BLL - Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V.

BLL kritisiert unverhältnismäßige Forderungen zur Nährwertkennzeichnung

BLL kritisiert unverhältnismäßige Forderungen zur Nährwertkennzeichnung
Redner der BLL-Jahrestagung: Dr. Theo Spettmann, Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL,) Dr. Bärbel-Maria Kurth, Robert-Koch-Institut (RKI), Prof. Dr. med. Hans-Georg Predel, Deutsche Sporthochschule Köln (DSHS), Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel, Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (vlnr) Die Verwendung dieses Bildes ...

Bonn (ots) - Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) sprach sich auf seiner Jahrestagung am 17. April in Berlin gegen ein gesetzliches Nährwertkennzeichnungsregime und gegen die Diskriminierung von Lebensmitteln durch Ampelfarben aus. "Die Lebensmittelwirtschaft wird ihr Engagement zur freiwilligen Nährwertkennzeichnung verstärkt fortsetzen und lehnt unverhältnismäßige Forderungen, die die bisherigen Anstrengungen der Wirtschaft ignorieren, ab. Sie lassen sowohl die Praktikabilität, die damit verbundene Bürokratie wie auch die Kosten und den nicht belegten Nutzen außer Acht", sagte Dr. Theo Spettmann, Präsident des Spitzenverbandes.

Mehr als zwei Drittel der Lebensmittelverpackungen tragen bereits heute eine Nährwertkennzeichnung, mehr als 70 Prozent geben weiterführende Informationen durch Hotlines oder Internetseiten. Dies belegt eine Ende 2007 durchgeführte GfK-Studie, die der BLL aktuell als Broschüre veröffentlicht hat. Die Ergebnisse zeigen, dass der Anteil bedarfsangepasster Produkte wie auch solcher mit Nährwertkennzeichnung stark angestiegen ist. Das lässt Forderungen sowohl nach mehr "reformulierten" Lebensmitteln als auch nach verbindlicher Nährwertkennzeichnung unbegründet erscheinen.

"Die Annahme, dass eine ausgedehnte Nährwertkennzeichnung hilft, Übergewicht zu vermeiden, ist falsch", so Spettmann. Maßnahmen zur Gesundheitsprävention müssen ursachengerecht ansetzen und streng wissenschaftsbasiert und nicht populistisch ausgelegt sein. So sind Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus weitaus häufiger von Adipositas, aber auch von anderen gesundheitlichen Defiziten betroffen als Kinder aus sozial privilegierten Familien. "Fast dreimal so hoch ist die Adipositasrate bei 14 bis 17-Jährigen aus Familien mit niedrigem im Vergleich zu einem hohen Sozialstatus, berichtete Dr. Bärbel-Maria Kurth aus der Arbeit des Robert Koch-Instituts. Sie forderte, Präventionskonzepte zielgruppenspezifisch auf die besonders betroffenen Bevölkerungsgruppen auszurichten.

Der positive Einfluss von Bewegung auf die Gesundheit wird deutlich unterschätzt. "64 Prozent der Deutschen bewegen sich zu wenig, dabei ist der Zusammenhang zwischen Fitness-Status und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wissenschaftlich belegt", stellte Prof. Hans-Georg Predel von der Deutschen Sporthochschule Köln fest.

Während Gesundheitsrisiken einerseits unterschätzt werden, wird andererseits die öffentliche Debatte um Lebensmittelskandale emotional geführt und überbewertet. "Mit Nichtwissen und Falschaussagen wird Angst geschürt", kritisierte Prof. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). In Krisenfällen müsse zunächst die Wissenschaft befragt werden. "Eine sachliche Auseinandersetzung mit Risiken ist essenziell, um das Vertrauen der Verbraucher zu stärken", so der Anspruch von Hensel. Durch gezielte Kommunikation wissenschaftlichen Argumenten in der Öffentlichkeit wieder mehr Gehör zu verschaffen, sieht er als zentrale Aufgabe an.

Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) Der BLL ist der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft. Ihm gehören ca. 500 Verbände und Unternehmen der gesamten Lebensmittelkette - Industrie, Handel, Handwerk, Landwirtschaft und angrenzende Gebiete - an.

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Dr. Andrea C. Moritz
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