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Manager auf der Couch: Psychologische Kriterien bestimmen die Karriere - Planung

Köln (ots) - Viele Karriere-Ratgeber führen in die Irre: Persönliche Eigenschaften und nicht standardisierte Karriere - Konzepte bestimmen das Berufsbild und die Karriere - Strategien von erfolgreichen Managern: Allen gemeinsam ist, mehr oder weniger ausgeprägt, der "Wille zur Macht". In dem berufstypischen Spannungsfeld zwischen Hingabe und Kontrolle, Macht und Ohnmacht setzen sie jedoch unterschiedliche Schwerpunkte: Die einen orientieren sich eher an Sachthemen, die anderen an Personen. Stellenwechsel und Bewerbungen sind für alle Manager brisant: Sie wollen umworben werden - eigene Aktivitäten passen nicht zu ihrem Selbstverständnis. Die neuen Möglichkeiten des Internets spielen bei der Karriereplanung als Netzwerk und Kontaktbörse eine wachsende Rolle - entscheidend für die konkrete Karriereplanung ist jedoch das persönliche Netzwerk. In einer tiefenpsychologische Untersuchung hat rheingold im Auftrag der manager-lounge.com insgesamt 50 Manager in zweistündigen Tiefeninterviews nach ihren persönlichen Zielvorstellungen, den konkreten Verhaltensweisen und ihren Anforderungen an die Instrumente der Karriereplanung befragt. Im Rahmen dieser Untersuchung kristallisierten sich vier verschiedene Typen von Managern heraus, die mit vier unterschiedlichen Strategien ihre Karriere verfolgen. Der Stratege: Kontrolle und Eroberung Der Stratege weiß, was er wert ist: Er besticht durch einen sachlich - distanzierten Auftritt, raumgreifend und selbstsicher: "Mein Job ist sehr zielgerichtet und es ist ein Teil meines Jobs, meine Karriere zu fördern!" Der Verlauf seiner beruflichen Entwicklung ist strategisch wohlgeordnet und wird ehrgeizig verfolgt. Der Karrieremarkt ist schließlich ein Schlachtfeld, in dem es sich durchzusetzen gilt: Er will die Dinge kontrollieren und erobern. Sich einer Situation hingeben zu müssen, ist eine Unterwerfung, eine große Kränkung. Strategen erwarten bei ihrer Karriereplanung sehr viel Bemühen um ihre eigene Person. Bei der Wahl ihrer Planungsinstrumente für die eigene Karriere setzen sie vor allem auf Foren, in denen sie gezielt Informationen streuen können, auf Kollegen, andere Firmen, Headhunter und ausgewählte Personalvermittler. Sie sind neugierig auf aktuelle Informationen von den Grabenkämpfen des Karrieremarktes und brauchen Raum für großartige und gewaltige Auftritte: Kongresse und Selbstdarstellungen als Förderer bedeutsamer Ereignisse sind von hohem Wert. Zudem sind Netzwerke für sie wichtig, denn Strategen nutzen gezielt die eigenen Kontakte für das berufliche Fortkommen. Das Internet wird bei der Karriereplanung gegenwärtig noch wenig genutzt - Für Recherchen über potenzielle Arbeitgeber wird die Bedeutung dieses Mediums jedoch zunehmen. Das Sonnenkind: Karriere als glückliche Fügung Sonnenkinder unter den Managern fühlen sich geradezu auserwählt: Sie präsentieren sich wie vom Erfolg verwöhnte Kinder, denen scheinbar alles zufällt. Die eigene Karriere wurde nicht hart erarbeitet, sondern hat sich "so ergeben", weil sie als Personen überzeugen und deshalb geliebt werden. Sonnenkinder wollen sich auf keinen Fall für die Arbeit verschleißen: "Ich habe mich dann aus dem Bauch heraus entschieden, nicht zu dieser Unternehmensberatung zu gehen, weil ich von den Leuten enttäuscht war. Mit denen hätte ich abends