DED mit mehr als 3.000 Menschen in 50 Ländern tätig
Geschäftsführer Jürgen Wilhelm begrüßt Fusion von DED, GTZ und InWEnt

Bonn (ots) - Im Jahr 2009 standen dem DED 145 Mio. Euro aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung. Gegenüber dem Vorjahr 2008 verzeichnete der DED damit einen Mittelzuwachs von 40 Mio. Euro (38,5 Prozent). Als größter staatlicher Personalentsendedienst Europas leistet der DED mit 1250 Entwicklungshelfern, 700 einheimischen Fachkräften, 600 Freiwilligen im Programm "weltwärts mit dem DED", 300 Ortskräften und 275 Mitarbeitern in den Länderbüros und in Bonn einen beachtlichen Beitrag zu einer selbstbestimmten Entwicklung in 50 Partnerländern.

Regionaler Schwerpunkt der Arbeit war nach wie vor Afrika, wo 55 Prozent (469 Entwicklungshelfer) tätig waren, gefolgt von 28 Prozent in Asien, dem Nahen und Mittleren Osten (238 Entwicklungshelfer) und 18 Prozent in Lateinamerika und der Karibik (152 Entwicklungshelfer). Im Rahmen seines Nachwuchsförderungsprogramms vergibt der DED Stipendien für ein einjähriges praktisches Ausbildungsjahr. 2009 konnten 110 Berufsanfänger in 31 Partnerländern des DED praktische Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit sammeln.

Fußballweltmeisterschaft Südafrika: Langfristig sinnvolle Infrastrukturmaßnahmen kommen der Bevölkerung zugute

Die Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung ist - neben der ländlichen Entwicklung und dem Ressourcenschutz - einer der größten Schwerpunkte der Arbeit. Geschäftsführer Jürgen Wilhelm betont: "Ein Land braucht immer Good Governance als Rahmenbedingung, privates Investment und öffentliche Entwicklungszusammenarbeit." Beispielhaft dafür steht das Projekt "Partnerschaft mit Kick" in Südafrika. Dort leitet der DED ein Projekt, in dessen Rahmen über 150 deutsche Experten aus den Austragungsorten der Fußballweltmeisterschaft 2006 ihre Erfahrungen an die südafrikanischen Kollegen weitergegeben haben. Die Themenpalette war dabei vielfältig: Ob es um die Lenkung der Verkehrsströme ging, um Fragen von Sicherheit, Stadionbau, Energieversorgung oder Abfallmanagement, Ziel ist die Schaffung einer nachhaltigen Infrastruktur, die der lokalen Bevölkerung zugute kommt und Impulse für die nationale Entwicklung gibt - über die WM hinaus. An dem mit 4 Millionen Euro vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderten Projekt, beteiligen sich neben dem DED auch die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), InWEnt (Internationale Weiterbildung und Entwicklung), Auswärtiges Amt (AA), die südafrikanische Botschaft in Berlin, deutsche und südafrikanische WM-Städte, Deutscher Städtetag und Deutscher Fußball-Bund (DFB).

Mit Bildung Chancen schaffen: Ein Beispiel aus Afghanistan

In Afghanistan ist der DED mit zurzeit über 100 Personen aktiv. Für die friedliche Entwicklung ist Bildung grundlegend. Zwei Drittel der Lehrer in Afghanistan unterrichten ohne eine Ausbildung - also vor allem aus der Erinnerung an ihre eigene Schulzeit. An so genannten Teacher Training Colleges arbeiten DED-Fachkräfte gemeinsam mit der GTZ und der KfW mit daran, Lehrer fachlich und methodisch auszubilden. Sie betreuen und beraten die Ausbildungszentren beispielsweise bei der Erstellung von Lehrplänen und der Schulung von Dozenten. 1.300 Lehrer befinden sich momentan in einer solchen Ausbildung und lernen eine Unterrichtsstunde zu planen, Lernziele festzulegen und die richtige Methode zur Vermittlung ihres Wissens einzusetzen. Dr. Susanne Nonnen, stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende des DED, hält fest: "Diese Lehrerinnen und Lehrer werden ihr Wissen Tausenden von Kindern vermitteln und tragen so zu einer enormen Steigerung der Qualität des Bildungssystems in Afghanistan bei."

