N24

Oskar Lafontaine wartet auf den Kanzler-Anruf
Neue Ratschläge vom ehemaligen SPD-Vordenker

    Berlin (ots) - Oskar Lafontaine fühlt sich "bis zum heutigen Tag"
von seiner Partei ungerecht behandelt. Das sagte der einstige
Parteivorsitzende und Finanzminister heute im N24 Talk "Koschwitz"
(18.30 und 21.30 Uhr). Der Konflikt zwischen ihm und seinem
Parteigenossen und Bundeskanzler Gerhard Schröder sei noch immer
nicht beigelegt, betonte Lafontaine. "Wir haben uns im Konflikt
getrennt und der Kanzler hat ja öffentlich mehrfach angekündigt, er
wolle mal mit mir reden. Bisher ist dieser Anruf ausgeblieben."
Lafontaine betonte, zu einem Gespräch würde bei ihm "nach wie vor die
Bereitschaft" bestehen.
    
    Auf die Frage, ob er Gerhard Schröder für einen guten Kanzler
hält, gestand Lafontaine nach einer Gedankenpause, er sei in diesem
Punkt "befangen". Daher seien "viele andere eher berufen, ein Urteil
zu fällen". Die Vorwürfe aus der SPD, Lafontaine würde mit der Kritik
in seinem Buch ("Die Wut wächst") das Ansehen der Sozialdemokraten
beschmutzen, "bleiben an mir nicht kleben", sagte er. "Wenn ich in
diesem Buch inhaltlich sehr massiv darauf dränge, dass wir uns an dem
orientieren, was wir vor den Wahlen 1998 gesagt haben, und wenn ich
sage, die Programmatik war politisch erfolgreich, dann ist das für
jeden nachvollziehbar."
    
    Kritik übte Lafontaine an der von Wirtschaftsminister Müller
geäußerten Fest-stellung, die Unternehmenssteuersenkung habe zu
steigenden Investitionen ausländischer Unternehmen in Deutschland
geführt. Vielmehr sei es so, "dass feindliche Übernahmen immer mehr
stattfinden, und dass sich Unternehmen immer mehr gegenseitig
aufkaufen". Insofern würden sich zwar die Investitionen ausländischer
Unternehmen in Deutschland erhöhen, doch schon die Über-nahme von
Mannesmann durch die britische Vodafone würde daran zweifeln lassen,
"ob das jetzt im Interesse Deutschlands oder der Beschäftigen ist".
Künftige Wirtschaftspolitik müsse mehr "sozialdemokratische Prinzipen
berücksichtigen", sagte Lafontaine in Anspielung auf den parteilosen
Müller. Der Bundesregierung riet Lafontaine zum Einfrieren der Konten
ausländischer Unternehmen nach malaysischem Vorbild, um damit
Spekulationen zu verhindern. "Das ist eine Möglichkeit die schnellen
Auslandsgelder zu kontrollieren und die Weltwirtschaft zu
stabilisieren."
    
    Das Interview mit Oskar Lafontaine zeigt N24 heute im Latetalk
"Koschwitz" um 18.30 Uhr und 21.30 Uhr. Am kommenden Mittwoch, 29.
Mai 2002, ist SPD-Generalsekretär Franz Müntefering zu Gast im N24
Talk. Dann kann er bei Thomas Koschwitz auf die Kritik von Oskar
Lafontaine antworten; um 18.30 Uhr und 21.30 Uhr.
    
    Den Talk mit Thomas Koschwitz zeigt N24 jeweils montags bis
donnerstags um 18.30 und 21.30 Uhr sowie am darauffolgenden Tag um
01.20 Uhr und 6.30 Uhr. Diese und weitere Pressemitteilungen sind
online in der N24-Presselounge unter www.ProSiebenSat1.com in der
Rubrik "Medienzentrum" abrufbar. Sollten Sie Bildmaterial von N24
benötigen, wenden Sie sich bitte an die Foto-Hotline unter: (030)
2090-2324.
    
    Diese und weitere Pressemitteilungen sind online in der
N24-Presselounge unter www.ProSiebenSat1.com in der Rubrik
"Medienzentrum" abrufbar.
    
ots Originaltext: N24
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Sollten Sie Bildmaterial von N24 benötigen, wenden Sie sich bitte an
die Foto-Hotline unter: (030) 2090-2324.

Original-Content von: N24, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: N24

Das könnte Sie auch interessieren: