Gauselmann Gruppe

Gauselmann Gruppe geht trotz Konsolidierung mit 1,127 Milliarden DM (576 Millionen Euro) ins neue Jahrtausend
rund 20 Millionen DM (10 Millionen Euro) mehr als 1999

    Nürnberg (ots) - Die Gauselmann Gruppe hat im Geschäftsjahr 2000
nach den deutlichen Umsatzzuwächsen der Vorjahre verstärkt auf
qualitatives Wachstum gesetzt. Vor dem Hintergrund der weiterhin
ungünstigen inländischen Marktbedingungen konnte durch eine
innovative Produktpolitik das inländische Geschäft stabilisiert
werden. Neben dem Geschäft mit dem Kernprodukt
Geld-Gewinn-Spiel-Geräte, das durch eine restriktive Gesetzgebung
weiterhin stark eingeengt ist, konnten zusätzliche Impulse vor allem
durch neue Spielideen im Unterhaltungsbereich generiert werden. Im
Bereich der Spielstätten hat Merkur Spielothek im Rahmen der
gesetzlichen Möglichkeiten ihren Weg weiterbeschritten, um
zusätzliches Kundenpotential zu erschließen. Ein leichter Zuwachs war
auf dem inländischen Markt zu verzeichnen.
    
    Über alle Wertschöpfungsstufen hinweg beläuft sich der Zuwachs im
Inland insgesamt auf 1,2 Prozent, d. h. von  737 Mio. DM / 377 Mio.
Euro (1999) auf nunmehr 745 Mio. DM / 381 Mio. Euro (2000).
    
    Auf den internationalen Märkten mit großen Wachstumsraten in der
Vergangenheit, stand die Konsolidierung des Erreichten im
Vordergrund. Im weltweiten Casinomarkt konzentrierte sich ATRONIC
darauf, stabile Strukturen zu etablieren und konnte darauf aufbauend
weiterhin ein deutliches Wachstum generieren. Ebenfalls positiv
verlief die Entwicklung der unternehmerischen Aktivitäten in England.
Das Auslandsgeschäft wurde durch stark zurückgehende Märkte im
europäischen Re-Export von zugekauften Unterhaltungsgeräten belastet.
Die verlustbringenden Dienstleistungsaktivitäten im Casinobetrieb
sind im Laufe des Geschäftsjahres 2000 eingestellt worden. Insgesamt
konnte somit im Ausland ein nominaler Zuwachs von 2,1 Prozent oder
von 374 Mio. DM / 191 Mio. Euro (1999) auf nunmehr 382 Mio. DM / 195
Mio. Euro (2000) erzielt werden.
    
    Der inländische Markt
    In Deutschland ist die Gauselmann Gruppe auf den Marktebenen der
Produktschaffung (Entwicklung, Herstellung, Import), dem Handel, dem
Spielstättenbetrieb und der Gastronomieaufstellung unternehmerisch
tätig.
    
    Eine tragende Säule des nationalen Geschäftes ist die adp
Gauselmann GmbH, Espelkamp. Das Jahr 2000 war bei ihren Aktivitäten
geprägt von einer elementaren Veränderung der Sortimentsstruktur. Von
zentraler Bedeutung war das Thema der kommenden EURO-Umstellung von
Geld-Gewinn-Spiel-Geräten und Unterhaltungsspielgeräten. Hier bietet
das Unternehmen eine einzigartige Umstellungskonzeption mit Profitech
2000 EU den Kunden an. Auf dem Markt der Geld-Gewinn-Spiel-Geräte
gelang eine Stabilisierung der Absatzzahlen. Allerdings bewirkte ein
verschärfter und preisaggressiver Wettbewerb einen deutlichen
Rückgang der am Markt erzielbaren Verkaufspreise. Auf Grund
unbegründeter  Ängste der Kunden vor der EURO-Umstellung verzeichnete
das Miet- und Leasinggeschäft zusätzliche Wachstumsimpulse.
    
    Im Bereich der Unterhaltungsspielgeräte brachte das Jahr 2000
signifikante Marktänderungen. Bei einer deutlichen Marktreduzierung
der Produktgruppen DART, Flipper, Billard und TV-Großgeräte konnte
gleichzeitig der Anteil der selbstentwickelten und eigenproduzierten
Unterhaltungsspielgeräte deutlich gesteigert werden. Bei
Mehrfachspielgeräten wie Merkur Roulette und Black Jack erreichte das
Unternehmen eine führende Marktstellung. Im Segment der Fun-Games
wurde die Marktführerschaft in Deutschland weiter ausgebaut. Die
spielfreudigen Konzepte des Fun-Game-Spezialisten STELLA
INTERNATIONAL haben die Absatzzahlen positiv geprägt.
    
