Randstad Deutschland GmbH & Co. KG

DAG, ÖTV und Randstad Deutschland schließen Tarifvertrag
Tarifvertragliche Regelung der Arbeitsbedingungen von 25.000 Mitarbeitern
Modell-Vertrag für die gesamte Branche

Hamburg (ots) - Die Randstad Deutschland GmbH & Co. KG hat mit der Deutschen Angestellten Gewerkschaft (DAG) und der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) einen Tarifvertrag für die rund 25.000 überbetrieblichen Mitarbeiter des Unternehmens unterzeichnet. Er regelt vor allem Fragen der Arbeitsbedingungen und Sozialleistungen und gilt mit einer Laufzeit von drei Jahren seit dem 1. April 2000. Die Tarifpartner sehen in der getroffenen Vereinbarung einen wichtigen Schritt im Hinblick auf einen umfassenden Branchentarifvertrag im Personaldienstleistungsgewerbe. Die wichtigsten Eckpunkte des Vertrages sehen die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Entlohnungssystemen und Lohnerhöhungen in der Basisvergütung vor. Außerdem gibt es eine Monatsarbeitszeitregelung, die es erlaubt, die Arbeitszeit an den Einsatzort anzupassen. So wird im Bereich des kaufmännischen und technischen Personals der Grundlohn um 6 Prozent, für Facharbeiter um 7 Prozent und für gewerbliche Mitarbeiter um 3 Prozent erhöht. Mit dieser Maßnahme wollen die Tarifpartner die bestehenden Entlohnungsdifferenzen zwischen konventionellen Arbeitsverhältnissen und Arbeitsverhältnissen in der Zeitarbeit in einem ersten Schritt angleichen. Zusätzlich sieht die Vereinbarung vor, dass Mitarbeiter Mehrarbeit, die über die tariflich vereinbarte Arbeitszeit hinausgeht, in Zeitguthaben sammeln und sich wahlweise in Form von Freizeitausgleich oder in Geld erstatten lassen können. Bei Krankheit, Urlaub oder Arbeitsausfall erhalten die Mitarbeiter wie in jedem anderen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis weiterhin ihre vertragsgemäße Vergütung. Zusätzlich erhalten sie neben einer Jahresleistung von 4,2 Prozent ihrer jährlichen Grundvergütung 30 Urlaubstage und Urlaubsgeld. Die Mitarbeiter können sich aufgrund eines Wahllohnsystems entscheiden, ob sie diese Sonderleistungen zu einem festgelegten Zeitpunkt oder in Form eines Zuschlages auf Lohn bzw. Gehalt ausgezahlt bekommen möchten. Grundlage des Tarifvertrages war die bestehende Rahmenbetriebsvereinbarung zwischen der Geschäftsführung und dem Betriebsrat des Unternehmens. "Tarifvertrag trägt der Flexibilität der Branche Rechnung" Randstad Geschäftsführer Dr. Reinhold Henseler ist mit der getroffenen Vereinbarung zufrieden: "Uns geht es vor allem um eine systematische Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Vergütungsstrukturen und Sozialleistungen für überbetriebliche Mitarbeiter. Vor diesem Hintergrund haben wir gemeinsam eine sehr gute und praktikable Lösung erarbeitet". Das Tarifvertragswerk unterscheide sich von den Strukturen und Inhalten deutlich von konventionellen Tarifverträgen und trage damit den besonderen Erfordernissen einer zukunftsorientierten Dienstleistungsbranche Rechnung, so Henseler:" Wir sind überzeugt, mit der gefundenen Regelung genügend Raum für die zeitarbeitstypische Flexibilität unseres Geschäfts im Markt zu erhalten und gleichzeitig mit dem Vertrag ein Signal für die gesamte Branche zu setzen. Alle übrigen Tarifpartner und Personaldienstleister sind aufgefordert, sich dem Manteltarifvertrag anzuschließen." Der Vorsitzende der Randstad Geschäftsführung, Jan Vermeulen, sieht im Abschluss des Tarifvertrages die logische Konsequenz der strategischen Randstad-Zielsetzung, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. "Die Herausforderungen und Veränderungen des Arbeitsmarktes im neuen Jahrtausend sind enorm. Flexible Arbeit wird dabei eine entscheidende Rolle spielen. Mit dem Abschluss eines