kein Bier trinken mögen!" Um diese Fügung der "Glücksfälle" kultivieren zu können, sind solche Manager offen dafür, was "sich ergibt". Sie treffen berufliche Entscheidungen zum Teil bewusst "aus dem Bauch heraus", geben sich hin und warten, was kommt. Tragisch wird es für Sonnenkinder, wenn sie spüren, dass der Verschleiß unaufhaltsam ist. In diesen Fällen wechseln sie oft die Art der Karriereplanung, sie "arbeiten sich hoch" oder probieren sich als Selbstdarsteller. Bei ihrer Karriereplanung erwarten solche Manager die Bereitstellung eines "Schutzraumes für glückliche Fügungen": Mentoren, die "das Sonnenkind entdecken und zu seiner Bestimmung führen". Dabei wollen sie möglichst wenig eigen Aufwand betreiben, denn "selbst aktiv zu werden bedeutet, es nötig zu haben!" Das Internet, das für sie zum festen Bestandteil des eigenen Berufsalltags gehört, wird von ihnen bei der Karriereplanung noch skeptisch gesehen, denn die gewünschten Vertrauensbeziehungen lassen sich in der Anonymität dieses Mediums nur schwer herstellen. Auch die eigene Besonderheit lässt sich im Netz weder entdecken, noch fördern: Aus diesem Grunde haben auch Stellenanzeigen für sie keine Bedeutung. Netzwerke genießen dagegen eine hohe Wertschätzung bei der Karriere-Planung, wenn sie durch die Qualifizierung der Auswahl der eigenen Einzigartigkeit entsprechen. Der Selbst- Darsteller: Verfügungsgewalt über das Unberechenbare Eine sehr persönliche und markante Ausstrahlung kennzeichnet die dynamischen Selbst - Darsteller unter den Managern. Sie sind kontaktorientiert, haben keine Berührungsängste und suchen immer neue Herausforderungen und Begegnungen, um daran Persönlichkeit zu entwickeln. Ihre Karriere weist oft einen ungewöhnlichen Verlauf auf und sie entwickeln ihre Größe über die Kunst, die unberechenbaren und unbestimmten Dinge personenbezogen in ihre Verfügungsgewalt zu bekommen: "Ich bin zu eckig, um in ein Schema reinzupassen. Im persönlichen Gespräch hat man mehr Möglichkeiten, das Raster selbst zu verändern!" "Karriere nach Plan" ist für Selbstdarsteller ein langweiliges Gräuel: Sie suchen aktiv Neues und kultivieren den Wandel in ihrer Lebensplanung. Problematisch wird es für sie, wenn es ihnen nicht gelingt, aus den krummen Wegen einen prägnanten Charakterauftritt zu entwickeln und in der Mittelmäßigkeit eines skurrilen Exoten stecken bleiben . Der Karrieremarkt ist für sie eine riesige Kontakt- und Begegnungstätte und Stellenwechsel resultieren in der Regel aus persönlichen Beziehungen. Bei seiner Karriereplanung setzt diese Manager-Typ deshalb vor allem auf einen Kontaktraum für persönliche Begegnungen, in dem die eigene Persönlichkeit zum Tragen kommen kann. Jede Form von Standardisierung und Schematisierung kommt für ihn nicht in Frage: Die Unpersönlichkeit des Internets ist für die Karriereplanung der Selbstdarsteller gegenwärtig noch problematisch. Internet-Foren mit exklusiven Zugang und einem exquisiten Publikum werden für die Orientierung und die Information an Bedeutung zunehmen. