N24

Ariel Sharon verlangt weltweiten Druck auf Arafat

    Berlin (ots) -

    S  p  e  r  r  f  r  i  s  t: Mittwoch, 4. Juli 2001, 6.00 Uhr!

    Exklusiv-Interview von SAT.1 und N24 mit dem Israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon vor seinem Deutschland-Besuch / Ausschnitte in den Nachrichten von SAT.1, ProSieben, Kabel 1 und N24

    Der Nachrichtensender N24 hat gemeinsam mit SAT.1 den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon kurz vor seinem Deutschland-Besuch zur aktuellen politischen Lage im Mittleren Osten befragt.

    Das Interview im Wortlaut:

    Frage: "Was erwarten Sie von Ihrem Besuch in Deutschland?"

    Ministerpräsident Ariel Sharon: "Ich freue mich, Deutschland zu besuchen. Ich würde sagen, das Deutschland und der Bundeskanzler von allen europäischen Ländern Israel am freundlichsten gegenüberstehen. Ich denke, sie verstehen die Probleme, mit denen wir konfrontiert sind. Israel ist eine stabile Demokratie, die einzige stabile Demokratie in dieser Region. Vom Iran über den mittleren Osten bis nach Afrika gibt es keine andere Demokratie.

    Wir sind umgeben von totalitären Regimen, aber auch von einer Menge Hoffnung. Israel ist ein Land voller Talente aber ein kleines Land. Auf der anderen Seite müssen wir uns mit vielen Gefahren auseinandersetzen. Ich möchte jetzt näher auf die Situation im Mittleren Osten eingehen. Unsere Bemühungen Stabilität in die Region zu bringen, werden immer wieder von gefährlichem Terrorismus beeinträchtigt. Da ist der arabische Terror, der palästinensische Terror, wie überhaupt die ganze Region vom Terrorismus betroffen ist, der von Osama Bin-Laden in Afghanistan bis zum Libanon reicht, der geradezu die Wiege des Terrors ist, sowohl lokal wie international. All diese Faktoren stellen enorme Schwierigkeiten für die Stabilität in unserer Region dar.

    Ich möchte all diese Themen zusammen mit den anderen Problemen wie strategischen Interessen und gemeinsamen Interessen, die wir auf verschiedenen Feldern haben (bei meinem Deutschland-Besuch, Anm. d. Red.) diskutieren."

    Frage: "Sollen die Deutschen eine aktivere Rolle im Mittleren Osten spielen?"

    Ariel Sharon: "Der deutsche Außenminister Joschka Fischer, den ich bereits seit mehreren Jahren kenne, ist ein Freund Israels. Ich glaube, er versteht die Situation in unserer Region. Er hat große diplomatische Anstrengungen während seines jüngsten gewiss nicht leichten Besuchs hier unternommen.

    Es waren sehr schwierige Umstände, denn ich habe damals einen einseitigen Waffenstillstand erklärt, während die Palästinenser nie aufhörten zu schießen, nie aufhörten mit Terror und Gewalt. Ich denke, dass sein Besuch aus unserer Sicht sehr positiv verlaufen ist. Deshalb hoffe ich, dass sowohl Deutschland allgemein, wie auch Herr Fischer uns auch in Zukunft helfen werden, Stabilität in unserer Region zu erreichen. Eines darf man nie vergessen: Das jüdische Volk hat nur einen winzigen Staat. Einen Staat mit vielen Talenten, aber eben  doch nur einen kleinen Staat. Und es ist nach wie vor der einzige Platz auf der Welt, wo die Juden das Recht und die Möglichkeiten haben,  sich aus eigener Kraft zu verteidigen. Und dafür müssen wir Gott jeden Tag danken und das müssen wir erhalten Ich bin bereit, sehr weit zu gehen und schmerzhafte Kompromisse zu machen, um einen wahren Frieden zu erreichen. Wir und auch ich persönlich werden jedoch nichts tun, was Israel schwächen würde. Wie ich gesagt habe, wir sind für schmerzhafte Kompromisse bereit, um des wahren Friedens willen. Aber wir werden niemals einen Kompromiss akzeptieren, wenn es um Terrorismus geht, die Sicherheit der israelischen Bürger gefährdet oder gar die Existenz des Staates Israel. Das ist unsere Position."

    Frage: "Wie steht es um den Waffenstillstand?"

    Ariel Sharon: "Ich habe den einseitigen Waffenstillstand erklärt. Wir haben alles versucht, enorme Zurückhaltung fällt nicht leicht, wenn Menschen getötet werden. Als die Welt noch über den Waffenstillstand sprach und ihn feierte, waren wir auf den Beerdigungen der Opfer. Das ist es, was sich wirklich abgespielt hat. Ich glaube jetzt hängt alles von Präsident Arafat ab. Er hat nie befohlen, den Terror einzustellen. Die palästinensische Führung steckt hinter dem Terror, befürwortet ihn, schürt Terror und Mord und hier glaube ich muss weltweit Druck auf Arafat ausgeübt werden, damit sofort aufzuhören. Denn es gibt keinen Waffenstillstand. Er existierte nur auf unserer Seite. Nicht etwa weil Israel schwach wäre. Wir hätten militärische Schritte unternehmen können, sondern weil ich dachte, dass wir alles unternehmen müssen, um einen echten Frieden zu erreichen.  Deshalb habe ich angeordnet, dass wir uns zurückhalten. Wir haben das wirklich getan. Die Antwort Arafats waren Granaten, mehr Blutvergießen und mehr Aufwiegelung. Und das ist unsere gegenwärtige Situation."

    (Bei Quellenangabe frei zur Veröffentlichung.)


ots Originaltext: N24
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