Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

8.500 türkische Erdbebenopfer erhalten ein neues Heim
GTZ übergibt die ersten schlüsselfertigen Notunterkünfte

Eschborn (ots) - Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) hat die ersten winterfesten Unterkünfte für die Opfer des Erdbebens in der Westtürkei schlüsselfertig übergeben. Die ersten 3000 Menschen konnten Sylvester bereits in den neuen Räumlichkeiten verbringen. Täglich ziehen rund 150 dazu. Insgesamt werden 8500 Menschen ein neues Heim erhalten. Rund 20 Millionen Mark hatte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) als Nothilfe nach dem verheerenden Beben im August 1999 bereitgestellt. "Die türkische Seite stellte die Baugrundstücke zur Verfügung und schuf die technische Infrastruktur, also die Trinkwasser- und Stromversorgung, den Straßen- und Kanalbau", erklärt Horst Valentin Kreutner, verantwortlich für das Türkei-Projekt, das Verfahren. "Die GTZ zeichnet für die schlüsselfertige Errichtung und Übergabe der Unterkünfte verantwortlich." In der Rekordzeit von nur vier Monaten nach Auftragserteilung sind nunmehr drei Wohnsiedlungen in den Provinzen Sakarya und Bolu entstanden, die über 1608 Wohneinheiten von etwa 30 Quadratmetern Fläche verfügen. "Die Wohnungen sind für 4-6 Personen gedacht, ausgestattet jeweils mit einem Schlaf- und Wohnraum, einem Duschbad mit Warmwasserboiler, einer kleinen Küchenzeile mit Elektrokocher und Spüle", beschreibt Architekt Kreutner. "Die Basiseinrichtung von drei Doppelstockbetten, einem Tisch und sechs Stühlen sowie einem Heizgerät ermöglicht einfaches Wohnen." Nach einer zügigen Ausschreibung vor Ort wurde die türkische Firma Tepe Yapi mit der Lieferung der Baumaterialien und der Errichtung der Unterkünfte beauftragt. Durch die Beteiligung lokaler Handwerker leistet das Programm einen Beitrag zur Förderung der Beschäftigungslage und zur Wiederbelebung der einheimischen Wirtschaft. Zwei GTZ-Experten koordinierten und kontrollierten gemeinsam mit sieben türkischen Ingenieuren die Baumaßnahmen vor Ort. Ergänzt werden die Notunterkünfte durch Bauten der sozialen Infrastruktur. Derzeit entsteht ein Notkrankenhaus in der fast gänzlich zerstörten Stadt Düzce. In den Siedlungen wird an zwei Schulen mit jeweils acht Klassen, drei Krankenstationen, drei Verwaltungsgebäuden, drei Kindergärten und Lebensmittelläden gebaut. Drei kleine Moscheen und drei Teehäuser runden als Versammlungsräume die Nothilfe ab. Die Menschen werden voraussichtlich mehrere Monate, wenn nicht gar Jahre in den Notunterkünften verbringen müssen. "Um so wichtiger ist es, ihnen zu einer einigermaßen lebenswerten Umgebung zu verhelfen", so Kreutner, "denn die Sorge um einen Arbeitsplatz, ein Auskommen und das Leid um die beim Erdbeben Verstorbenen werden zunächst bleiben." Mit der Nothilfe in der Türkei betritt die GTZ keineswegs Neuland: Seit Beginn des Krieges im ehemaligen Jugoslawien im Jahr 1992 und seitdem in der gesamten Balkanregion haben die Hochbauexperten der GTZ umfangreiche Erfahrungen im Bau von winterfesten Notunterkünften gesammelt. Rund 50.000 Flüchtlinge und Vertriebene haben dort seither durch die Arbeit der GTZ ein vorübergehendes Zuhause gefunden. Die GTZ ist gemeinnützig und überwiegend im Auftrag des BMZ in rund 130 Ländern des Südens und Ostens tätig. Mehr als 11.000 Mitarbeiter arbeiten daran, die Lebenschancen der einheimischen Bevölkerung zu verbessern. ots Originaltext: GTZ Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de Für Rückfragen: Dr. Sabine Tonscheidt, GTZ-Pressestelle, Telefon: 06196/79-1176 Original-Content von: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, übermittelt durch news aktuell

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