Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Kolumbien: Fußballschuhe statt Gewehrkugeln
Interview-Angebot zum Internationalen Friedenstag der Vereinten Nationen am 21. September

Eschborn (ots) - Ein Fußball, zwei Teams, ein paar feste Grundregeln und viel Flexibilität - das sind die Zutaten für "Golombiao", ein an Fußball angelehntes Spiel, das in vielen Ländern verbreitet ist. Die kolumbianische Variante hilft dabei, Konflikte friedlich beizulegen. Entwickelt hat sie die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ). "Beim Golombiao lernen Jugendliche auf spielerische Art, vorgegebene Regeln zu respektieren und sich so in die soziale Umwelt einzufügen", sagt Barbara Hess, Leiterin des GTZ-Büros in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Diese Basisarbeit ist notwendig in einem Land wie Kolumbien, das seit mehr als vierzig Jahren durch den bewaffneten Konflikt zwischen der Regierung und aufständischen Gruppen geprägt ist. Aber wie funktioniert das genau?

"Beim Friedensfußball spielen nicht nur ehemals verfeindete Parteien mit, sondern wir gehen damit gezielt in die sozialen Brennpunkte der Städte", sagt Hess. Einige Grundregeln müssen beim Golombiao eingehalten werden: Ein Team besteht aus mindestens vier Frauen und vier Männern. Das erste Tor muss immer von einer Frau geschossen werden - so lernen die Jugendlichen Toleranz gegenüber dem anderen Geschlecht. Und: Es gibt keinen Schiedsrichter, sondern einen Berater, der das Spiel leitet. Gemeinsam mit dem Berater einigen sich die Teams vorab auf zusätzliche Regeln, die eingehalten werden müssen. "Das hat mehrere Effekte: die Jugendlichen handeln gemeinsam etwas aus, sind am Prozess beteiligt und achten während dem Spiel selbst darauf, dass die Regeln auch eingehalten werden", sagt Hess. Gerade solche Jugendliche, die sonst schnell zu Gewalt als Problemlösung griffen, lernten auf diese Weise einen anderen Weg. "Durch den Fußball finden wir Zugang zu den Jugendlichen und schaffen so den Brückenschlag zu ihrer persönlichen Lebenssituation. Auf diese Weise fördern wir die Übernahme von Verantwortung und stärken ihre Fähigkeit zu einem friedlichen Miteinander", sagt Hess.

Kolumbien und der Friedensfußball sind jedoch nur ein Beispiel: Die GTZ unterstützt die Menschen weltweit, Spannungen und Krisen frühzeitig zu erkennen und sie gewaltlos beizulegen. Nach einem Konflikt arbeitet sie daran, den ökonomischen, sozialen und politischen Wiederaufbau voranzubringen. Denn: Konflikte und bewaffnete Auseinandersetzungen sind weltweit Gründe für massive Flüchlingsströme, Hunger und Zerstörung. Krisen und Konflikte vernichten die Lebensgrundlage der Menschen und führen zu körperlichen und geistigen Schäden. Weltweit sterben mehr als eine halbe Million Menschen jährlich durch bewaffnete Auseinandersetzungen, mehr als 21 Millionen befinden sich auf der Flucht.

Interviews

Zum Internationalen Friedenstag vermittelt die Pressestelle der GTZ Interviews zum "Golombiao" in Kolumbien sowie zur Friedensentwicklung und Konfliktprävention allgemein. Unsere Büroleiterin in Kolumbien steht Ihnen am Donnerstag, 18. September, ab 15.30 Uhr für Interviews zur Verfügung. Sie erreichen die Pressestelle unter der Telefonnummer 06196 / 79 4466.

Als weltweit tätiges Bundesunternehmen der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH die Bundesregierung bei der Verwirklichung ihrer entwicklungspolitischen Ziele. Sie bietet zukunftsfähige Lösungen für politische, wirtschaftliche, ökologische und soziale Entwicklungen in einer globalisierten Welt und fördert komplexe Reformen und Veränderungsprozesse auch unter schwierigen Bedingungen. Ihr Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig zu verbessern.

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