    Die zweite tragende Säule des nationalen Geschäftes, die MERKUR
SPIELOTHEK, setzte ihren Weg der permanenten Anpassung an den Wandel
des Freizeitmarktes sowie Stärkung der Wettbewerbsposition konsequent
fort. Die derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen erschweren
allerdings notwendige Attraktivitätsverbesserungen und die Gewinnung
von Neukunden. Entsprechend gewinnt die Intensivierung der
Kundenbindungskonzepte weiter an Bedeutung. Es ist deshalb als Erfolg
zu werten, dass ein leichter Umsatzzuwachs erwirtschaftet werden
konnte. Dabei veränderte sich die Filialzahl trotz einiger
Bestandsveränderungen praktisch insgesamt nicht. Durch
Effizienzsteigerungen und Kostensenkungsmaßnahmen gelang eine
Stabilisierung der Aufwendungen. Dadurch konnte der rückläufige
Ertragstrend aus 1999 zwar umgekehrt, aber nur teilweise ausgeglichen
werden. Die positive Entwicklung ist um so bemerkenswerter, da die
Geschäftsentwicklung in den neuen Bundesländern enttäuscht und
Sanierungsmaßnahmen erforderte sowie in Berlin eine Erhöhung der
Vergnügungssteuer um 100 Prozent eintrat. Neben der Schließung einer
Filiale zwang diese Entscheidung zu Geräte- und Arbeitsplatzabbau, um
den drastischen Steuereffekt von 1,65 Millionen DM / 0,84 Millionen
Euro Mehraufwand zumindest abzumildern. Eine Filiale wurde
geschlossen und die dortigen Arbeitsplätze abgebaut.
    
    Weitere unternehmerische Handlungsfelder decken die
Tochterunternehmen NOVA (Hamburg), weltweiter Im- und Export, GeWeTe
(Mechernich bei Köln), Geldwechsel-Systeme, Merkur-Freizeit-Leasing,
Mietgeschäft, und das BEIT-Systemhaus, EDV-Dienstleistung ab.
    
    Der im Inland erzielte Umsatz stieg um 1,2 Prozent von 737 Mio. DM
/ 377 Mio. Euro (1999) auf 745 Mio. DM / 381 Mio. Euro (2000) an.
    
    Der internationale Markt
    Das bekannteste internationale Flaggschiff ist ATRONIC mit Sitz in
Lübbecke und Entwicklungs-, Vertriebs- und Serviceniederlassungen in
Österreich, UK, USA, Peru, Südafrika und Australien. Auf dem
US-amerikanischen Markt stand die Entwicklung und Etablierung
stabiler Strukturen im Mittelpunkt der unternehmerischen Aktivitäten.
ATRONIC USA konzentriert sich nun ausschließlich auf die Bearbeitung
des US-amerikanischen und des kanadischen Marktes, wohingegen die
Betreuung des südamerikanischen Marktes zu ATRONIC INTERNATIONAL,
Deutschland, wechselt.
    
    Mit der Einführung neuer Technologien in den sogenannten
Cashline-Geräten (Touch-Screen-Oberfläche und Stereosound) ist es
gelungen, ein Highlight auf dem US-amerikanischen Markt zu
platzieren. Mit der Legalisierung des Glücksspiels im US-Bundesstaat
Kalifornien rückte ein weiterer Markt in den Fokus des Unternehmens.
Der ehemalige Geschäftsführer von ATRONIC USA bedient diesen Markt
exklusiv als Verkaufsagent. Ein hoher operativer Vorteil konnte so
gesichert werden.
    
    In Südamerika sind die Märkte inzwischen durch klare Gesetze
geregelt. Gegenüber der starken, etablierten US-amerikanischen und
spanischen Konkurrenz hat sich ATRONIC hier fest im Markt etabliert.
Um zukünftig von hohen Zollkosten verschont zu bleiben, ist eine
Teilproduktionsverlagerung nach Südamerika in der Planung.
    
    ATRONIC INTERNATIONAL hat zwischenzeitlich in allen europäischen
Ländern seine Position ausgebaut und in einigen Ländern die Position
des Nr.-1-Lieferanten erreicht (Deutschland, Holland, Slowenien).
Erstmals ist es in Holland gelungen, im neueröffneten Casino Utrecht
den Weltmarktführer als Lieferant zu überrunden. Auf dem neuen Markt
in Russland hat ATRONIC sich gemeinsam mit seinem lokalen Partner
eine Marktführerschaft erarbeitet. Auf dem australischen Markt
konnten im zurückliegenden Jahr die notwendigen Herstellerlizenzen
gewonnen werden. Erfreulich ist insbesondere die Herstellerlizenz für
New South Wales, dem weltweit zweitgrößten Casinomarkt nach
Nevada/USA. Die Anstrengungen der letzten Jahre und ein sich
verändernder Markt in Südafrika haben sich in 2000 ausgezahlt. Die
Vertriebs- und  Serviceniederlassungen konnten ihr Jahresziel um 100
Prozent überschreiten. Wegen der anhaltend erhöhten Nachfrage wurde
der Produktionsstandort Groß St. Florian, Österreich, erweitert. Von
hier aus erfolgt die zentrale Koordination der Gerätefertigung in
sämtliche Zielmärkte der Atronicgruppe. Im weltweiten Casinogeschäft
von ATRONIC lag die Wachstumsrate erneut im zweistelligen Bereich.
    
