SOS-Kinderdorf e.V.

Der SOS-Kinderdorf e.V. fordert verbesserte Rahmenbedingungen bei der Umsetzung des Kinderschutzes

München (ots) - Massive Vernachlässigungen, Verletzungen oder gar Todesfälle von Kindern in Familien machen bundesweit fast wöchentlich Schlagzeilen. Um den Schutz der Kinder zu gewährleisten, hat der Gesetzgeber in den letzten Jahren unter anderem mit dem Kinder- und Jugendhilfeentwicklungsgesetz, dem Gewaltschutzgesetz und dem Kinderrechteverbesserungsgesetz reagiert.

Doch obwohl die Träger der Kinder- und Jugendhilfe nach § 8a des Kinder- und Jugendhilfegesetzes besonders gefordert sind, da sie regelmäßig als "erfahrene Fachkräfte" Risiken für Kinder fachlich fundiert einschätzen und entsprechende Empfehlungen abgeben können, reichen die Maßnahmen allein oft nicht aus.

Was muss also zusätzlich noch getan werden, um Kinder besser zu schützen?

Der SOS-Kinderdorf e.V. mit seiner mehr als 50-jährigen Erfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe stellt fest, dass weitere und verbesserte rechtliche Grundlagen nur von begrenztem Nutzen sind, wenn sich nicht die Haltungen und Vorgehensweisen der Akteure verändern.

Die vielen, nicht selten getrennt voneinander vorgehenden Institutionen und Behörden müssen etwa zwischen Gesundheits-, und Schulsystem und der Kinder- und Jugendhilfe, vernetzt werden. Die abgestimmte Vorgehensweise in jedem Einzelfall muss durch eine fallführende Person koordiniert werden. Hierzu gehört auch die Klärung datenschutzrechtlicher Belange.

Prof. Dr. Johannes Münder, Vorstandsvorsitzender des SOS-Kinderdorf e.V.; "Mitarbeiter der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe brauchen einen passgenauen Rahmen, insbesondere die Möglichkeit, häufiger Besuche in den Familien durchzuführen. Dies hat zur Folge, dass für die familiale Unterstützung mehr finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen."

Münder weiter: "Generell gilt, dass Kontrolle in gefährdeten Familien nicht das Allheilmittel ist. Es muss vielmehr die soziale Isolierung von Familien abgebaut werden. Vielfältige vorbeugende, familienstärkende Angebote, wie sie zum Beispiel der SOS-Kinderdorf e.V. aus Spendengeldern finanziert, sind hier von zentraler Bedeutung."

Der SOS-Kinderdorf e.V. setzt sich dafür ein, nicht nur kurzfristige Maßnahmen durchzuführen, sondern die Lebensbedingungen von Kindern und Familien nachhaltig zu verbessern. Daher engagiert er sich mit zahlreichen Angeboten für benachteiligte Familien, bietet praktische Hilfen und Unterstützungsprogramme zur Stärkung der erzieherischen Kompetenz von Eltern an.

Darüber hinaus werden hoch belastete Familien im Rahmen der ambulanten Familienhilfe intensiv begleitet.

Pressekontakt:

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E-Mail: angela.richterich@sos-kinderdorf.de
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