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Äthiopien: Ernährung und Einkommen durch landesweiten Ressourcenschutz

Eschborn (ots) - Das äthiopisch-deutsche Ressourcenschutz-Programm ist im Kampf gegen Bodenerosion im Hochland Äthiopiens so erfolgreich, dass es jetzt landesweit ausgebaut wird. In der bisherigen Projektregion können die Bauern das bislang unfruchtbare Land wieder landwirtschaftlich nutzten, was die Ernährung der Bevölkerung langfristig sichert. Das Vorhaben erreicht bisher 315.000 Menschen. "Das Programm verbindet den Schutz der natürlichen Ressourcen mit der Verbesserung der Lebensbedingungen", sagt Andrea Bahm von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH. Das gemeinnützige Unternehmen ist im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums in dem ostafrikanischen Land tätig. "Die Menschen in den Dörfern machen mit, weil sie dadurch ihre Ernten deutlich steigern und sogar neue Einkommensmöglichkeiten erhalten." So bauen zahlreiche Farmer neuerdings Äpfel an - sowohl für den eigenen Verzehr, als auch zum Verkauf auf Obst- und Gemüsemärkten.

Das Ressourcenschutz-Programm startete im Jahr 2004 in Äthiopiens Hochland, das besonders dicht besiedelt ist. Aufgrund unangepasster Bewirtschaftungsmethoden war der Ertrag damals gering, der Boden vielerorts der Erosion ausgesetzt. Beispielhaft für die Arbeit ist das Dorf Abrah Atsebha in der Nordregion Tigray. Die Erde war ausgetrocknet, die Bäume abgeholzt, Weiden abgegrast, Quellen versiegt. Inzwischen ist eine grüne Oase entstanden, die anderen Orten als Vorbild dient. Die wichtigsten Maßnahmen: Die Bevölkerung hat unter der Anleitung von Projektmitarbeitern Erosionsgräben stabilisiert, um zu vermeiden, dass Regen den Boden weiter ausgespült. Sie legten Becken an, um das Regenwasser aufzufangen, und kleine Gräben, um ihre Felder zu bewässern. Auch lernten sie, die bestehenden Quellen zu fassen und so das saubere Wasser zu schützen. Anbauflächen befestigten sie mit Steinwällen und bepflanzten sie mit Obstbäumen gegen Erosion. Auch die Weidewirtschaft hat sich verändert: Rinder, Schafe und Ziegen dürfen nur noch in begrenzten, wechselnden Gebieten grasen. Dadurch regeneriert sich die Natur nachhaltig.

Zusammen mit der GTZ beteiligen sich der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) und die KfW-Entwicklungsbank an dem Ressourcenschutzprogramm. Von den 315.000 Menschen, die das Vorhaben erreicht, profitieren zurzeit 160.000 von der nachhaltigen Nutzung des Wassers. 134.000 Menschen nutzen Energiesparöfen, die 80 Prozent weniger Holz brauchen als traditionelle Herde und deshalb die Abholzung reduzieren helfen. 13.000 Kleinbauern sind Kaffeeproduzenten, 7.000 Bauern bauen Äpfel an. 1.200 Menschen arbeiten in der nachhaltigen Forstwirtschaft, 400 im Öko-Tourismus. Das Projekt fördert außerdem die Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte für den lokalen Markt.

Äthiopien ist eines der ärmsten Länder der Welt, in dem vier bis fünf Millionen Menschen an Unternährung leiden. Der starke Anstieg der Lebensmittelpreise im Sommer 2008 traf das ostafrikanische Land besonders stark. "Das beachtliche Wirtschaftswachstum der letzten Jahre reicht immer noch nicht aus, um die wachsende Bevölkerung zu ernähren. Die landwirtschaftliche Produktion und Produktivität muss gesteigert werden, um unabhängig zu werden von teuren Importen", so GTZ-Expertin Bahm.

Als weltweit tätiges Bundesunternehmen der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH die Bundesregierung bei der Verwirklichung ihrer entwicklungspolitischen Ziele. Sie bietet zukunftsfähige Lösungen für politische, wirtschaftliche, ökologische und soziale Entwicklungen in einer globalisierten Welt und fördert komplexe Reformen und Veränderungsprozesse auch unter schwierigen Bedingungen. Ihr Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig zu verbessern.

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