Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Zum Internationalen Tag der Frauen am 8. März: Starke Frauen - 1200 Tage nach dem Tsunami
Programme zur Reform des Einwohnerwesens und zum Wiederaufbau in Indonesien gewinnen Genderpreis der GTZ

Eschborn (ots) - In der vom Tsunami zerstörten indonesischen Provinz Aceh hat sich die Lebenssituation der Frauen rund 1200 Tage nach der Flutkatastrophe stark verbessert. Dazu hat zum einem das Wiederaufbauprogramm Aceh wesentlich beigetragen. Auch die Reform des Einwohnerwesens hat dazu geführt, die Bürgerrechte der Frauen in ganz Indonesien deutlich zu stärken. Beide Programme, die vom Bundesentwicklungsministerium finanziert und von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH durchgeführt werden, erhalten für ihr Engagement gemeinsam den GTZ-Genderpreis.

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul überreicht den Preis am Vortag des Weltfrauentages in Eschborn zusammen mit der Fernsehjournalistin Kay-Sölve Richter an die Entwicklungsfachkräfte Jasmin Freischlad und Dr. Ulrich Klingshirn, die beide Programmteams vertreten. Sie werden begleitet von indonesischen Partnern, der stellvertretenden Bürgermeisterin der Stadt Banda Aceh, Illiza binti Sa´aduddin, und Prof. Musdah Mulia, Senior Beraterin des indonesischen Ministers für Religiöse Angelegenheiten.

Mit ihrer Arbeit überzeugten die Preisträger die Jury davon, dass es auch unter schwierigen Bedingungen Möglichkeiten für mehr Gleichberechtigung von Männern und Frauen gibt. Dazu gehört die Reform des Einwohnerwesens in Indonesien. Viele Frauen verzichten auf die staatliche Registrierung ihrer Ehen, da ihnen die rechtlichen Vorteile nicht bekannt sind. Doch nur mit der standesamtlichen Beurkundung von Geburten und Heirat können die Frauen das Sorgerecht für ihre Kinder, ein Erbe und Unterhalt einklagen. Vor allem die Zusammenarbeit mit islamischen Gelehrten hat dazu beigetragen, dass sich die Rechtssituation der Frauen bereits verbessert hat. Zum Beispiel hat der Islamische Gelehrtenrat in der Provinz Aceh die Registrierung öffentlich befürwortet. Damit wurde eine Basis dafür geschaffen, dass die Bürgerrechte der Frauen weiter gestärkt und gesellschaftlich anerkannt werden.

Teil des Wiederaufbauprogramms in Aceh ist ein Berufsbildungsprojekt, bei dem 90 Absolventen einer Ausbildungsmaßnahme, überwiegend Frauen, eine Textilfabrik aufgebaut haben. Produktion, Verkauf, Management und Verwaltung gestalten sie gemeinsam und gleichberechtigt. Ihre Ware verkauft die Kooperative in eigenen Outlet-Shops. Läden gibt es bereits in drei Städten, seit Anfang 2008 auch in der Hauptstadt von Nord-Sumatra. Acht Monate nach der Gründung ist die Textilfabrik weit über Aceh hinaus bekannt und beschäftigt auch weibliche und männliche Mitarbeiter aus anderen Regionen.

Preisgekrönt wurde ebenfalls der folgende Teil des Wiederaufbauprogramms: Mit Unterstützung der stellvertretenden Bürgermeisterin von Banda Aceh und der GTZ haben 150 Frauen Projektvorschläge für die Stadtverwaltung unter anderem zur Verbesserung der Gesundheitsvorsorgung, des Wasser- und Abwassersystems und zur Einführung von Kleinkreditprogrammen erarbeitet. Damit sich die Frauen besser vernetzen können, erhalten sie außerdem ein Kommunikationszentrum und eine eigene städtische Behörde.

Hinweis: Fotos von der Preisverleihung stehen nach der Veranstaltung zur Verfügung und können angefordert werden. Kontakt: presse@gtz.de, Tel. 06196/79-4466. Die Vertreterinnen des Siegerteams stehen gerne für Interviews zur Verfügung.

Über die GTZ: Als weltweit tätiges Bundesunternehmen der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH die Bundesregierung bei der Verwirklichung ihrer entwicklungspolitischen Ziele. Sie bietet zukunftsfähige Lösungen für politische, wirtschaftliche, ökologische und soziale Entwicklungen in einer globalisierten Welt und fördert komplexe Reformen und Veränderungsprozesse auch unter schwierigen Bedingungen. Ihr Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig zu verbessern.

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