Der Zivile Friedensdienst: Gewaltfreie Konfliktbearbeitung und Vergangenheitsbewältigung

Im letzten Jahr beging der Zivile Friedensdienst sein zehnjähriges Jubiläum. Bislang entsandte der DED über 260 Friedensfachkräfte. 2009 waren mehr als 90 Friedensfachkräfte für den DED im Einsatz. In 2010 sind über 100 Entsendungen geplant. Mit den neu ins Programm genommenen Ländern Kenia, Burundi und dem Libanon ist der Zivile Friedensdienst des DED damit in 18 Länder vertreten. Der Zivile Friedensdienst leistet einen signifikanten Beitrag zur gewaltfreien Konfliktbearbeitung und Vergangenheitsbewältigung.

Nach der Überwindung von Bürgerkriegen oder Diktaturen, ist die Aufarbeitung der Vergangenheit oft entscheidend für das friedliche Zusammenleben in der Gesellschaft: Als im Juli 2007 das Archiv der ehemaligen Nationalpolizei in Guatemala aufgefunden wurde, war der DED die erste internationale Organisation, die bei der Bewahrung des umfassenden Bestandes von ca. 80 Millionen Dokumenten aus der Zeit von 1897 bis 1997 Unterstützung leistete. Das Archiv ist eine unschätzbare Informationsquelle, da hier Material über Polizeiaktivitäten im Rahmen des Bürgerkrieges und der Militärdiktaturen aus den 80er Jahren vorliegt. Damit können Gewaltverbrechen dokumentiert, Funktionsweisen der Repression untersucht und Opfer der Repression identifiziert werden. Der Zivile Friedensdienst fördert das Archiv bei der Konservierung der Dokumente, der Einstellung von geeignetem Personal sowie bei der Ausstattung von modernen Geräten. Im Rahmen eines neuen Gesetzes, das den Bürgerinnen und Bürgern das Recht auf Information zusichert, ist das Polizeiarchiv jetzt zugänglich für Anfragen jeglicher Art.

weltwärts-Freiwilligen-Programm erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit

Innerhalb des erst Ende 2007 durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ins Leben gerufene Programm ist der DED größte Entsendeorganisation. 2009 konnten bereits knapp 600 junge Menschen zwischen 18 und 23 Jahren für zwölf Monate in einer Partnerorganisation des DED mitarbeiten. Dabei können sie interkulturelle, fachliche und persönliche Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit sammeln sowie Landeskenntnisse und soziale Kompetenzen für das Leben und Arbeiten in einer anderen Kultur erwerben. 2010 werden bereits 800 Freiwillige durch den DED vermittelt. Die hohe Zahl von Bewerbungen junger Menschen in Deutschland sowie die ungebrochene Nachfrage von Organisationen in Partnerländern des DED zeigen die hohe Akzeptanz im In- und Ausland.

Entwicklungshelfer engagieren sich auch in Deutschland für eine tolerante und weltoffene Gesellschaft

Im Jahr 2009 haben zurückgekehrte Entwicklungshelfer in Deutschland 2.500 Bildungsveranstaltungen und Informationsstände durchgeführt. Damit konnten weit über 75.000 Menschen erreicht werden. Die Entwicklungspolitische Bildungsarbeit des Konsortiums "Bildung trifft Entwicklung", das der DED gegründet hat, erhielt die Auszeichnung als Best Practice Projekt für Globales Lernen 2009 durch das BMZ.

Die Reform der staatlichen Entwicklungsorganisationen nimmt Formen an

Geschäftsführer Jürgen Wilhelm zeigt sich zufrieden mit der Kabinettsvorlage zur Zusammenlegung der Organisationen der Technischen Zusammenarbeit (DED, GTZ und InWEnt). Die Fusion sei sinnvoll und überfällig und werde zu größerer Transparenz und einem reduzierten Aufwand in den Partnerländern führen. Nach der Befassung im Kabinett (voraussichtlich am 7.7.), werden in den kommenden Monaten die Verträge ausgearbeitet, der formale Zusammenschluss ist zum 1.1.2011 vorgesehen. Wilhelm begrüßt die hohe Anerkennung, die dem DED und dem Instrument der Entsendung von Entwicklungsfachkräften zuteilwird und betont, dass der DED gerne bereit ist, seine Expertise und seine langjährigen Erfahrungen in die neu zu schaffende Organisation einzubringen.

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Der DED: Weltweites Engagement - Partnerschaft vor Ort

Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) ist einer der führenden europäischen Personalentsendedienste der Entwicklungszusammenarbeit. Gemeinsam mit seinen Partnern in Afrika, Asien, dem Nahen und Mittleren Osten und Lateinamerika tritt er für die Minderung der Armut, eine selbstbestimmte nachhaltige Entwicklung und den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen ein. Der DED arbeitet im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Er ist in 47 Ländern tätig.

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