Deutscher BundeswehrVerband (DBwV)

Minister Jung und Amtsvorgänger Struck würdigten die großen Verdienste von Oberst Gertz als "Anwalt der Soldaten"

Berlin (ots) -

   Nachfolger Oberstleutnant Ulrich Kirsch forderte auf DBwV-Festakt
   in Berlin Streitkräftezulage für alle Soldaten 

Mit einem Festakt in Berlin am 3. Dezember hat der Deutsche BundeswehrVerband den am 31. Dezember 2008 aus dem Amt scheidenden Bundesvorsitzenden, Oberst Bernhard Gertz, verabschiedet. Prominente Vertreter aus Politik, Gesellschaft und den Streitkräften würdigten die großen Verdienste, die der 63-jährige Gertz in seiner 15-jährigen Amtszeit an der Spitze des Verbandes erworben hat, die ihn im In- und Ausland als engagierten Interessenvertreter der Soldaten und ihrer Angehörigen bekannt machten und ihm den Ehrentitel "Mister Bundeswehr" einbrachten. "Sie haben dieses wichtige Amt durch Ihre Persönlichkeit ganz entscheidend geprägt", betonte Verteidigungsminister Franz Josef Jung in seiner Festrede. Der BundeswehrVerband gelte als Anwalt der legitimen Interessen der Soldaten. Für den Verteidigungsminister sei ein starker Verband daher "nicht immer bequem, aber er ist hilfreich". Mit Gertz sei die Zusammenarbeit im Interesse der Soldaten aber erfolgreich gewesen. Als Beispiele nannte Jung das Weiterverwendungsgesetz, den verbesserten Rechtsschutz für Soldaten und die Wehrsolderhöhung.

Jungs Vorgänger im Amt, SPD-Fraktionschef Peter Struck, lobte Gertz dafür, dass er das Zusammenwirken der Armee der Einheit begleitet habe und würdigte ihn als "wichtigen Partner und Ratgeber", der fair und vertrauensvoll gewesen sei. Er habe mit seinem großen Engagement als Anwalt der Soldaten auch die Mammutaufgabe, die Umwandlung der Landesverteidigungsarmee hin zur Einsatzarmee, von Anfang an mit gestaltet. "Sie waren das soziale Gewissen bei der Transformation, Sie waren Zeuge der ersten Auslandseinsätze und Sie haben miterlebt, wie sich das Berufsbild des Soldaten Schritt für Schritt gewandelt hat", sagte Struck, der mit einem humorvollen Versprecher den Saal erheiterte: "Es waren vier Verteidigungsminister, die Sie während ihrer Amtszeit erledigt haben". "Erlebt haben", verbesserte er sich.

Oberst Gertz selbst ging in seiner Abschiedsrede auf die Entwicklung der Bundeswehr seit ihrer Gründung und nach dem Mauerfall ein. Er mahnte, "ehemalige Soldaten der Nationalen Volksarmee genauso wenig pauschal zu verurteilen wie die deutschen Kriegsteilnehmer des Zweiten Weltkrieges". Zugleich machte er deutlich, dass es keine Traditionslinie der Bundeswehr zur Wehrmacht gebe. Unter Beifall der Zuhörer sagte er: "Die Soldaten der Wehrmacht haben ihre Kameraden jüdischen Glaubens leider nicht kameradschaftlich gedeckt und beschützt." So etwas dürfe nie wieder geschehen.

Auf seinen Nachfolger im Amt, Oberstleutnant Ulrich Kirsch bezogen, sagte er, er gehe "mit dem guten Gefühl, den neuen Steuermann in den zurückliegenden drei Jahren erfolgreich auf die neue Aufgabe vorbereitet zu haben". Er sei sicher, dass auch Ulrich Kirsch Klartext rede und damit die Menschen erreiche. Eine ganze Stunde standen zum Schluss die Gratulanten Schlange: Prominente Repräsentanten aus Politik, Gesellschaft, der Medien, Mandatsträger des DBwV und Mitarbeiter überbrachten Oberst Gertz, seiner Frau Bärbel und der Familie gute Wünsche.

Nachfolger Kirsch bekannte, die Fußstapfen von Bernhard Gertz seien groß. Er kenne seine Schuhgröße. Und er werde sich eine Weisheit von Gertz zu eigen machen. "Wer den Kopf aus dem Fenster lehnt, darf sich nicht wundern, wenn er vom Regen getroffen wird." Der neue Verbandschef, der am 2. Dezember vom Bundesvorstand einstimmig gewählt worden war, forderte gemäß einer Resolution des Verbandstages eine Streitkräftezulage für alle Soldaten von 600 Euro pro Monat. Die jüngst eingeführten Stellenzulagen für einen Teil der Luftwaffen-Piloten und Ärzte seien der falsche Weg, die Personalprobleme der Bundeswehr zu lösen. Damit würde keine Attraktivität, sondern Ungleichbehandlung geschaffen. Die Regierung solle durch Einführung einer ruhegehaltsfähigen Streitkräftezulage alle Soldatinnen und Soldaten gleich behandeln.

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