschäftsverlauf bei der Mehrzahl der Factoringanbieter hänge vor allem mit dem anhaltend großen Liquiditätsbedarf mittelständischer Unternehmen zusammen, erläuterte Martens. Dieser Bedarf sei wiederum eine Folge der niedrigen Eigenkapitalquote im Mittelstand und der schleppenden Zahlungseingänge, unter denen besonders mittelständische Unternehmen häufig leiden müssten. Der Umsatzrückgang bei einigen Mitgliedsinstituten geht nach Aussage des Vorstandssprechers darauf zurück, dass diese Institute ihre Forderungsbestände bereinigt hätten. Auslöser für solche Bereinigungen sei z.B. ein deutlich gestiegenes Risiko bei einzelnen Geschäftsverbindungen gewesen. Auch hätten einzelne Engagements im Verhältnis zum gesamten Geschäft eine kritische Größenordnung erreicht, die mit der jeweiligen Unternehmenspolitik nicht mehr vereinbar gewesen sei. In einem Fall habe eine Fusion von zwei Instituten dazu geführt, dass Forderungsbestände auf die jeweiligen ausländischen Muttergesellschaften verlagert worden sind, so der Vorstandssprecher. In den unterschiedlichen Zuwachsraten mache sich auch die unterschiedliche Konjunkturlage in den mehr als 30 Branchen bemerkbar, in denen Factoring genutzt werde. So habe es z.B. in einigen konsumnahen Branchen und auch in der EDV-Branche Umsatzeinbrüche gegeben, sagte Martens. Zu den Branchen, die für das Factoringgeschäft wichtig waren, gehörten 1999 die Textil- und Bekleidungsindustrie, die Computerindustrie, die Automobilzulieferindustrie, die Holzverarbeitungs- und Möbelindustrie sowie die Lebensmittelindustrie. Auch aus dem Dienstleistungssektor haben zahlreiche Unternehmen Factoring genutzt, darunter Unternehmen aus dem Gebäudemanagement, Personalleasing und Mobilienleasing. Wie aus einer Verbandsumfrage hervorgeht, war auch im Berichtsjahr das Standardfactoring die vorherrschende Vertragsform. Daneben haben Factoringinstitute mit größeren Kunden häufig das Inhouse-Factoring vereinbart, bei dem der Kunde die Finanzierung und Risikoabsicherung durch den Factor in Anspruch nimmt, aber nicht das Debitorenmanagement. "Grundsätzlich ist Factoring ein individuelles Geschäft, kein Mengengeschäft. Wir bieten Lösungen, die flexibel auf den jeweiligen Bedarf unserer Kunden eingehen," sagte Martens. Internationales Factoringgeschäft rückläufig Das internationale Factoringgeschäft blieb mit 7,3 Mrd. DM um 8 % hinter dem Vorjahreswert (7,9 Mrd. DM) zurück. Neben der Bereinigung von Forderungsbeständen bei einigen Factoringinstituten habe auch der für Deutschland schwache Außenhandel zum Rückgang des internationalen Factoringgeschäftes beigetragen, sagte der Vorstandssprecher. Das internationale Geschäft konzentrierte sich im Berichtsjahr vor allem auf den Raum der EU-Mitgliedsländer. Liquiditätsengpässe für mittelständische Unternehmen zu erwarten Viele mittelständische Unternehmen müssten sich in naher Zukunft nach neuen Quellen für ihre Fremdfinanzierung umsehen, erklärte Dr. Klaus Bette, Geschäftsführer des Deutschen Factoring-Verbandes. Als Grund für diese Prognose nannte er die immer deutlicher zu Tage tretende Zurückhaltung von Banken und Sparkassen bei der Vergabe neuer Firmenkredite an mittelständische Unternehmen. Diese Tendenz werde durch eine Umsetzung der aktuell diskutierten Baseler Empfehlungen noch verstärkt, die eine Neuregelung der Eigenkapitalrichtlinien für Kreditinstitute vorsehen, erklärte Dr. Bette. Auch sollen die Banken und Sparkassen verpflichtet werden, die mit einem Firmenkredit verbundenen Risiken anhand sogenannter Ratings strenger zu bewerten. Diese Veränderungen machten es mittelständischen Unternehmen künftig erheblich schwerer, eine ausreichende Fremdfinanzierung durch Kreditinstitute sicher zu stellen. 'Bei der Suche nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten wird auch Factoring für diese Unternehmen einen neuen Stellenwert bekommen,' erklärte Dr. Bette. Ausblick auf das Jahr 2000 "Wir gehen davon aus, dass der Factoringumsatz im laufenden Jahr an die kontinuierliche Entwicklung der letzten Jahre anknüpfen kann," sagte der Vorstandssprecher. Die Erwartungen über die Höhe des Umsatzzuwachses würden zwar bei den einzelnen Instituten differieren. Insgesamt halte er aber eine Umsatzsteigerung zwischen 5 % und 10 % im laufenden Jahr für erreichbar. Zur Begründung der Umsatzerwartungen verwies Martens auf das für 2000 prognostizierte Wirtschaftswachstum von mehr als 2 %. Dieses Wachstum werde auch in der mittelständischen Wirtschaft zu einem stärkeren Umsatz führen. Gerade in diesem Teil der Gesamtwirtschaft bestehe ein unverändert großer Liquiditätsbedarf, der zu einem erheblichen Teil durch die Factoringbranche gedeckt werden könne, so Martens. @ Der Deutsche Factoring-Verband im Internet: www.factoring.de Factoringumsatz in Deutschland (in Mio.DM) 1998 1999 Veränderung Inland 32.013 31.789 - 1% international 7.941 7.298 - 8% Gesamtumsatz 39.954 39.087 - 2% ots Originaltext: FACTORING Deutscher Factoring-Verband e.V. Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen bitte an: FACTORING Deutscher Factoring-Verband e.V. Rheinallee 3d - 55116 Mainz Telefon: (06131) 287 70 70 - Fax: (06131) 287 70 99 PRESSEMITTEILUNG E-Mail: Gf.Verband@factoring.de Internet: www.factoring.de Für den Inhalt verantwortlich: Karl Kaufhold Telefon: 02202/5 72 59 Original-Content von: Deutscher Factoring-Verband e.V., übermittelt durch news aktuell

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