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Daten-Lücke in Windows XP bietet Nährboden für Viren / "tecChannel.de": Manipulierte .manifest-Dateien können Systemprogramme lahm legen

    München (ots) -     Komplette Neuinstallation von Windows XP als Folge

    Die neuen Gestaltungsmöglichkeiten (Visual Styles) für die
Bildschirmoberfläche (Desktop) in Microsofts neuem Betriebssystem
Windows XP bergen Sicherheitsrisiken. Das geht aus einem Bericht von
"tecChannel.de", dem Webzine für Computer- und Kommunikationsprofis,
hervor. Wie bereits bei der Vorabversion Release Candidate RC1 von
Windows XP lässt sich das System auch in der endgültigen Fassung über
manipulierte manifest-Dateien lahm legen.
    
    Microsoft hat in Windows XP so genannte .manifest-Dateien
(XML-Dateien) eingeführt, die beim Start von Applikationen die
zugehörige Information zur optischen Darstellung des Programms
liefern. Damit ermöglicht Microsoft etwa die individuelle Gestaltung
des Desktops unter Windows XP. Riskant ist aber, dass Windows XP beim
Öffnen einer Anwendung immer nach einer .manifest-Datei sucht und,
falls vorhanden, die dort verzeichneten Dateien und Bibliotheken
lädt. Dies gilt auch für den Start aller Systemprogramme. Besonders
heikel gestaltet sich das Problem, falls manipulierte
.manifest-Dateien in das System eingebracht werden, etwa durch einen
Hacker-Angriff oder Viren, berichtet das Webzine.
    
    Im "tecChannel.de"-Labor wurde eine manipulierte .manifest-Datei
für den Windows-Explorer (explorer.exe) erzeugt. Statt gültigen, in
XML geschriebenen Informationen zu Styles und DLLs enthält die Datei
sinnlose Zeichenreihen. Wenn diese Datei in das Windows-Verzeichnis
von Windows XP kopiert wird, hängt der Rechner sich bei jedem
Neustart oder der Beendigung des Explorer über den Taskmanager auf.
Windows XP gibt in diesem Fall nicht einmal eine Fehlermeldung aus.
"tecChannel.de" konnte das Problem an der RC1-Vorabversion und jetzt
auch an der fertigen Fassung von Windows XP feststellen.
    
    Die Auswirkungen können fatal sein, warnt "tecChannel.de": Bringt
etwa ein Virus diverse Manifest-Dateien für Systemprogramme mit und
installiert sie, hilft zur Fehlerbehebung nur eine komplette
Neuinstallation von Windows XP. Letztlich lässt sich damit jede
Applikation handlungsunfähig machen, solange es nicht gelingt, die
zugehörige Manifest-Datei zu löschen.
    
    Microsoft hat die Manifest-Dateien eingeführt, da sich dadurch
Elemente ohne ein Update des Betriebssystems oder das Einspielen
eines Service-Packs leicht ändern lassen. In Anbetracht der
aufgezeigten Mängel wäre es aber empfehlenswert, so die
"tecChannel.de"-Experten, wenn Windows XP zumindest prüfen würde, ob
die Manifest-Datei einen gültigen XML-Code enthält. Wenn nicht,
sollte XP auf die Standard-Darstellung ohne Styles zurückgreifen.
    
    Die Berichte zum Thema sind im Internet abrufbar unter:
    http://www.tecchannel.de/news/20010925/thema20010925-5497.html
    und
    http://www.tecchannel.de/software/778/index.html
    
    
ots Originaltext: tecChannel.de
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


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