    STELLA INTERNATIONAL hat neben dem spanischen Markt im Jahr 2000
schwerpunktmäßig die neuen Ostblock-Märkte Ukraine und Lettland
gemeinsam mit örtlichen Distributoren erschlossen. In Spanien bleibt
das Unternehmen trotz einer geringeren Stückzahllieferung im
Vergleich zum Vorjahr größter ausländischer Lieferant. Erfolgreich
wurden europaweit sogenannte Mystery-Jackpot-Systeme eingeführt. Auch
im vergangenen Jahr wurde konsequent auf die Vernetzung der
Entwicklungsaktivitäten für den inländischen Fun-Game-Markt und die
europäischen Geld-Gewinn-Spiel-Märkte gesetzt.
    
    Bei BELL FRUIT GAMES, England, wurden die strukturellen
Veränderungen erfolgreich abgeschlossen. Eine flexiblere Reaktion auf
Marktschwankungen bei gleichzeitiger Optimierung interner
Ablaufprozesse ist damit sichergestellt. Ein neu in den Markt
eingeführtes Gehäuse erfreut sich optimaler Akzeptanz. Für BELL FRUIT
GAMES und die beiden anderen englischen Unternehmen MAZOOMA GAMES und
QPS wurde eine neue gemeinsame Holding geschaffen, mit dem Ziel der
Kräftebündelung und der gegenseitigen Synergieerschließung. MAZOOMA
GAMES und QPS haben im Jahr 2000 deutlich an Markt gewonnen und ihre
Position ausgebaut. BELL FRUIT GAMES, MAZOOMA GAMES und QPS haben
rechtzeitig zur diesjährigen Messe in London (ATEI)
Video-Geld-Spiel-Geräte zur Serienreife entwickelt. Die Unternehmen
sind der festen Überzeugung, dass die Videotechnologie die Option der
Zukunft ist.
    
    Die von der Merkur Spielothek International seit zwei Jahren
laufenden Anpassungsprozesse wurden durch gravierende neue
gesetzliche und steuerliche Veränderungen in Tschechien, der
Slowakai, Ungarn und den Niederlanden beeinflusst und belasteten die
Ertragslage zusätzlich. Dies erforderte neben den marktüblichen
produktseitigen Optimierungen eine Neuausrichtung der
Angebotsstrukturen in diesen Ländern. Auch die Holding in den
Niederlanden, die für das europaweite Geschäft zuständig ist, wurde
zum Jahresende restrukturiert. Trotz der erzielten Umsatzsteigerungen
bleibt die Ertragslage unbefriedigend.
    
    Die Dienstleistungsaktivitäten im Casinobetrieb, getragen durch
AVALON, wurden wegen Unrentabilität schrittweise reduziert und zum
Jahresende eingestellt.
    
    Investitionen
    Im Geschäftsjahr 2000 beliefen sich die Bruttoinvestitionen der
Unternehmensgruppe auf 120 Mio. DM. Im Fokus standen die
erforderlichen Ersatzinvestitionen. Erhebliche Investitionsmittel
flossen darüber hinaus in den weiteren Ausbau der nationalen
Aktivitäten der Merkur Spielothek und in Mietgeräte zur
Absatzförderung.
    
    Mitarbeiter
    Zum Ende des Geschäftsjahres 2000 waren 5.060 Personen bei der
Gauselmann Gruppe weltweit tätig. Gegenüber dem Vorjahr entspricht
dies einem Rückgang von 95 Personen, welcher im Wesentlichen im
Ausland stattgefunden hat und vor allem durch die Beendigung der
internationalen Dienstleistungsaktivitäten im Casinobetrieb
verursacht wurde.
    
    Ausblick
    Trotz einer schwierigen nationalen Marktsituation bei steigenden
Ausgaben der Bürger in die Freizeit, geht die Gauselmann Gruppe für
das laufende Geschäftsjahr von einer insgesamt positiven
Weiterentwicklung aus. Die Strategie der Konzentration auf die
Kernkompetenzen ist auch weiterhin die Basis für eine Stärkung der
Unternehmensgruppe. Sie ist für die Herausforderungen der sich
ändernden Märkte somit gut gerüstet. Der eingeschlagene Weg wird
konsequent weiterverfolgt und soll zu organischem Wachstum führen.
Das Ziel ist dabei vor allem die Ergebnisverbesserung vor
Umsatzzuwachs.
    
ots Originaltext: Gauselmann AG
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