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht jedoch auch weiterhin ein hoher persönlicher Einsatz für den Aufbau eines individuell gestalteten Netzwerkes ohne ritualisiertes und schematisiertes Clubleben, das sich nicht nur für die Karriereplanung, sondern auch für die Persönlichkeitsentwicklung nutzen lässt. Der Hoch-Arbeiter: Ohne Fleiß kein Preis Bescheiden, moderat und bodenständig erscheint der Hoch-Arbeiter unter den Managern, für den ein geordneter, disziplinierter und bescheidener Karriereverlauf typisch ist. Er arbeitet sich fleißig hoch und handelt nach dem Motto "Schuster bleib bei deinen Leisten": "In meiner Firma hat man mir immer wieder Weiterentwicklungen angeboten, so dass ich keine Motivation hatte, mich zu lösen!"" Sein eigenes Können, aber auch seine Begrenzungen sieht der Hoch-Arbeiter klar und die sachbezogene Leistung steht deutlich über den Aspekten der persönlichen Entwicklung. Zu große Neuerungen sind seine Sache nicht - auch nicht bei der Karriereplanung. Bei der Wahl der Instrumente für die Entwicklung seines beruflichen Werdegangs ist dieser Manager-Typ vor allem an einer Ausrüstung für den weiteren Weg im eigenen Unternehmen interessiert: Informationen zu konkreten Sachfragen, Weiterbildungen und der fachliche Austausch mit Kollegen aus ähnlichen Branchen über deren Unternehmen haben einen hohen Stellenwert. Oft steht die Bestätigung dabei im Mittelpunkt, letztendlich doch im "richtigen Unternehmen" seinen Platz gefunden zu haben. Das Internet spielt weniger als Jobbörse, sondern eher als Informationspool für sachliche Themen und als "unverbindlicher Blick über den Unternehmenshorizont" eine Rolle: Häufig wird jedoch befürchtet, dass das eigene Unternehmen den Besuch auf einer Internet-Jobbörse entdecken könnte. Der Aufbau und die Pflege von Netzwerken, bei denen nicht die Arbeit sondern der persönliche Kontakt im Vorderund steht, ist nicht die Welt der Hoch-Arbeiter. Oft herrscht bei ihnen die Befürchtung vor, bei institutionalisierten Netzwerk-Einrichtungen die Zugangsvoraussetzungen nicht erfüllen zu können. Manager und Bewerbung : Ein brisantes Thema Generell, so die rheingold - Studie, sind Positionswechsel und der damit verbundene Bewerbungsprozess für Manager ein besonders brisantes und empfindliches Thema der Karriereplanung: Ihnen ist es besonders wichtig, dass sie sich nicht selbst aktiv bewerben, sondern dass um sie geworben wird. Eine "Stellenvermittlung", bei der sie sich als Bewerber anstellen müssen, ist für jeden Manager - Typ eine Horror-Vorstellung. Ihnen ist der Eindruck wichtig, dass sie kaum etwas selbst tun müssen, ihren Arbeitgeber frei wählen oder sogar ablehnen können und dass sie eher aus Vergnügen, denn aus Not handeln: Im Rahmen ihrer Karriere-Planung suchen Manager nach Vermittlern, die sie mit potentiellen Arbeitgebern zusammenbringen, ohne dass ein Gefühl des Verkauft - werdens entsteht - Explizite "Bewerbungshilfen" werden als Kränkung zurückgewiesen. Die Vermittlung selbst aber darf dabei nicht offensichtlich werden - die Herstellung einer ungezwungenen und entspannten Atmosphäre in einem exquisiten, institutionalisierten Netzwerk mit bekannten Mitgliedern und Berichterstattung in renommierten Medien entspricht dieser Anforderung von Managern am besten. Projektleitung: Nicole Hanisch Jens Lönneker ots Originaltext: rheingold Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Thomas Strätling Pressesprecher / Leiter Unternehmenskommunikation straetling@rheingold-online.de rheingold Institut für qualitative Markt- und Medienanalysen Kaiser-Wilhelm-Ring 46 D-50672 Köln Tel.: ++49/(0)221/912 777-44 Fax: ++49/(0)221/912 777-43 Mobil: ++49/(0)172/3918613 http://www.rheingold-online.de Original-Content von: rheingold salon, übermittelt durch news aktuell

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