Deutscher BundeswehrVerband (DBwV)

Zeitsoldaten fordern bessere Chancen bei Eingliederung in das zivile Berufsleben
Delegierte kritisierten auf Tagung in Berlin "Versorgungsfalle"

Berlin (ots) - Bessere Chancen bei der Eingliederung in den zivilen Arbeitsmarkt fordern die Zeitsoldaten der Bundeswehr. Auf einer Bundestagung des Deutschen BundeswehrVerbandes kritisierten die Delegierten den Dienstgeber: "Viele Soldaten kommen mit großen Erwartungen zur Bundeswehr, doch dann müssen sie schnell feststellen, dass im Truppenalltag bezüglich Ausbildung, Ausrüstung und Betrieb erhebliche Defizite bestehen. Noch größer wird die Enttäuschung, wenn die Wiedereingliederung ins zivile Berufsleben ansteht. Dann stehen wir alleine da." Nach der vier- bis zwölfjährigen Dienstzeit sei es kaum möglich, den Anschluss auf dem sich rasant entwickelnden zivilen Arbeitsmarkt zu finden. Selbst in den früher erlernten Berufen seien Veränderungen oft so tiefgreifend, dass aufwendige Eingliederungsmaßnahmen nötig würden. "Auf diese Entwicklung muss die Bundeswehr künftig flexibler reagieren. Der Beruf Zeitsoldat muss einen anderen Stellenwert erhalten und attraktiv gestaltet werden", forderte der Leiter der Zeitsoldaten-Tagung in Berlin, Hauptmann Helmut Meyer. Die Bundeswehr stellt jährlich 25.000 junge Frauen und Männer als Zeitsoldaten ein. Da nur 20 Prozent der eingestellten Soldaten die Chance erhalten, als Berufssoldat übernommen zu werden, müssen sich jedes Jahr 20.000 Männer und Frauen darum bemühen, nach ihrer Dienstzeit den Anschluss an den zivilen Arbeitsmarkt zu finden. Meyer kritisierte auch große Lücken in der sozialen Absicherung der Zeitsoldaten, die in eine "Versorgungsfalle" gerieten. "Sowohl im Rentenrecht, in der Krankenversicherung, bei drohender Arbeitslosigkeit nach der Dienstzeit wie bei Unfällen im Auslandseinsatz sitzt er zwischen den Stühlen. Er ist weder Berufsbeamter noch ziviler Arbeitnehmer - das bringt ihm erhebliche Nachteile", so Meyer. Die Tagungsteilnehmer forderten grundlegende Änderungen in der Gesetzgebung. "Wer sich zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr entschließt, Soldat zu werden, muss Zufriedenheit und Erfolg im Beruf erwarten können. Er darf aber nicht ständig das Gefühl haben, dass er gegen eine übermächtige Bürokratie kämpft", erklärte eine Delegierte in Berlin. ots Originaltext: DBWV Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen bitte an: Wilfried Stolze Tel.-Nr. 0228 / 3823-212 Original-Content von: Deutscher BundeswehrVerband (DBwV), übermittelt durch news aktuell

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