Tarifvertrages unterstreichen wir unseren Anspruch, uns als attraktiver Arbeitgeber in diesem Markt zu positionieren. Für uns ist es deshalb ein zentrales Anliegen, neben den internen Mitarbeitern auch die überbetrieblichen Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden und dadurch unseren Kunden qualifiziertes und motiviertes Personal bereitzustellen. Dies möchten wir mit dem Abschluss eines Tarifvertrages absichern." Nach Auffassung von DAG-Verhandlungsführer Holger Grape könnte durch den Abschluss des Haustarifvertrages "der Knoten geplatzt sein, um auch für die gesamte Zeitarbeitsbranche ein Tarifvertragswerk durchzusetzen". Die DAG habe bis 1988 gültige Branchentarifverträge für die Zeitarbeit abgeschlossen, diese seinerzeit aber wegen Differenzen über die Arbeitszeitflexibilisierung nicht mehr aufrecht erhalten können. "Mit dem jetzt vorliegenden Haustarifvertrag, der den Anforderungen der Branche gerecht wird, können Langzeitarbeitslose eine neue Chance erhalten", betonte der Gewerkschafter. Die Bemühungen der Tarifvertragsparteien, sich gemeinsam mit der Bundesanstalt für Arbeit um diesen Personenkreis zu kümmern, sei in der heutigen Tariflandschaft "nicht eben üblich". Ebenso sei das Wahllohnsystem bei Randstad gegenüber den Wettbewerbern in der Zeitarbeitsbranche ein Vorteil, da hierdurch ein höherer Verdienst für die Beschäftigten möglich sei. Dabei würden die in der Zeitarbeitsbranche üblichen sozialen Standards überschritten. "Wir wollen erreichen, dass mittelfristig die Arbeitsbedingungen der in der Zeitarbeitsbranche tätigen Kolleginnen und Kollegen den in anderen Branchen üblichen Bedingungen entsprechen", unterstrich Grape. Für Randstad sei dies jetzt tarifvertraglich vereinbart. Der Verhandlungsführer der ÖTV, Wilhelm Zechner, betonte, dass es gelungen sei, erstmalig einen bundesweiten Tarifvertrag im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung abzuschließen, und dies auch noch beim Marktführer. "Mit den festgelegten Standards wird Billigkonkurrenz durch Leiharbeit vermieden. Der Anreiz ist weg, bestehende feste Arbeitsverhältnisse durch Leiharbeitsverhältnisse zu ersetzen." Bei diesem Tarifabschluss sei es den Dienstleistungsgewerkschaften ÖTV und DAG erneut gelungen, ihr Know- how einzubringen, um eine Wachstums- und Zukunftsbranche mitzugestalten. Jobmaschine Zeitarbeit 60 Prozent aller Arbeitnehmer, die 1999 erstmals einen Arbeitsvertrag mit einem Personaldienstleister abgeschlossen haben, waren vorher ohne Arbeit, davon mehr als 10 Prozent sogar ein halbes Jahr oder länger. Insgesamt 57.000 Langzeitarbeitslose haben nach Angaben des Instituts der Deutschen Wirtschaft zwischen Mitte 1998 und 1999 eine feste Anstellung über eine Zeitarbeitsfirma gefunden. Nach realistischen Prognosen können bis 2006 rund 1 Million Menschen im Jahresdurchschnitt in der Zeitarbeit beschäftigt werden. Dabei bieten die Firmen nicht nur qualifizierten Arbeitnehmern eine Chance: Rund 27 Prozent der Beschäftigten sind ungelernte Arbeiter, auch Wiedereinsteiger/innen und ältere Arbeitnehmer haben große Chancen, den Schritt in den ersten Arbeitsmarkt zu schaffen. Die Personaldienstleister gehörten im vergangenen Jahr zu den größten Arbeitsplatzbeschaffern in Deutschland. Randstad Deutschland führt dabei die Rankingliste mit zusätzlichen 5. 800 Beschäftigten an. ots Originaltext: Randstad Deutschland GmbH & Co. KG Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Pressekontakt: Sylvia Knecht Pressestelle Randstad Deutschland 06196- 408 1752 Ingo Schwope Pressestelle DAG 040- 34915 304 Olga Leisinger Pressestelle ÖTV 0711- 2097-222 Original-Content von: Randstad Deutschland GmbH & Co. KG, übermittelt durch news aktuell

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