Deutscher Factoring-Verband e.V.

Factoring: Erneut starkes Wachstum von rund 25% im 1. Halbjahr

    Berlin (ots) -

    Hoffnung auf praktikable Umsetzung der Unternehmenssteuerreform

    - Forderungsverkauf steigt auf 40,88 Milliarden Euro im 1.
        Halbjahr 2007

    - Verband sieht Handlungsbedarf bei der Umsetzung der
        Unternehmenssteuerreform 2008

    Der deutsche Factoring-Markt hat sich auch im 1. Halbjahr 2007 dynamisch entwickelt: Der Umsatz der im Deutschen Factoring Verband e. V. vertretenen führenden 22 Factoring-Institute stieg um erfreuliche 24,84 % und erreichte insgesamt 40,88 Mrd. Euro.

    Im Importgeschäft stieg das Factoring-Volumen von 1,10 Mrd. Euro auf 1,26 Mrd. Euro. Im Exportgeschäft konnte sich der Gesamtzuwachs wiederum besonders stürmisch entwickeln, hier stieg das Exportumsatzvolumen von 7,74 Mrd. Euro auf 10,45 Mrd. Euro. Die Schwerpunktbranchen des ersten Halbjahres waren erneut Handel, Handelsvermittlung und Großhandel, das Nahrungsmittelgewerbe, die Herstellung von Metallerzeugnissen, der Maschinenbau, der Fahrzeugbau, das sonstige verarbeitende Gewerbe sowie die Herstellung von Möbeln. Die Kundenanzahl stieg in nur einem halben Jahr von 3.970 auf 4.400, eine Steigerung von knapp 14 %. "Dies verdeutlicht den Trend des Factorings in Deutschland zu einem immer bekannter und beliebter werdenden Finanzierungsinstrument", wie der Sprecher des Vorstandes des Deutschen Factoring-Verbandes, Joachim Secker, ausführt. Knapp 67 % aller angekauften Forderungen bewegten sich dabei in einem Umsatzsegment bis zu 7,5 Mio. Euro. Dies zeigt, dass Factoring sich besonders im Mittelstand zunehmend als immer wichtigerer Finanzpartner etabliert hat. "Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft hat den Mittelstand erreicht; gerade hier schafft Factoring die dringend benötigte Liquidität", kommentiert der Verbandschef Secker.

    Nach einem besonders stürmischen Erfolgsjahr 2006 (Gesamtzuwachs um 30,7 % auf 72 Mrd. Euro) ist die Wachstumsrate im Factoring-Markt damit insgesamt weiter auf Erfolgskurs. Auch für die laufende Geschäftsperiode sieht der Verband gute Geschäftsaussichten, hofft aber, dass die Umsetzung der Unternehmenssteuerreform 2008 keine gravierenden Nachteile für die Branche mit sich bringt:    

    Hinsichtlich der in Deutschland erstmals eingeführten sog. Zinsschranke ist bisher noch keine dringend gebotene Klarstellung erfolgt, dass Factoring-Unternehmen die von ihnen vereinnahmten Zinsen als Zinsertrag behandeln können. Erfolgt diese Klarstellung nicht, werden Factoring-Unternehmen regelmäßig durch die Zinsschranke getroffen und können ihre Zinsaufwendungen nicht gegen Ihren Zinsertrag saldieren; Kostenpositionen würden so zu fiktivem, steuerpflichtigem Gewinn deklariert, ein groteskes Ergebnis.

         Darüber hinaus droht Factoring-Gesellschaften ein neuer
erheblicher steuerpolitischer Bürokratismus: Im Rahmen eines
Prüfungsauftrages des Finanzausschusses an die Bundesregierung wird
aktuell diskutiert, "spezielle aufsichtsrechtliche Regelungen für
Factoring- und Leasingunternehmen" einzuführen. Dies soll im Gegenzug
für eine diskutierte und begrüßenswerte Befreiung von einer
gewerbesteuerlichen Hinzurechnung von Refinanzierungsaufwendungen
("Bankenprivileg") erfolgen. "Kleinere und mittlere
Factoring-Anbieter (KMU) als wichtige alternative
Finanzierungspartner für den Mittelstand würden durch die aktuell
diskutierten strengen Aufsichtspflichten in ihrer Existenz bedroht",
wie Dr. Alexander Moseschus, Geschäftsführer des Deutschen
Factoring-Verbandes, verärgert feststellt: "Anstatt Bürokratie
abzubauen soll neue zu Lasten des Mittelstandes geschaffen werden".
Es bleibt zu hoffen, dass vorgenannte Fragestellungen zeitnah einer
Lösung zugeführt werden können. Der Deutsche Factoring-Verband wird
dazu auch weiterhin alles in seiner Macht Stehende tun, faire
steuerpolitische Rahmenbedingungen für den Mittelstand zu gestalten.

Pressekontakt:
Deutscher Factoring-Verband e.V.
RA Dr. A. Moseschus - Verbandsgeschäftsführer/Leiter Hauptstadtbüro
Behrenstr. 73
10117 Berlin
Tel.: 030-206 546 54
Fax:  030-206 546 56
E-Mail: hauptstadtbuero@factoring.de

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